Bülach

Beim Singen und Turnen wirds eng

Die zusätzlichen Klassen, die Bülach im kommenden Schuljahr erwartet, werden auf den Arealen Allmend und Hohfuri in Provisorien untergebracht. Dort lassen sich dann Engpässe nicht vermeiden.

Wegen zusätzlicher Klassen kommt es in den Bülacher Turnhallen eng (Symbolbild).

Wegen zusätzlicher Klassen kommt es in den Bülacher Turnhallen eng (Symbolbild). Bild: Keystone

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Bis zu vier zusätzliche Primarschulklassen und zwei Kindergartenabteilungen wird die Stadt Bülach ab August unterbringen müssen. Weil die bestehenden Raumkapazitäten nicht ausreichen, werden nun Provisorien, so genannte Modulbauten, erstellt. Und zwar dort, wo das prognostizierte Wachstum der Schülerzahlen am grössten ist: im Südwesten und im Norden der Stadt.

«Weil beim Erstellen solcher Modulbauten vor allem die einmaligen Installationskosten, etwa für Fundament, Strom und Wasser, ins Gewicht fallen, können diese nicht an beliebig vielen Orten gleichzeitig errichtet werden», schreibt die Stadt in ihrer Medienmitteilung. Die Provisorien sollen ausserdem keinem zukünftigen Projekt für eine Schulhauserweiterung im Weg stehen. Vor kurzem hat die Stadt Bülach die Baugesuche publiziert. Damit die Realisierung nicht gefährdet wird, wurden die Baugespanne bereits Ende Dezember angebracht.

Provisorien mit Ausbaupotenzial

Im südwestlich gelegenen Schulareal Allmend wird vorerst ein einstöckiger Pavillon errichtet, auf der Wiese angrenzend an die Allmendstrasse. Darin finden zwei Primarklassen und ein Kindergarten Platz. Hinzu kommen Gruppenräume, WC-Anlagen und Materialräume. Die Eingangsseite ist überdacht, was einen gedeckten Aussenraum schafft. Später könnte dieser Modulbau noch um ein weiteres Geschoss ergänzt werden.

«Derzeit ist die Schulverwaltung daran, die zur Verfügungen stehenden Ressourcen zu berechnen, erst dann können die Klassen beim Kanton beantragt werden.»Markus Fischer, Leiter Bildung der Stadt Bülach

Im Norden der Stadt wird das Schulareal Hohfuri um einen zweistöckigen Modulbau erweitert. Dieser kommt an die Westseite der bisherigen Spielwiese zu liegen und soll damit weder den Pausenplatz noch den Betrieb von Spielwiese und Spielplatz einschränken. Im Erdgeschos werden ein Kindergarten und ein Mehrzweckraum eingerichtet, das Obergeschoss bietet Platz für zwei zusätzliche Primarklassen und einen Gruppenraum. Zudem wird ein Aussenmaterialschopf für Spielgeräte des Kindergartens errichtet. Das Provisorium beim Schulhaus Hohfuri könnte später auf der Nordseite durch einen zweistöckigen Anbau ergänzt werden.

Im Baugesuch, das noch bis 24. Januar bei der Stadt aufliegt, sind für das Vorhaben Hohfuri voraussichtliche Baukosten von zirka 1,92 Millionen Franken und für jenes bei Schulhaus Allmend rund 1,6 Millionen Franken aufgeführt. Bei den Kosten handelt es sich um gebundene Ausgaben, sodass die politische Hürde im Gemeinderat wegfällt.

Entgegenkommen und Flexibilität sind gefragt

Wie viele Klassen in Bülach auf das Schuljahr 2019/2020 hin tatsächlich neu gebildet werden, steht noch nicht fest. «Derzeit ist die Schulverwaltung daran, die zur Verfügungen stehenden Ressourcen zu berechnen, erst dann können die Klassen beim Kanton beantragt werden», erklärt Markus Fischer, Leiter Bildung der Stadt Bülach. Wie die Stadt Bülach schreibt, legt sie Wert darauf, dass die Ergänzungsbauten, den qualitativen Anforderungen an einen zeitgemässen Unterricht genügen. Sowohl in Sachen Raumgrösse als auch bezüglich des Raumklimas würden die Module in etwa den regulären Schulräumen entsprechen.

Die Stadt räumt jedoch ein, dass es aufgrund der zusätzlichen Klassen zu räumlichen Engpässen kommen wird. Das werde beispielsweise Turnhallen, Singsäle oder Fachzimmer betreffen: Hier werde das Entgegenkommen und die Flexibilität aller Lehrpersonen gefragt sein.

«Die Provisorien braucht es sicher solange, bis ein neues Schulgebäude am Ort erstellt wird», sagt Fischer. Je nach Entwicklung der Schülerzahlen könnten diese dann wieder abgebaut oder an einem anderen Ort eingesetzt werden.

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 09.01.2019, 17:52 Uhr

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Schulanlage Oberhausen

In Opfikon werden 13 Schulklassen in Provisorien unterrichtet

Wie die Stadt Bülach ist auch die Stadt Opfikon mit steigenden Schülerzahlen konfrontiert. Dort hat man mit der Schuleinheit Oberhausen reagiert: Auf der grünen Wiese ist eine reine Provisorium-Anlage entstanden. 13 Primarschulklassen werden heute in den mittlerweile fünf Trakten unterrichtet. Im Sommer 2015 wurden die ersten drei zweigeschossigen Trakte eröffnet. Weil die Schülerzahlen danach weiter anstiegen, kamen im Sommer 2017 zwei zusätzlicheTrakte hinzu, die sogar drei Stockwerke umfassen.

«Die Qualität des Unterrichts leidet nicht unter der provisorischen Bauweise», sagt Sibylle Fuchs, die zusammen mit Alexander Buncic die Schulleitung Oberhausen bildet. «Allerdings», räumt Fuchs ein, «müsse man in den Provisorien Abstriche in Kauf nehmen». So gebe es in der Schulanlage Oberhausen zwar Werkräume oder einen Singsaal, der Rahmen falle aber kleiner aus als in einem gemauerten Schulhaus. Zudem verfüge die Anlage über keine eigene Turnhalle. «Die Organisation des Schulalltags in unseren Provisorien erfordert Flexibilität», hält Fuchs fest. Der Lehrplan werde aber zu 100 Prozent erfüllt.

Dass in Opfikon eine ganze Schulanlage mit Provisorien erstellt werden musste, war nicht geplant. Vielmehr sollte im neuen Stadtteil Glattpark eine eigene Schulanlage entstehen. Der Neubau hätte 18 Klassenzimmer umfasst. Gemäss der ursprünglichen Planung wäre das Schulhaus im letzten Sommer eröffnet worden. Weil das Projekt im Mai 2014 an der Urnenabstimmung aber keine Mehrheit fand, liess sich das damalige 74,4 Millionen Franken teure Vorhaben nicht realisieren. Derzeit wird eine abgespeckte Version des Glattpark Schulhauses erarbeitet.

Im Opfiker Stadtteil Glattpark beziehen derzeit laufend weitere Familien mit Kindern die neu erstellten Wohnungen. Vom vergangenen Sommer bis in diesem Frühling werden rund 200 zusätzliche Schüler und Schülerinnen erwartet.all

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