Dielsdorf

Bei ihr hat das Bauchgefühl gestimmt

Die Watterin Gaby Thoma-Knecht schätzte das Gewicht des aus dem Teppich der «Goldschmitte» recycelten Goldes bis auf ein paar Gramm genau.

Für ihre gute Schätzung hat Gaby Thoma-Knecht (Mitte) von «Goldschmitte»-Inhaberin Silvia Fischer und Geschäftsführer Peter Fischer einen 10 Gramm-Feingoldbarren erhalten.

Für ihre gute Schätzung hat Gaby Thoma-Knecht (Mitte) von «Goldschmitte»-Inhaberin Silvia Fischer und Geschäftsführer Peter Fischer einen 10 Gramm-Feingoldbarren erhalten. Bild: Jasminka Huber

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Diesen Sommer lancierte Silvia Fischer, Inhaberin der Dielsdorfer Goldschmitte einen besonderen Wettbewerb. Die ZU Leser sollten erraten, wieviel Gold sich im 25 Jahre alten Teppich ihres Schmuck- und Uhrengeschäft versteckt hatte, den sie von einer Spezialfirma aufarbeiten liess. Die Reaktionen auf den Wettbewerb seien «extrem» gewesen, meinte Silvia Fischer. «Viele Leute haben mich angesprochen und waren sehr überrascht, dass man unseren alten Teppich recyceln lassen und dabei noch Gold gewinnen könne.»

Sauber gearbeitet

Tatsächlich erstaunt das Verfahren: In mehreren hochkomplexen Schritten werden aus der Asche des Teppichs, die darin enthaltenen Edelmetalle wiedergewonnen Unter anderem entsteht dabei auch Oekogold. «Vielen war nicht bewusst, dass beim Arbeiten mit Edelmetallen Feinstaub entsteht, der sich im Teppich festsetzt», erläuterte die Geschäftsinhaberin im Rahmen der Preisübergabe den Grund, wie überhaupt Gold in den Teppich gelangte.

Bei Peter Fischer, Verkaufsleiter in der Goldschmitte, trafen rund 100 Schätzungen zwischen 1,2 Gramm und 5,7 Kilogramm ein. Gaby Thoma-Knecht aus Watt schätzte den Goldgehalt auf 118,5 Gramm. «Es war ein reines Bauchgefühl», meinte sie lachend.

«Er sagte, offenbar arbeiten wir in unserer Werkstatt sauber und es kämen dadurch weniger Rückstände in den Teppich.»Silvia Fischer

Und ihr Bauchgefühl gab ihr Recht: 123,89 Gramm Gold konnten aus dem Teppich recycelt werden. Silvia Fischer war im ersten Moment etwas enttäuscht über diese Menge. «Ich hatte mit rund 300 Gramm gerechnet, weil der Teppich am alten Standort mehr Gold enthielt.» Das Kompliment des Geschäftsführers der Recyclingfirma habe sie dann aber getröstet. «Er sagte, offenbar arbeiten wir in unserer Werkstatt sauber und es kämen dadurch weniger Rückstände in den Teppich.»

Silvia Fischer ist froh, dass sie endlich den lange geheim gehaltenen Betrag bekannt geben kann. «Alle sind unglaublich gespannt auf das Resultat.» Die Gewinnerin Gaby Thoma-Knecht bekam zwar nicht das Gold aus dem Teppich – dieses wird der Goldschmitte auf ihr Edelmetallkonto gutgeschrieben – dafür erhielt sie einen 10 Gramm-Feingoldbarren im Wert von rund 500 Franken. Sie ist sich noch nicht schlüssig, was sie damit machen wird: «Entweder spende ich den Beitrag oder ich lasse den Barren zu einem Nugget einschmelzen.»

Zu weiches Gold

Tatsächlich kann man den 24 Karat Goldbarren nicht direkt verarbeiten. «Das Gold ist viel zu weich», erklärte Peter Fischer. «Wir arbeiten mit 750er Gold (18 Karat), das ist eine Legierung aus 750 Teilen Gold, 125 Teilen Silber und 125 Teilen Kupfer.» Wo auch immer der gewonnene Goldbarren verarbeitet wird, darf vermutet werden, dass einige Staubflöckchen davon erneut in einem Teppich landen werden.

Erstellt: 08.10.2019, 15:05 Uhr

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