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Bilder finden neue Besitzer

Im Büecheler-Hus wechseln in diesen Tagen zahlreiche Kunstwerke den Besitzer. Denn dort findet die Kunstbörse Kloten statt, an der Kunstwerke gekauft,getauscht und bestaunt werden können.

Claude Schnadt hat die Kunstbörse organisiert. Er sagt: «Menschen, die für Kunst zugänglich sind, sind feinfühliger.»
Claude Schnadt hat die Kunstbörse organisiert. Er sagt: «Menschen, die für Kunst zugänglich sind, sind feinfühliger.»
Francisco Carrascosa
150 Bilder sind ausgestellt. Zur Verfügung stehen aber rund 200.
150 Bilder sind ausgestellt. Zur Verfügung stehen aber rund 200.
Francisco Carrascosa
Eine Vielfalt an Künstlern und Stilen, gegen die selbst das Kunsthaus in dieser Konzentration nur schwer ankommen kann.
Eine Vielfalt an Künstlern und Stilen, gegen die selbst das Kunsthaus in dieser Konzentration nur schwer ankommen kann.
Francisco Carrascosa
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Claude Schnadt, Organisator der Kunstbörse und Gründungs­präsident der Szene Kloten, ist müde, aber glücklich. Hinter ihm liegt eine anstrengende Vorbereitungszeit für die Durchführung der Veranstaltung.

Bis Samstagmittag hat er schon 13 Kunstwerke verkaufen können. Dabei geht es ihm aber nicht um den Verkauf als Geschäft. Wenn sich ein Besucher der Börse für ein Bild entscheidet oder anders gesagt das Bild einen neuen Besitzer findet, ist er einfach glücklich:

«Gerade gestern habe ich ein Bild verkauft von Hans Fitze. Damit sind drei Menschen glücklich geworden. Derjenige, der es verkaufen wollte, die Ausstellungsbesucherin und ich. Ich habe die Käuferin spontan umarmt, und wir haben Duzis gemacht.» Kunst macht ihm – wie er selbst sagt – «irrsinnig Freude».

Bilder in allen Preislagen

150 Bilder sind ausgestellt. Zur Verfügung stehen aber rund 200. Wenn eines verkauft ist, wird es durch ein anderes ersetzt, damit keine Lücken an den Wänden entstehen. In der aktuellen Ausstellung hat es Werke von bekannteren Namen wie zum Beispiel original signierte Lithografien von Christo, Bilder von Ro­sina Wachtmeister, Hans Fitze oder Itzchak Tarkay. Es gibt aber auch Werke von lokal ansässigen Künstlern wie Giovanni Huberzu bestaunen.

Kleinere Bilder sind sogar für unter 100 Franken zu haben, grössere Bilder kosten dann aber auch bis zu mehreren Tausend Franken. So wechselten Bilder von Fitze und Tarkay für 4000 und 6000 Franken den ­Besitzer. Die Mehrheit der Bilder ist aber im dreistelligen Franken­bereich zu haben. Ausstellungsmacher Claude Schnadt stellt aber klar: «Ich habe genauso Freude an Besuchern, die sich hier gratis an den Bildern erfreuen und nichts kaufen.»

Eine solche Vielfalt an Künstlern und Stilen sei auch im Kunsthaus nicht in dieser Konzentration zu finden. «Ich will, dass Kunst und Kultur auch in Kloten erlebt werden können. Und dabei soll und muss auch die bildende Kunst ihren Platz haben. Sonst rennen alle nach Zürich und Winterthur», erklärt Schnadt sein Engagement für die Szene Kloten.

Hotelzimmer nur mit Bild

Mittlerweile hat Schnadt bei sich zu Hause ein Zimmer zum Sammellager für den Grundstock der Börse umfunktioniert. Dort lagert er neben den Bildern, die er unter dem Jahr bei seinen Galeriebesuchen auf der ganzen Welt ankauft, auch seine 120 Swissair-Plakate, die er im Laufe der Jahre gesammelt hat. Wenn er auf Reisen ist, geht er dort immer auchin Museen und Galerien. Wichtig ist ihm die Kunst in allen Lebenslagen. «Wenn ich in einem Hotelzimmer bin und dort nicht mindestens ein Bild über dem Bett aufgehängt ist, fühle ich mich nicht wohl und kann nicht richtig schlafen.»

Zum dritten Mal organisiert Schnadt die Ausstellung zusammen mit Ursula Grissemann, auch sie eine Kunstliebhaberin. Sie habe eigentlich zu viele Bilder zu Hause, wie sie gerade jetzt feststellte, da sie sich für einen Umzug vorbereitet. Trotzdem meint sie: «Es ist eine Frage der Prioritäten. Wenn ich mich entscheiden muss, kaufe ich mir ­immer noch lieber ein Bild als neue Kleider.»

Einiges machen Schnadt und Grissemann zusammen. Aber das Aufhängen der Bilder müssen sie aufteilen. Künstler und Kunstliebhaber seien zu speziell und hätten eigene Vorstellungen,wie etwas aussehen müsse, sagt Schnadt. Die beiden haben offenbar aber doch einen guten Mittelweg gefunden. Jetzt sind die Wände voll mit Kunstwerken, ­bilden ein harmonisches Bild, und die zwei sind zufrieden. Beide können sich ein Leben ohne Kunst nicht vorstellen. Schnadt ist überzeugt: «Menschen, die für Kunst zugänglich sind, sind feinfühliger.»

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