Rümlang

Bühne frei für das Schauspiel der Planeten

Die längste totale Mondfinsternis dieses Jahrhunderts lockte am Freitagabend viele zur Sternwarte Rümlang. Neben diesem Ereignis waren vier Planeten zu sehen, mit einem besonderen Wetterphänomen auf dem Mars.

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Rund 300 Personen waren gegen 21 Uhr auf die Felder rund um die Rümlanger Sternwarte Rotgrueb gekommen. Einige machten es sich auf Decken bequem, fast alle hatten kleine Feldstecher dabei, andere grosse Fotoapparate und natürlich waren auch ein paar Teleskope gen Himmel gerichtet – und das in verschiedene Richtungen.

Denn die totale Mondfinsternis der Dauer von 103 Minuten war nicht das einzig Besondere am Himmel; mehrere Planeten waren mit blossem Auge als Punkte erkennbar und durchs Teleskop deutlich zu sehen.

Mehrere Besonderheiten

«Das ist sehr selten; an einem einzigen Abend sehen wir Venus, Jupiter, Saturn, Mars und eine so lange Mondfinsternis, dann gibt es erst noch schönes Wetter», freute sich der Präsident des Vereins Sternwarte Rotgrueb Rümlang, Heinz Rauch. «So etwas werden wir wohl nicht wieder erleben.»

Und er erspähte am Himmel gleich noch eine Besonderheit: Die Internationale Raumstation auf ihrer 90-minütigen Erdumkreisung vom Westen nach Osten war als weisser, sich schnell bewegender Punkt klar erkennbar.

Den Mond mit dem Teleskop bewundern

Doch zurück zur Mondfinsternis. Zu dieser kommt es, wenn die Erde auf ihrer Bahn in einer Ebene zwischen Sonne und Mond gerät. Vom Sonnenlicht, das durch die Erdatmosphäre hindurchscheint, kommt beim Mond nur der rote Lichtanteil an – der Mond nimmt einen braun-kupferähnlichen Farbton an. Im Kernschatten der Erde befand sich der Mond am Freitag ab 21.30 Uhr. Die Totalität dauerte 103 Minuten. Im Innern der Sternwarte, konnte man dies an riesigen Teleskopen bewundern.

Ernst Strüby, Demonstrator der Sternwarte, nahm sein privates Celestron Teleskop mit und tauschte sich mit dem pensionierten Astrophysiker Michael Perrenoud aus Wettingen aus, wobei dieser bescheiden sagte: «Für mich ist dieses Ereignis genauso Amateursache wie für andere. Ich habe mit Plasmaphysik der Sonne zu tun gehabt.»

Ernst Stütz aus Rümlang hatte seine Kamera dabei und schoss mit dem 400 Millimeter Teleobjektiv Mondbilder. «Es ist wirklich besonders. 2011 hatten wir eine ähnliche Mondfinsternis, und ich konnte auf dem Rückweg von Rumänien in Österreich schöne Fotos schiessen.»

Galaxie-App zur Orientierung

Roland Jezer aus Glattbrugg hatte eine hilfreiche App zur Hand, durch die er die Himmelskörper wie im All sehen konnte, wenn er sein Mobiltelefon zum Himmel hielt. Einige, die ihn damit sahen, erkundigten sich gleich nach dem Namen: Sky View Lite.

«Wenn ich zuhause die Sterne anschaue, interessiert es mich, was wo ist. Die App, zeigt es genau an.» Durch ein Teleskop war der Mond dann eindrücklich als abgeflachter weisser Rundkörper mit einem weissen Ring sichtbar.

Sandsturm auf dem Mars

Auf einen guten Blick auf den Mars, der unterhalb des Mondes stand, warteten auch viele, doch der machte nicht mit. Demonstrator Beat Meier erklärte in der Sternwarte, warum er durch das Teleskop nur wie eine strukturlose Scheibe wirkte. «Man sieht dort gar nichts, und das liegt daran, dass auf dem Mars ein riesiger Standsturm wütet.»

Alles sei seit einem Monat bedeckt. Das könne noch Wochen dauern. «Die NASA hat gemeldet, dass sie vom Mondrover, der seit 2004 dort rumfährt nichts mehr gehört hat», wusste Meier. Der fahrbare Roboter stehe nun irgendwo still, weil er kein Sonnenlicht bekomme und somit mit den Solarzellen seine Batterien nicht aufladen könne. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 29.07.2018, 16:18 Uhr

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