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Biotope, so weit das Auge reicht

Ein Moorgebiet liegt in Wallisellen und nur wenige wissen von seiner Besonderheit. Die Mitglieder des Naturschutzvereins Kloten wollten den Ort genauer kennenlernen.

Der Neuen Winterthurerstrasse entlang und zwischen der Kriesbachstrasse und Im Langacker sowie an die A1 grenzend, liegen sechs Hektaren prächtigen Grüns. Dieses bietet eine beeindruckende Vielfalt an kleinen Biotopen. Dieses Naturschutz­gebiet «Moos» mit einem Hochmoor in seinem Zentrum nahm am Samstag der Naturschutzverein Kloten zum Ziel einer Exkursion. Der schöne Fleck Natur liegt inmitten von Gewerbezonen und Wohnsiedlungen und an einer der meistbefahrenen Strassen der Schweiz.

Torfmoos als Schlüsselpflanze

Die Führung übernahm der Botaniker und Vizepräsident des Naturschutzvereins Mittleres Glattal Lennart Petris. Seit über zwanzig Jahren pflegt er das Moorgebiet und hatte für die neun Besucher spannende Infos zu den Pflanzen, der Entstehung des Moors und einem Förder­projekt. Auf einem manchmal schwingenden Rasen, der die Feuchtigkeit unter der Oberfläche erahnen liess, ging es bei schönstem Sonnenwetter von Biotop zu Biotop.

Eine der wichtigsten Pflanzen ist das Torfmoos, das sich anfühlt wie ein zarter, feuchter Schwamm – und die Saugkraft ist denn auch seine wichtigste Eigenschaft. Da dem Hochmoor kein Grundwasser zur Verfügung steht, wird die Feuchte nur durch das Regenwasser erhalten – und für dessen Speicherung sorgt das Torfmoos mit seinen Wasserspeicherzellen.

«Früher kam das Torfmooswegen seiner Saugfähigkeit und antiseptischen Wirkung bei Wundbehandlung zum Einsatz und Naturvölker benutzten es als Windeln», erklärte Petris. Und zum Erstaunen der Teilnehmer: In einem Hochmoor wächst die Torfschicht jährlich um etwa 1 Millimeter. Seit der letzten Eiszeit vor 10 000 Jahren gerade mal zehn Meter.

Vielfalt an Pflanzen

Man begegnete der leicht rosigen Rosmarinheide, einem immergrünen, für das Hochmoor typischen Zwergstrauch, der roten Moosbeere, die für Marmelade und Säfte verwendet wird, sowie der mit der Heidelbeere verwandten Moorbeere.

Mit der Lupe sahen die Naturfans auch den Rundblättrigen Sonnentau, der mit seinen farbigen kleinen Tentakeln klebrige Sekrete absondert, um Insekten anzulocken, einzufangen und zu «verspeisen». Der im Teich vorkommende Wasserschlauch benutzt hingegen kleine grüne Fangbläschen, um Wasserflöhe darin zu fangen.

Herbstzeitlosensamen waren zu finden, das Pfeifengras und der Wassernabel, aber auch fast überall das ungeliebte Schilf, das der Naturschutzverein Mittleres Glattal – also Wallisellen und Opfikon – in Zusammenarbeit mit der Gemeinde regelmässig mit Mähen zu kontrollieren versucht.

Und Petris erläuterte auch die Unterstützungsmassnahmen für das Naturschutzgebiet: Damit das Hochmoor nicht nur erhalten, sondern auch gefördert wird, hat die Fachstelle Naturschutz Kanton Zürich ein Projekt ins Leben gerufen, um das Moorgebiet zu stabilisieren und seinen Lebensraum zu vergrössern. Dafür muss der Zufluss vom belastetem Wasser, das von den Randzonen ins Gebiet gelangt, verhindert werden. Unter anderem soll ein Randgraben da Abhilfe schaffen.

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