Dietlikon

Bahnhofareal steht vor Totalumbau

Die Gemeinde Dietlikon informierte zusammen mit den SBB über den Stand der Planungen im Bereich des Bahnhofs. Es ging dabei vor allem um das vierte Gleis und die Verkehrslenkung.

Dieser Bahnübergang in Dietlikon soll durch eine Unterführung ersetzt werden.

Dieser Bahnübergang in Dietlikon soll durch eine Unterführung ersetzt werden. Bild: Balz Murer

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Angekündigt gewesen war für Montag eine Informationsveranstaltung zum Thema Masterplan Zentrum Mitte. Gemeinderat Philipp Flach informierte zusammen mit der zuständigen SBB-Projektleiterin und Bauingenieurin Katja Nahler dann vorwiegend über den aktuellen Stand bei den Planungen der SBB für das vierte Gleis und die dadurch nötigen Anpassungen beim Bahnhof Dietlikon und den neuen Verkehrsführungen für Fussgänger, Velos und motorisierten Verkehr.

Seit anfangs Mai ist bei der Gemeinde ein Steuerungsausschuss zum Thema Masterplan Zentrum Mitte eingesetzt. Dieser befasst sich zum einen intensiv mit den Veränderungen, die durch die neuen Gleisanlagen auf Dietlikon zukommen. Aber auch ein grösserer Perimeter rund um das Bahnhofsareal wird laut Flach in die Überlegungen mit einbezogen.

Kein «Hausperron» mehr

Im Mittelpunkt stehen aber tatsächlich die Querverbindungen zwischen unterem und oberem Dorfteil und die Zugänge zum Bahnhof und dem übrigen öffentlichen Verkehr. Katja Nahler berichtete über den Stand der aktuellen Planung seitens SBB. Vorgesehen sind Mittelperrons mit insgesamt vier Perronkanten. Es wird kein eigentliches «Hausperron» mehr geben. Der Zugang zu den Bahnsteigen erfolgt somit nur noch entweder über eine Überführung oder eine neue Personenunterführung. Die bisherige Fussgängerunterführung Nord für Füssgänger Richtung Faisswiesen fällt laut SBB aus Sicherheitsgründen weg.

Die bestehende Passerelle wird weiter ostwärts verlegt. Als Ersatz für den Bahnübergang, der mit der Fahrplanänderung sowieso nur noch wenige Minuten pro Stunde passiert werden kann, ist eine Unterquerung zum Areal Faisswiesen geplant.

Nötig werden die Veränderungen, weil die Kapazitätsgrenzen erreicht sind und eine durchgehende Doppelspur auf der Strecke Zürich-Winterthur fehlt. Diese Lücke soll mit dem Bau des Brüttener Tunnels und mit dem vierten Gleis beim Bahnhof Dietlikon geschlossen werden. Das Gesamtprojekt ist mit 2,3 Milliarden Franken budgetiert. Vorbehältlich eines positiven Parlamentsbeschluss ist die öffentliche Planauflage auf Herbst 2022 vorgesehen, der Baubeginn auf Herbst 2025. Inbetriebnahme soll Ende 2033 sein.

Der Brüttenertunnel und die bahntechnisch bedingten Anpassungen am Bahnhof Dietlikon sind gesetzt. Bis Ende 2018 kann die Gemeinde aber noch Wünsche zur Optimierung ins SBB-Projekt einbringen, was sie laut Philipp Flach auch tun wird. Von der Steuerungsgruppe wurden verschiedene Nachbesserungen identifiziert, so etwa die Befahrbarkeit der neu geplanten Unterführung auch für Busse und separate Velospuren. Allerdings müssten die Wünsche für die Gemeinde auch finanzierbar sein. Das Basis-Projekt SBB läuft über deren Etat, Zusatzwünsche über das Gemeindebudget. Aufgrund der Platzverhältnisse stehen die Beteiligten vor grossen Herausforderungen. Die Ziele und die Anforderungen der verschiedenen Verkehrsteilnehmer stehen teilweise im Konflikt zueinander.

Keine Tierferlegung

An der Informationsveranstaltung zu reden gab insbesondere, dass die bisherige Personunterführung Richtung Faisswiesen wegfallen soll. Als Ersatz ist für die Fussgänger ein neuer Bahnweg geplant, der die verbreiterte Personenunterführung Mitte mit dem Parkplatz Faisswiesen verbinden und so die Umsteigemöglichkeiten auf Busse sicherstellen wird. Varianten wie eine Tieferlegung des Bahnhofs, eine Überdachung oder eine Erschliessung via Hofwiesenstrasse wurden zwar geprüft, aber wegen Finanz-, Sicherheits- und Lärmüberlegungen von der Gemeinde wieder verworfen. Im Frühling will die Gemeinde über die Konkretisierung der Planung wieder informieren.

Erstellt: 05.12.2018, 17:38 Uhr

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