Bülach

Beim Klimaschutz erhitzen sich die Gemüter

Grüne und Politiker der SVP haben sich Stirn an einem Podium in Bülach die Stirn geboten. Dabei wurde intensiv über die Themen Sicherheit und Klimaschutz debattiert.


Das kollektive Lächeln währte nicht ewig. Die Grünen David Galeuchet und Martin Neukom (von links) sowie die SVP-Exponenten Nathalie Rickli und Claudio Schmid fanden nur selten einen gemeinsamen Nenner auf die von Moderatorin Daniela Schenker (Mitte) aufgeworfenen Fragen.

Das kollektive Lächeln währte nicht ewig. Die Grünen David Galeuchet und Martin Neukom (von links) sowie die SVP-Exponenten Nathalie Rickli und Claudio Schmid fanden nur selten einen gemeinsamen Nenner auf die von Moderatorin Daniela Schenker (Mitte) aufgeworfenen Fragen. Bild: Sibylle Meier

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Im Vorfeld der Kantons- und Regierungsratswahlen vom 24. März organisierten die Bülacher Grünen eine Podiumsdiskussion zu brennenden politischen Themen. Sie luden dazu Vertreter der SVP ein. Neben den beiden Bülacher Kantonsratskandidaten Claudio Schmid (SVP) und David Galeuchet (Grüne), waren am Dienstagabend auch die beiden Kandidierenden für den Regierungsrat, Natalie Rickli (SVP) und Martin Neukom (Grüne), dabei. Bei vielen Fragen trafen sich die Vertreter beider Parteien auf Augenhöhe, nach gemeinsamen Nennern suchte man jedoch meist vergeblich. Der Anlass im Hotel Goldener Kopf wurde von Daniela Schenker, Redaktorin des Zürcher Unterländer, moderiert.

Die Sicherheit und der Sozialstaat

Als erstes übergab sie das Wort an Natalie Rickli. Sie will sich besonders für die Sicherheit im Kanton stark machen. «Das ist die wichtigste Aufgabe des Staates», sagte die Nationalrätin. Obwohl diese im Kanton Zürich grundsätzlich gewährleistet sei, ortete Rickli dennoch Defizite im Strafvollzug, besonders bezüglich der Ausschaffung von kriminellen Ausländern, die in Kriminalstatistiken überproportional vertreten sind.

Neukom widersprach dem und fragte: «90 Prozent der Inhaftierten sind Männer, heisst das, dass Männer generell kriminell sind?» Er forderte, man solle auf Verallgemeinerungen verzichten, statt gegen Ausländer zu hetzen. «Denkt die SVP zu simpel?», fragte Schenker deshalb. Claudio Schmid wies die Vorwürfe zurück: «Wir sind nicht gegen Ausländer. Grundsätzlich darf jeder rein, solange er den Sozialstaat nicht belastet.» Die Schweiz leiste viel Integrationsarbeit, weshalb man auch etwas im Gegenzug erwarten dürfe. Oft sei der Integrationswille aber nicht vorhanden, betonte Schmid.

David Galeuchet gab sich im Gegensatz zu seinem Parteikollegen in dieser Frage diplomatisch und sagte, dass beide Parteien im Grunde genommen das Gleiche wollen: «Wir müssen bei der Bildung ansetzen, um Kriminalität vorzubeugen.»

Grundeinkommen und Selbstveranwortung

Fragen zur Immigration kamen auch beim Thema Soziales auf. Schmid warnte, dass die Schweiz ihre Sozialwerke zum jetzigen Zeitpunkt stärken müsse. Das Personenfreizügigkeitsabkommen sei jedoch eine hohe Belastung: «Viele Ausländer kommen in die Schweiz, um hier Sozialhilfe zu beziehen», sagte er. Galeuchet dagegen bedauerte, dass heutzutage die Politik grosse Würfe wie die AHV fast unmöglich mache. Er plädierte dafür, über die Einführung eines Grundeinkommens nachzudenken, da in Zukunft vermehrt weniger Qualifizierte aus dem Arbeitsprozess ausgeschlossen würden.

Besonders hitzig wurde über den Klimaschutz diskutiert. Lösungen wären gemäss Neukom vorhanden, es fehle lediglich der politische Wille. «Wenn wir das mit dem Klimaschutz nicht hinbekommen, werden andere politische Fragen in der Zukunft irrelevant sein», mahnte er. Rickli und Schmid appellierten an die Selbstverantwortung jedes Einzelnen. Als Rickli seine Ansichten als «ideologisch» bezeichnete, wies Neukom das zurück: «Wir stützen uns auf wissenschaftlich belegte Fakten, das hat nichts mit Ideologie zu tun», entgegnete er.

Schmid kritisierte, Kinder würden mit den Klimademonstrationen instrumentalisiert. Galeuchet dagegen unterstütz dieses Engagement der Jugend: «Es ist wichtig, dass sich die Kinder für ihre Zukunft einsetzen». Dass das Thema Klimaschutz den Nerv der Zeit trifft, zeigte sich auch bei der abschliessenden Fragerunde.

Erstellt: 20.02.2019, 17:06 Uhr

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