Kloten

Big Bands liefern sich Bühnenduell

Jason Boon Bigband gegen Fidelis Bigband – das Battlekonzert im Schluefweg- Saal war ein ungewöhnlicher Auftritt, gespickt mit Klassikern im Big-Band-Stil, Wortwitz und einer besonderen Rolle des Publikums.

Die Gunst des Publikums galt der Fidelis Big Band aus Stans (rechts). Die einheimischen Musiker der Jason Boon Big Band erhielten weniger Punkte als ihre Gegner. Doch der Auftritt hat allen Spass gemacht.

Die Gunst des Publikums galt der Fidelis Big Band aus Stans (rechts). Die einheimischen Musiker der Jason Boon Big Band erhielten weniger Punkte als ihre Gegner. Doch der Auftritt hat allen Spass gemacht. Bild: Francisco Carrascosa

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Der Stadtsaal Schluefweg in Kloten war letzten Freitag Austragungsort für einen Kampf musikalischer Art. Denn das Konzept der Big Band Battle erfordert ein Wetteifern um die Gunst des Publikums. Im Ring für die Big Band Battle standen sich die Klotener Jason Boon Bigband und die Fidelis Bigband aus Stans gegenüber.

Die 16 blauen Boons unter der musikalischen Leitung von Stefan Mens und die 16 roten Fidelis, geführt von Rolf Ambauen, warben um die Stimmen des Publikums, das die Musikstilrichtungen vorgab, in denen sich die Bands messen sollten – am Ende des Abends mussten sich die Boons den Gästen knapp geschlagen geben. Die 120 Besucherinnen und Besucher gaben den Gegnern aus Stans nämlich mehr Stimmen. Eine Revanche folgte gleich am nächsten Abend im Kollegisaal in Stans, wo die Boons jedoch ihren Gegnern ein zweites Mal unterlagen.

Kategorien aus dem Hut gezaubert

Doch zurück nach Kloten: Zu Beginn des Abends wurde der beim Eingang platzierte Hut mit den Vorschlägen der Besucher gefüllt; sie legten Zettel hinein, auf denen sie die gewünschten Kategorien notiert hatten. Der Moderator und Schiedsrichter der beiden Abende, Armando Füehler von Radio Sunshine, übernahm die Auslosung.

Den Einstieg machten die beiden Bands noch friedlich: Zusammen trugen sie zur Begrüssung Gordon Goodwins berühmtes «Jazz Police» vor – energievoll und in bester Big-Band-Manier. Danach galt: Der Schnellere zuerst – jene Band, die zuerst ihre Stücke bereit hatte, fing an. In der Kategorie «Bester Schluss» spielten die Gäste «In the Mood» von Glenn Miller. Einfallsreichtum bewiesen die Boons, als sie ein Medley aus berühmten Fernsehmelodien vortrugen, die vom «Tatort» bis zur «Muppet Show» reichten. «Bester Latinsong» wurde zwischen «Why Not» von Michel Camilo (von den Boons) und «La vida es un carnaval» von Celia Cruz (Fidelis) ausgefochten. In der Sparte «Swing» waren die Boons mit Gordon Goodwins «Count Bubba» am Start – die Rache folgte seitens der Fidelis mit «Count Bubba’s Revenge».

Nach jeder Session war das Publikum an der Reihe – mit blauen beziehungsweise roten Karten stimmte es für seinen Lieblingsauftritt. Dabei war sicher nicht immer nur die Musik entscheidend. Die Dirigenten Mens und Ambauen boten sich vor den Einstiegen lustige Wortgefechte und unterhielten die Menge so nicht nur musikalisch.

In der Kategorie «Romantischste Ballade» zeigten sich die Fidelis von ihrer ironischen Seite. Die Ballade «Careless Whis-per» von George Michael sollte eigentlich gemütlich verlaufen, hätte sich nicht einer der Musiker in einer Frauenperücke auf seine Kollegen gestürzt – vom Publikum gab es Gelächter, vom Richter Armando Füehler einen Strafpunkt wegen «Geschlechtsumwandlung auf der Bühne». Trotzdem reichte es für einen Gewinn. Der Schluss nach sechs Kategorien erfolgte wieder gemeinsam mit Carlos Santanas «Smooth» und «Sussudio» von Phil Collins.

Witz und Freude vor Konkurrenz

Die Niederlage schlug den Boons nicht zu sehr auf das Gemüt: «Es war für uns ein grosser Spass, und natürlich nimmt man es nicht so ernst», sagte Dirigent Stefan Mens, der seit zwei Jahren die Band leitet, nachdem er zuvor als Gitarrist ausgeholfen hatte. Während die Band selber schon zum siebten Mal eine solche Battle ausgetragen hat, war es für ihn als Dirigent ein Novum. «Es ist ein sehr lustiges Format, ungezwungener und spontaner als ein übliches Konzert.» Wobei die Spontaneität vor allem für die Dirigenten bei ihren Zankereien reserviert ist. «Klar ist die Stückwahl nicht absolut zufällig, wir haben unsere bewährten Noten für gewisse Kategorien und üben die Stücke.»

Eine Premiere war das Battlekonzept für die Gäste, wie Samuel Blättler von der Fidelis Bigband sagte: «Die Band hat sich stark eingesetzt, der Auftritt war für alle sehr unterhaltsam, und wir haben gleich gewonnen», sagte er erfreut.

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 28.01.2018, 16:22 Uhr

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