Hochfelden

Buben führen temporäre Beiz für einen guten Zweck

Der zehnjährige Joël Comtesse aus Hochfelden hat für eine Woche zu Hause eine Besenbeiz geführt. Den ­Erlös von 1250 Franken spendet er der Stiftung Theodora, die Spitalclowns ausbildet.

Joël (rechts) und Nicolas Comtesse hatten Spass, eine Woche lang eine Besenbeiz zu führen.

Joël (rechts) und Nicolas Comtesse hatten Spass, eine Woche lang eine Besenbeiz zu führen. Bild: bst

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Dass Joël Comtesse die Gastgeberrolle liebt, spürt die Besucherin sofort: Sie wird vom Zehnjährigen ins Haus gebeten, an den Esstisch platziert und gefragt, was sie trinken möchte. «Er will alles perfekt machen», sagt seine Mutter Carmen Comtesse.Die Idee, eine Besenbeiz zu eröffnen, kam bei einem Besuch von Bekannten auf.

Joël war sofort davon begeistert und setzte alles daran, das Vorhaben zu realisieren. Die Bedingung seiner Eltern war, dass er den Erlös aus seiner temporären Wirtschaft – Jojo’s Besenbeiz – an eine wohltätige Organisation spendet. Und da Joël die Spitalclowns der Stiftung Theodora (siehe Kasten) von zwei Aufenthalten im Kinderspital her kennt, stand rasch fest, wer den Gewinn erhalten würde. Es wurde entschieden, die Besenbeiz im elterlichen ­Garten und auf dem Sitzplatz aufzuziehen.

Viel Unterstützungvon Gemeinde und Schule

Auch die Gemeinde Hochfelden war vom Projekt angetan und unterstützte die Familie Com­tesse dabei, die nötigen Bewilligungen einzuholen. Die Primarschule Hochfelden trug ebenfalls ihren Teil zum Gelingen der Besenbeiz bei, in dem sie Joël in der betreffenden Woche nachmittags frei gab, damit er Wähen und Kuchen backen, Tische decken, Getränke bereitstellen und vieles mehr vorbereiten konnte. Der Getränkelieferant Wemag offerierte die Festbankgarnituren sowie die Kühlschränke.

Zwischen dem 11. und 16. Juli war dann Jojo’s Besenbeiz jeweils von 17 bis 20 Uhr, am Samstag noch zwei Stunden länger, geöffnet. Obwohl das Wetter nicht ­mitspielte und es häufig regnete, wurden rund 200 Gäste bewirtet und verpflegt.

Ganze Familie packte mit an

Joëls Zwillingsbruder Nicolas half ebenfalls tatkräftig mit und stellte in der Küche einen Tomaten-Mozzarella-Spiess nach dem andern her. Vater Pascal fungierte als Grillmeister, und Mutter Carmen übernahm die Rolle als Küchenhelferin. Es galt, Melonenschnitze und Eisbecher vorzubereiten, Wähen- und Kuchenstücke zu schneiden und Getränke auszuschenken. «Ich war so kaputt danach», erinnert sich Joël an die harte Arbeit als Beizer zurück.

Doch der Aufwand hat sich gelohnt. Einerseits hat der Viertklässler viel über das Organisieren, Planen und Durchführen einer Besenbeiz erfahren, andererseits können der Stiftung Theodora stolze 1250 Franken überwiesen werden. In der Summe enthalten ist auch die Hälfte des Trinkgelds, das die beiden Buben erhalten haben.

Erstellt: 24.08.2016, 15:54 Uhr

STIFTUNG THEODORA

Die Stiftung Theodora verfolgt seit 1993 das Ziel, das Leiden von Kindern im Spital und in Institutionen durch Freude und Lachen zu lindern. Heute organisiert und finanziert die Stiftung jede ­Woche den Besuch von 70 Profi- Artisten – den Traumdoktoren – in 35 Spitälern und 22 Institutionen für Kinder mit Behinderung der Schweiz.
Alleine im vergangenen Jahr 2015 schenkten diese lustigen, zauberhaften Figuren auf rund 100 000 Kinderbesuchen Lachen und viele schöne Momente des Glücks.

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