Otelfingen

Bevölkerung soll mitentscheiden über die Zukunft von Otelfingen

28 Einwendungen sind während der öffentlichen Auflage des kommunalen Richtplans eingegangen. Nachdem diese teilweise berücksichtigt worden sind, stimmen die Otelfinger Ende Juni über die Vorlage ab – ein wegweisendes Geschäft für die Zukunft, wie der zuständige Gemeinderat sagt.

Das Gebiet Brüel Nord wird im neuen kommunalen Richtplan von Otelfingen als Schlüsselgebiet bezeichnet und ist die grösste eingezonte Landreserve der Gemeinde.

Das Gebiet Brüel Nord wird im neuen kommunalen Richtplan von Otelfingen als Schlüsselgebiet bezeichnet und ist die grösste eingezonte Landreserve der Gemeinde. Bild: Sibylle Meier

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Wie soll sich Otelfingen in den nächsten 20 bis 25 Jahren entwickeln? Wie stark soll das Dorf wachsen und vor allem wo? Diese und weitere grundlegende Fragen werden im kommunalen Richtplan geklärt. Dabei geht es aber nicht um die Details, sondern vielmehr um die Rahmenbedingungen. Von Ende Januar bis Ende März ist der Entwurf des kommunalen Richtplans öffent­lich aufgelegen.

Während dieser Zeit sind insgesamt 28 Einwendungen mit 69 Anträgen ein­gegangen. Dies von Privatpersonen oder auch von Grundeigentümern in der Industriezone. So gingen etwa zum Thema Intensivlandwirtschaft mehrere Einwendungen ein. «Hier war der Gemeinderat der Ansicht, dass einige der Einwendungen berücksichtigt werden sollen, andere dagegen aber auch nicht», erklärt der Otelfinger Hochbauvorstand Thomas Gross.

Beispielsweise habe jemand beantragt, dass die Erweiterung des Gebiets für Intensivlandwirtschaft des Hofs Näprunnen nicht wie vorgeschlagen nach Osten erfolgen solle, sondern nach Westen. Dies, weil mit einer Erweiterung nach Westen besser auf das geschützte Ortsbild und die noch weitgehend erhaltenen, Bungerten genannten Gärten am Siedlungsrand Rücksicht genommen werden kann. «Aus Sicht des Gemeinderats handelt es sich hierbei um eine sinnvolle Idee», sagt Gross.

Kein Zuspruch für neuen Weg

Keine Berücksichtigung fand hingegen beispielsweise ein Antrag aus dem Themenbereich Verkehr, welcher einen neuen Fussweg vom Quartier Geeren entlang des Dorfbachs nach Norden bis zum Gebiet Taupel verlangt. «Der gewünschte Weg würde nicht über gemeindeeigenes Land führen und zudem nur einem ziemlich kleinen Kreis von Personen dienen», begründet Gross den ablehnenden Entscheid. Insgesamt wurden 15 Anträge komplett berücksichtigt, 11 zumindest teilweise.

Wie Marsilio Passaglia vom Raumplanungsbüro Planar erklärt, sind zahlreiche Einwendungen eingegangen, aber nicht übermässig viele. «Dies zeigt, dass die Bevölkerung Interesse hat und sich mit der Ortsplanung beschäftigt hat.» Auch Gemeinderat Gross wertet die eingegangenen Einwendungen als positiv. «Es waren Anträge darunter, die sicher ein Gewinn für den Richtplan sind.» Andere hätten zumindest dazu geführt, dass sich der Gemeinderat gemeinsam mit dem Raumplanungsbüro noch einmal intensiv mit dem entsprechenden Thema beschäftigt habe.

Thomas Gross misst der Gesamtrevision des kommunalen Richtplans eine sehr grosse Wichtigkeit bei. Er hofft deshalb, dass an der Gemeindeversammlung vom 25. Juni viele Otelfinger mitentscheiden. «Ich wünsche mir, dass der Entscheid von einem grossen Teil der Bevölkerung getragen wird, nicht nur von ein paar wenigen Leuten. Wer über die Zukunft des Dorfes mitreden will, muss an der Gemeindeversammlung seine Stimme abgeben», betont er.

Bevölkerung zeigt Interesse

Von diesem Mitspracherecht haben die Otelfinger in der Vergangenheit schon oft Gebrauch gemacht. An den Infover­anstaltungen und an den Workshops, die zum Thema Richtplan durchgeführt worden sind, zeigte die Bevölkerung stets grosses Interesse. Auch die Sprechstunden, die der Gemeinderat während der öffentlichen Auflage veranstaltete, stiessen auf Interesse.

«Vielfach waren es Verständnisfragen, die geklärt werden mussten», erklärt Gross. Zum Teil seien aber auch sehr konkrete Fragen gestellt worden oder ganz im Gegenteil Fragen, die übergeordnetes Recht betreffen und nicht auf der kommunalen Ebene zu entscheiden seien. «Uns war es in den Sprechstunden sehr wichtig, dass wir offene Diskussionen führen. Wir haben sicher niemanden davon abgehalten, eine Einwendung gegen den Richtplan einzureichen», betont Gross.

Erstellt: 31.05.2018, 17:25 Uhr

Infobox

Die Gemeindeversammlung findet am Montag, 25. Juni, um 19 Uhr in der Mehrzweckhalle des Primarschulhauses statt. Die Unterlagen zur Revision der Ortsplanung sind unter www.otelfingen.ch aufgeschaltet.

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