Flughafen

Brückenschlag zum Circle-Park auf unbestimmte Zeit verschoben

Die Planung einer neuen Fussgängerbrücke über die Flughafenautobahn wird vorläufig gestoppt. Der Klotener Stadtrat zieht den Antrag für einen Projektkredit zurück.

Die Planung einer Fussgängerbrücke (rot) über die Autobahn zum Butzenbüel (links) wird vorläufig ausgesetzt. Illustration: Gossweiler.com/ACS Partner

Die Planung einer Fussgängerbrücke (rot) über die Autobahn zum Butzenbüel (links) wird vorläufig ausgesetzt. Illustration: Gossweiler.com/ACS Partner

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Was gross angedacht wurde, erfährt einen Dämpfer. Eine Brücke vom Kiesplatz am Holberg, wo jeweils der Swissair-Flohmarkt und die Salto-Natale-Aufführungen stattfinden, hinüber zum neuen Circle-Park auf dem Butzenbüel am Flughafen wird so bald nicht gebaut werden. Wann und ob die ambitionierten Pläne der Stadt für eine direkte Fussgängerverbindung an jener Stelle verwirklicht werden, lässt sich aus heutiger Sicht nicht sagen. Klar ist, dass der Klotener Stadtrat die weitere Projektierung momentan auf Eis gelegt hat.

Gestern hat die Stadtregierung in einer offiziellen Mitteilung verkündet, dass man den Planungskredit zurückziehe. Im April dieses Jahres hatte die Klotener Exekutive dem Stadtparlament eben erst eine Summe von 325000 Franken zur Projektierung einer 3 Meter breiten Brückenverbindung über die Flughafenautobahn A51 beantragt.

«Zeit noch nicht reif»

Angedacht war, einen Gestaltungswettbewerb unter Architekturbüros zu veranstalten. Damit sollten kreative Vorschläge eingeholt werden. Im damaligen Antrag ans Parlament wünschte sich der Stadtrat auch durchaus auffällige, repräsentative Brückenentwürfe. Die bauliche Umsetzung dürfte gemäss offziellen Angaben zwischen 3 und 5 Millionen Franken kosten. Über so eine Summe können allerdings weder Stadtrat, noch Parlament allein befinden. Dieser Entscheid liegt letztlich beim Klotener Stimmvolk und müsste in einer Urnenabstimmung gefällt werden. Doch so weit ist man noch lange nicht.

Zumindest um ein Jahr wird das Vorhaben nun verzögert. So steht es in der stadträtlichen Mitteilung. Bauvorsteher Roger Isler (FDP) bestätigt den einstweiligen Rückzug des Planungskredits. «Die Zeit ist momentan noch nicht reif», sagt er. Es sei jetzt einfach viel zu viel los und daher noch nicht absehbar, wie sich die Nutzung der Verkehrswege zwischen Klotens Stadtzentrum und dem Flughafenkopf entwickeln könnte. Dabei meint Isler freilich nicht den motorisierten Verkehr, sondern die möglichen Velo- und Fussgängerrouten im betreffenden Gebiet.

Eine Brücke gibts sowieso

Ganz entscheidend werde auch sein, sagt Isler, wie die Glattalbahn von der heutigen Endschlaufe bei der Fracht über die Autobahn ins Stadtzentrum von Kloten geführt werde. Die konkrete Projektierung hierfür hat ebenfalls begonnen, liegt allerdings in der Zuständigkeit des Kantons zusammen mit den Verkehrsbetrieben Glattal (VBG). Da nicht nur eine neue Brücke fürs Tram, sondern auch für Fussgänger und Velofahrer im selben Projekt enthalten seien, stelle sich die Frage, ob es da nur ein paar Meter weiter noch eine weitere Fussgängerbrücke brauche.

Ob eine solche Direktverbindung zum Butzenbüel, wo nächstes Jahr der Circle-Park eröffnet wird, überhaupt ein Bedürfnis darstellt, ist auch noch nicht restlos geklärt. Das sind Fragen, die man sich auch in der parlamentarischen Geschäfts- und Rechnungsprüfungskommission (GRPK) stellt. Zumal der zusätzliche Brückenschlag ein «Stadttor zur Flughafenstadt» mit erst noch «hohem symbolischem Wert» werden sollte, was letztlich von der Stadt Kloten allein finanziert werden müsste.

GRPK-Präsident Pascal Walt (CVP) weilt momentan in den Ferien und hat vom Rückzug des Planungskredites über 325000 Franken noch nichts gewusst. «Wir haben das Geschäft noch nicht abschliessend behandelt», räumte er gestern auf Anfrage ein. «Es gibt daher auch noch keine Empfehlung ans Parlament.»

Kritische Stimmen

Walt lässt durchblicken, dass es durchaus kritische Stimmen gibt innerhalb der neunköpfigen Kommission. «Drei bis fünf Millionen für eine solche Brücke sind schon eine stolze Summe.» Letztlich handle es sich um ein «Nice-to-have»-Projekt, womit der GRPK-Präsident fast schon geflügelte Worte benutzt. Dieselbe Ausdrucksweise hörte man während so mancher Budgetdebatte des Klotener Stadtparlaments, wenn es in den letzten Jahren um die Beurteilung von sinnvollen und weniger sinnvollen Ausgaben der Stadt ging. Oft wurden Projekte so zwar als «interessant, aber unnötig» abgestempelt.

So weit will Klotens Bauvorsteher Roger Isler nicht gehen. Es sei einfach noch zu früh, um abschätzen zu können, ob und wie sich der weitere Aufwand für eine Fussgängerbrücke zum Circle-Park rechtfertige. Die Stadtregierung wolle sich dafür Zeit lassen und lieber später darüber befinden, als jetzt zu riskieren, dass das Parlament die Idee möglicherweise schon im Planungsstadium versenkt.

Erstellt: 26.09.2019, 17:45 Uhr

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