Buchs

Beruf und Familie besser unter einen Hut bringen

Die Politische Gemeinde subventionierte bisher keine Betreuungsverhältnisse in Kinderkrippen oder bei Tages-familien. Wie die anwesenden Stimmberechtigten entschieden haben, wird sich das bald ändern. Auch alle übrigen Geschäfte der Gemeindeversammlung wurden einstimmig genehmigt.

Für die Betreuung ihrer Kinder in Kinderkrippen oder bei Tagesfamilien können Buchser Eltern in Zukunft  finanzielle Unterstützung bei der Gemeinde beantragen.

Für die Betreuung ihrer Kinder in Kinderkrippen oder bei Tagesfamilien können Buchser Eltern in Zukunft finanzielle Unterstützung bei der Gemeinde beantragen. Bild: Matthias Rietschel

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Bei der Wahl eines neuen Wohnorts spielt der sogenannte Kinderbetreuungsindex eine grosse Rolle – gerade bei jungen Familien. Was die Subventionierung von solchen Schul- und familienergänzenden Betreuungsverhältnissen betrifft, hinkte die Gemeinde Buchs in den letzten Jahren anderen Zürcher Gemeinden etwas nach. Zwar ist seit dem Schuljahr 09/10 eine schulergänzende Betreuung in den beiden Primarschulen Zihl und Zwingert vorhanden, subventionierte Betreuungsverhältnisse in Kinderkrippen oder bei Tagesfamilien – also Unterstützung für Eltern mit Kindern im Vorschulalter – fehlten bisher aber gänzlich.

Vom Gesetz verpflichtet

Der für das Ressort Bildung zuständige Gemeinderat Beat Vogt stellte den 69 Buchsern (1,8 Prozent aller Stimmberechtigten) am Donnerstagabend die «Kita-Verordnung für die Schul- und familienergänzende Kinderbetreuung» vor, die per 1. August in Kraft treten soll.

Die Gemeinde muss nämlich handeln: Gemäss dem Volksschulgesetz und dem Kinder- und Jugendgesetz sind die Zürcher Gemeinden verpflichtet, Eltern ein bedarfsgerechtes Betreuungsangebot zu ermöglichen und sie finanziell zu unterstützen. «Das Gesetz gibt schon seit 2015 eine solche finanzielle Unterstützung vor», erklärte Vogt. «Man kann also wirklich nicht sagen, dass wir in vorauseilendem Gehorsam handeln. Aber die letzte Zürcher Gemeinde, die nun eine solche Verordnung erlässt, sind wir bei weitem auch nicht.»

Die Höhe der Unterstützung ist abhängig vom Einkommen und Vermögen der Eltern. Anspruchsberechtigt sind nur in Buchs Steuerpflichtige, für ihre in Buchs wohnhaften Kinder. Die Gemeinde richtet die Unterstützungsbeiträge direkt an die Eltern, die finanzielle Verpflichtung gegenüber den Kindertagesstätten tragen die Eltern.

Dank der neuen Verordnung möchte die Gemeinde die Vereinbarkeit von Beruf und Familie fördern. Laut Vogt wird ausserdem die Standortattraktivität von Buchs verbessert. «Ein solches Angebot minimiert das Risiko von Sozialhilfeabhängigkeit bei alleinerziehenden Elternteilen und trägt zur Integration von Kindern und Eltern in die Gemeinde bei», erklärte er weiter. Die anwesenden Buchser zeigten sich mit den Ausführungen einverstanden und sagten einstimmig Ja zum Erlass der Kita-Verordnung.

Deutliches Plus statt Minus

Ebenso wenig Anlass zur Diskussion gaben die beiden anderen Geschäfte der Politischen Gemeinde. Die Jahresrechnung 2017 schliesst bei einem Aufwand von 33,5 Millionen mit einem Plus von 1,2 Millionen Franken. Budgetiert war ein Minus von gut 315 000 Franken. Gemäss Finanzvorsteherin Claudia Neu-schwander ist die Abweichung im Wesentlichen auf die höheren Grundstückgewinnsteuern, die Liegenschaftenerträge aus dem Finanzvermögen sowie die Rückerstattungen des Kantons zurückzuführen. Auch beim Jahresbericht 2017, der in Buchs die Zustimmung der Versammlung erfordert, gab es keine Gegen-stimmen.

Fehlende Steuererträge

Die gleiche Einigkeit zeigte sich bei der Versammlung der Sekundarschule Regensdorf-Buchs-Dällikon. Die 83 Anwesenden aus den drei Kreisgemeinden (0,5 Prozent) genehmigten alle vier Geschäfte einstimmig. Sie sagten Ja zur Jahresrechnung, die bei einem Aufwand von 24,5 Millionen mit einem Minus von 480 000 Franken schliesst. Im Voranschlag war ein Minus von nur 290 000 Franken vorgesehen. Grund für die Abweichung sind gemäss Finanzvorstand Volker Schneppendahl unter anderem die Steuererträge, die tiefer ausgefallen sind als erwartet.

Auch die beiden Kreditabrechnungen – zum einen für die Erweiterung der Sekundarschulanlage Ruggenacher 2 und zum anderen für eine Grundwasserwärmepumpe – wurden genehmigt. Ausserdem haben die Anwesenden die Rechnungsprüfungskommission Dällikon als Prüfungsinstanz für die Amtsperiode 2018 bis 2022 bestimmt.

Erstellt: 08.06.2018, 16:57 Uhr

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