Eglisau

Bauabfall-Deponie könnte deutlich wachsen

Drei Eglisauer Stimmbürger hatten sich Anfang Juni vermittels einer Anfrage über den geplanten Ausbau der Inertstoffdeponie Schwanental beschwert. In seiner Antwort räumte der Gemeinderat nun mangelhafte Kommunikation ein und stellt einen Informationsabend im Herbst in Aussicht.

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An der Wilerstrasse 151, gleich beim Schützenhaus Eglisau, liegt die Deponie Schwanental. Sie dient der Lagerung von Bauabfällen. Dazu zählen etwa Aushub, Ziegel, Beton, sowie weiterer Abbruchmaterialen aus Rückbauten. Die 2010 eröffnete Anlage wird privat betrieben, unter anderem von der Toggenburger AG, und umfasst heute ein Volumen von rund 800 000 Kubikmetern. Bald könnten daraus bis zu 1,9 Millionen Kubikmeter werden, zumindest sind die Rahmenbedingungen dafür im Richtplan des Kantons verankert.

Auf die Gemeindeversammlung vom Dienstagabend hin hatten die Eglisauer Stephan Weber, Barbara Weber-Ruppli und Rolf Glauser eine Anfrage an den Gemeinderat eingereicht. Sie befürchteten im Zusammenhang mit dem geplanten Deponieausbau einerseits Umweltbelastungen über Jahrzehnte und das Risiko, dass auch illegale Materialien abgelagert werden könnten. Andererseits sei mit einem erheblichen Mehrverkehr an Lastwagen zu rechnen.

Die drei Verfasser des Vorstosses wollten vom Gemeinderat wissen, weshalb dieser der Deponieerweiterung zugestimmt habe und kritisierten, dass die Bevölkerung kaum über die entsprechende Vernehmlassung der Richtplanrevision informiert worden sei.

Gestaltungsplan wird öffentlich aufliegen

An der Gemeindeversammlung hat der Hochbauvorsteher und künftige Gemeindepräsident Peter Bär die Sicht des Gemeinderats dargelegt. «Ich kann ein Stück weit akzeptieren, dass wesentlich besser hätte kommuniziert werden können», räumte er ein und stellte in Aussicht, dass im Herbst dieses Jahres ein Informationsabend zum Deponiebetrieb organisiert werden soll.

Bezüglich möglicher Umweltbelastungen hiess es in der schriftlichen Beantwortung der Anfrage dann: «Der Gemeinderat ist überzeugt, dass alles dafür getan wird, damit die Sicherheit für Mensch und Umwelt gewährleistet ist.» Die Behörde verweist dabei auf ein umfassendes Controling unter Aufsicht des Kantons, dass insbesondere sicherstellen soll, dass keine illegalen, gefährlichen Stoffe deponiert werden.

Dass der Regierungsrat die Voraussetzungen schaffen wolle, um durch die Vergrösserung die ganze Nutzungsmöglichkeit des Standorts ausgeschöpft werden könnte, sei für den Gemeinderat nachvollziehbar. So seien im Kanton Zürich jährlich 300 000 Kubikmeter Inertstoffe abzulagern – und die derzeit in Betrieb stehenden Deponien hätten ein Restvolumen von zusammen noch 1,1 Millionen Kubikmetern.

Was das Vorhaben in Eglisau betrifft, so verweist der Gemeinderat auf die Tatsache, dass ein Richtplaneintrag noch kein Bauprojekt darstellt. «Für das konkrete Projekt wird es ein Gestaltungsplanverfahren mit einer Umweltverträglichkeitsprüfung geben – mit allen damit verbundenen Mitwirkungs und Rechtsmittelverfahren». Was schliesslich den Lastwagenverkehr betrifft, so spielte die Anzahl Fahrten, die von der Deponie ausgehen würden, «gemessen am übrigen Verkehr keine massgebende Rolle».

Im Zuge einer kurzen Diskussion im Anschluss wurde seitens der Anfragesteller moniert, der Gemeinderat habe mit seiner breitwilligen Zustimmung gegenüber dem Kanton ein wichtiges Pfand aus der Hand gegeben, das für das Vorantreiben der Umfahrung Eglisau hätte eingesetzt werden können.

Erstellt: 21.06.2018, 15:35 Uhr

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