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Aus Kretinen wurden Kinder mit Lernstörung

Die «verlängerte Sonderschule 15plus» der Stiftung Schloss Regensberg ermöglicht vielen Jugendlichen einen wichtigen Schritt in die berufliche Zukunft. Der eben erschienene Jahresbericht zeigt die Entwicklung auf.

Ein Bild vom Sommerfest der Stiftung Schlossberg in Regensberg.
Ein Bild vom Sommerfest der Stiftung Schlossberg in Regensberg.
Francisco Carrascosa

Kinder und Jugendliche, die in irgend einer Form benachteiligt sind, finden im Wohnheim der Stiftung Schloss Regensberg ein Zuhause und auf ihre spziellen Bedürfnisse zugeschnittenen Schulunterricht. 1882 hatte die Gemeinnützige Gesellschaft des Kantons Zürich das Schloss gekauft. Bei der Eröffnung der Institution ein Jahr später wurden neun Knaben aufgenommen. Sechs Monate später waren es bereits 24 Zöglinge, wie die geistesschwachen aber bildungsfähigen Kinder damals genannt wurden.

Dem kürzlich erschienenen Jahresbericht ist auch zu entnehmen, dass bis ins 19. Jahrhundert geistig Behinderte «mit dem Teufel im Bunde» standen. 1841 wurde bei Interlaken eine «Heilanstalt für Kretinen und blödsinnige Kinder» gegründet. Solche Ausdrücke sind längst nicht mehr gebräuchlich. Gemäss Leitbild der Stiftung richtet sich das Angebot in Regensberg an «Kinder und Jugendliche mit Lernstörungen sowie mit Schwierigkeiten in der sozialen und psychischen Entwicklung».

Nicht ganz einfach ist die Integration dieser jungen Menschen in die Berufswelt. Da hilft das Angebot der Sonderschule 15plus, die auf das Schuljahr 2016/2017 eingeführt worden ist. Es umfasst Werkstätten in den Bereichen Malerei, Schlosserei und Schreinerei, wo erste Erfahrungen gesammelt werden können. Schulleiter Rhainer Perriard hält im Jahresbericht fest, ein wichtiger Aspekt der Stiftung Schloss Regensber sei, die Schüler bei ihrem Eintritt in die Berufswelt zu unterstützen.

Vom Kanton anerkannt

Gesamtleiterin Esther Zinniker erklärt im Bericht: «Mit der Sonderschule 15plus wurde im letzten Jahr aus dem Nischenangebot defintiv ein integrales Angebot unserers Sonderschulheims.» Dieses wichtige Angebot ist von der Bildungsdirektion anerkannt worden, was sich auch finanziell auswirkt. Die Betriebsbeiträge des Kantons steigen um über 17 Prozent auf rund 3,6 Millionen Franken.

Allerdings muss die Stiftung auch Mindereinnahmen in Kauf nehmen, da die Belegungstage aufgrund weniger Platzierungen im Sonderschulbereich generell gesunken sind, wie es in den Erläuterungen zur Jahresrechnung heisst. Der Betriebsertrag macht 2016 9,8 Millionen Franken aus, das sind rund 600 000 Franken weniger als im Jahr davor. Mit 9,7 Millionen Franken liegt der Aufwand eine halbe Million unter jenem von 2015. Das Betriebsergebnis weist einen Betrag von etwas über 100 000 Franken auf.

Der Jahresbericht befasst sich mit dem Gestern, Heute und Morgen.Er ist gegliedert in einen geschichtlichen Teil, eine aktuelle Bestandesaufnahme und den Blick in die Zukunft. Auch da spielt die Sonderschule 15plus eine zentrale Rolle. Der dafür verantwortliche Bereichsleiter Bernd Rohde betont im Bericht, wie wichtig die Werkstätten auf dem Weg Richtung Berufswahlreife sind. Durch die praktische Vorbereitung gewinnen die Schüler an Selbstsicherheit, sind fähig, eine Schnupperlehre im Wunschberuf erfolgreich zu absolvieren.

Die Zukunft Förderstiftung für Kinder und Jugendliche ist durch zahlreiche Spenden unterstützt worden. Dadurch können zusätzliche Aufwendungen zugunsten der Schüler finanziert werden, was auch für die kommenden Jahren sehr wichtig ist.

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