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Bedürfnis nach Unterstützung besteht auch nach 100 Jahren noch

Seit 1917 haben sich die Ansprüche der älteren Bevölkerung zwar verändert, doch auf Hilfe-leistung ist sie nach wie vor angewiesen. Die Stiftung «Für das Alter» wollte damals die Altersarmut lindern. Heute gibt es ein umfangreiches Dienstleistungsangebot.

Hans Rindlisbacher aus Glattfelden ist einer von rund 500 Freiwilligen, die sich für die Stiftung Pro Senectute engagieren. Er hilft bei Treuhandfragen.
Hans Rindlisbacher aus Glattfelden ist einer von rund 500 Freiwilligen, die sich für die Stiftung Pro Senectute engagieren. Er hilft bei Treuhandfragen.
Balz Murer

Bülach zählt aktuell rund 17 000 Einwohner. 12 000 waren es 1973, als Pro Senectute Kanton Zürich das dritte von heute insgesamt sieben Dienstleistungscentern eröffnete. Vor über 40 Jahren waren vor allem Beratungen in den Bereichen Gesundheit, Recht und Finanzen gefragt.

Erst mit der Zeit dazu gekommen sind Themen wie Lebensgestaltung und Wohnen sowie ein umfangreiches Angebot an Kursen, allen voran für Weiterbildung und Sport. Aber auch Hilfe zu Hause und Unterstützung bei der persönlichen Organisation der Finanzen stossen auf Interesse und werden immer wichtiger.

Freiwillige im Dienstvon Pro Senectute

Unter dem Patronat der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft (SGG) war das Hilfswerk «Für das Alter» 1917 gegründet worden, um die «bedürftigen Greise beiderlei Geschlechts» zu unterstützten (siehe Kasten). Jetzt stehen im Dienstleistungscenter Unterland und Furttal in Bülach Kurse für Fremdsprachen und Gedächtnistraining mit 1000 Lektionen im vergangenen Jahr im Vordergrund.

In fast allen Gemeinden der Bezirke Bülach und Dielsdorf engagieren sich insgesamt rund 500 Freiwillige für Pro Senectute. Einer von ihnen ist Hans Rindlisbacher aus Glattfelden. Er gehört zum Team, das Treuhanddienste anbietet. Der ehemalige Schulgutsverwalter sagt: «Ich habe mich vor fünf Jahren auf ein entsprechendes Inserat von Pro Senectute gemeldet.» Seither kümmert er sich zum Beispiel um den Zahlungsverkehr einer Frau, die im Altersheim in Eglisau lebt. Der zweite Kunde ist ein Mann aus Regensdorf.

In der Regel besucht Hans Rindlisbacher die Leute einmal pro Monat und schaut mit ihnen die Post durch. «Die Einzahlungen erledige ich vor Ort. Weiterführende Arbeiten nehme ich mit nach Hause.» Er füllt auch die Steuererklärung aus, weiss Bescheid darüber, wann und wo mögliche Ergänzungsleistungen eingefordert werden können, oder wo Sparmöglichkeiten bei der Krankenkasse bestehen.

Dabei profitiert er von den Erfahrungen, die er früher im Auftrag der Vormundschaftsbehörde von Glattfelden als Beistand gemacht hat. «Bei einem neuen Mandaten muss ich zuerst einmal Ordnung ins Chaos bringen. Doch dann läuft alles rund. Diese Tätigkeit bringt mir grosse Befriedigung.»

Viermal pro Jahr finden von Pro Senectute Kanton Zürich organisierte Treffen für die Gruppen des Treuhanddienstes statt. «Dort tauschen wir unsere Erfahrungen aus. Diese Zusammenkünfte sind sehr wertvoll.» Über seinen freiwilligen Einsatz, der pro Monat mit 50 Franken für Spesen vergütet wird, sagt der 72-jährige Rindlisbacher: «Mir geht es sehr gut, während andere Menschen in einer schwierigen Situation leben. So kann ich mithelfen, dass es auch ihnen ein bisschen besser geht.» In den vergangenen Jahren hat sich ein freundschaftliches Verhältnis mit den Mandanten entwickelt.

Das Angebot wird laufend ergänzt

Obwohl sich die Lebenssituation der Seniorinnen und Senioren in den vergangenen 100 Jahren deutlich verbessert hat, sind Hilfeleistungen verschiedenster Art auch in Zeiten finanziellen Wohlstands von grosser Bedeutung. Die Statistik des Dienstleistungscenters in Bülach weist für 2016 560 Beratungsgespräche aus, 400 ausgefüllte Steuererklärungen und 99 Mandate im Treuhanddienst.

Sandra Menghini, Bereichsleiterin Pro Senectute Kanton Zürich hat festgestellt, dass die Seniorinnen und Senioren anspruchsvoller geworden sind. «Viele wissen sehr genau, was ihnen zusteht und fordern das auch ein, zu Recht», sagt sie. Allerdings bestehe häufig die Erwartung, ihre Anliegen müssten noch am gleichen Tag behandelt werden.

Aus der Stiftung «Für das Alter» ist in einem Jahrhundert eine moderner Dienstleistungsorganisation geworden, die sich umfassend für alle Aspekte des Alters einsetzt.

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