Niederhasli/Glattfelden

Besuch im Stromhaus liefert Gesprächsstoff

Der Verein Pro Hasli setzt sich nicht nur für lokale Aktivitäten in Niederhasli ein, sondern organisiert auch Führungen ausserhalb des Dorfs. Der diesjährige Ausflug hatte das Stromhaus Burenwisen in Glattfelden zum Ziel.

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Roland Graf arbeitet bei EKZ Eltop­ und führt zusammen mit Hans Häne von der Energieberatung die Gruppe von rund 20 Pro-Hasli-Mitgliedern durch das Stromhaus nahe der Glatt. Seit 1981 dient es als Museum, wo die Zusammenhänge des Stromgeschäfts aufgezeigt werden. Eine alte Turbine aus den Anfängen ist noch zu besichtigen. Gesprächsstoff gibt es nach den Erklärungen von Graf genügend. Einzelne Besucher sind mit dem Thema Energie bestens vertraut. Martin Muheim ist diplomierter Elektroingenieur.

«Alles zum Thema Strom interessiert mich immer noch. Dieses Stromhaus ist eine gute Sache. Mit der Ausstellung kann das Bewusstsein für Energie geschaffen werden. Das geht uns alle an», sagt er. Zu reden gaben die unterschiedlichen Strom­preise und Fördermassnahmen in der Schweiz und im angrenzenden Ausland sowie die Frequenz, die in den letzten Wochen zu unkorrek­ten Uhranzeigen an Back­öfen geführt hatte, und die daraus resultierenden Probleme für die Stromproduzenten.

Kleinkraftwerk war nicht wirtschaftlich

Vom ursprünglichen Kraftwerk ist beim Stromhaus heute nichts mehr zu sehen. Das Kraftwerk wurde 1890 von der Gesellschaft für Elektrizität Bülach erbaut und lieferte ausschliesslich Strom für Bülach und nicht für Glattfelden. Es war in der damaligen Zeit eines von mehreren Kleinflusskraftwerken im Glatt- und im Tösstal. Die Energie wurde über eine etwa vier Kilometer lange Hochspannungsleitung nach Bülach und zu den umliegenden Dörfern geleitet.

1922 wurde das Werk von den EKZ gekauft. Der Betrieb benötigte damals noch fünf Männer als Besatzung und rentierte nicht. Früher gelangte Phosphat ungefiltert in die Glatt. Die Männer mussten jeweils Schaum­berge wegschaufeln, wenn in den Haushalten gewaschen wurde, und im Winter galt es, Eisschollen zu entfernen. 1925 wurde das Werk umgebaut und automatisiert. Von da an brauchte es nur noch eine Person­ zur Kontrolle. In der übrigen Arbeitszeit besorgte diese den mit dem Kraftwerk über­nommenen Landwirtschafts­betrieb mit Wiesland. Später wurde­ die Glatt abgesenkt und das Kraftwerk deshalb 1976 stillgelegt.

Ziel für Schulen und Feuerwehrvereine

Im Winter gibt es fast keine Führungen im Burenwiesen. Viele Schulklassen, Vereine und pri­vate Gruppen kommen, um mehr über Strom zu erfahren, und verbinden das mit einem Ausflug in und um Glattfelden. Besonders häufig kommen auch Feuerwehrver­eine. Mit diesen Leuten wird dann auch das richtige Verhalten bei Elek­trounfällen geübt. Dabei geht es insbesondere um den «Schritt­sprung». Bei einer elek­trischen Leitung darf man sich nur beidfüssig mit möglichst gerin­gem Fussabstand nähern. Denn je grösser der Schrittabstand, desto gefährlicher wird es.

Dora Giger war gerne bei der Führung am Samstag dabei. «Es ist doch schade, wenn so etwas angeboten wird, und die Gelegenheit nicht genutzt wird», sagt sie. Sowohl der Organisatorin Uschi Quiblier als auch Roger Pfenninger, Präsident von Pro Hasli, hat es sehr gut gefallen. Sein Fazit: «Wir hatten interessante Diskussionen in der Gruppe. Die Informationen sind sehr anschaulich.»

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 22.04.2018, 16:29 Uhr

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