Bülach

Bülach erhält doch keine Eventhalle

Auf dem Areal des ehemaligen Sprengstofflagers wollten mehrere junge Leute einen neuen Bülacher Kulturort erschaffen. Doch das Projekt ist gescheitert. Denn das Areal liegt in der Landwirtschaftszone.

Wo einst Kunststoffe und Sprengstoffe hergestellt wurden, sollte eine Eventhalle für Partys, Konzerte und andere kulturelle Anlässe entstehen. Doch die Pläne sind vorerst gescheitert. Die Lage des Areals in der Landwirtschaftszone lässt Umbauten nicht zu.

Wo einst Kunststoffe und Sprengstoffe hergestellt wurden, sollte eine Eventhalle für Partys, Konzerte und andere kulturelle Anlässe entstehen. Doch die Pläne sind vorerst gescheitert. Die Lage des Areals in der Landwirtschaftszone lässt Umbauten nicht zu. Bild: Archiv / Madeleine Schoder

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Mit diesem Projekt wollte sich Michael Güttinnger einen lang ersehnten Traum erfüllen: Eine Eventhalle in den alten Fabrikmauern des ehemaligen Sprengstofflagers an der Glatt. Gemeinsam mit drei Kollegen gründete er dazu einen Verein und mietete sich in das Areal im Herrenwis ein.

Die jungen Männer hatten Grosses vor: Ein neues Kulturzentrum für Bülach mit vielseitigen Angeboten für junge Erwachsene und Junggebliebene. Konzerte, Partys, Bühnenprogramme, Degustationen, Kunstaus-stellungen und Sportübertrag-ungen hätten das stillgelegte Fablikgelände beleben sollen. Im Sommer hätten sich Wanderer und Velofahrer im Freien in einer Gartenwirtschaft stärken können und im Winter hätte sich jeweils ein alter Flughafenbus in ein Raclettestübli verwandelt.

Um diese Pläne zu verwirklichen wollte Güttinger eine Halle, die derzeit als Lagerraum, Übungsraum für Musiker und als Atelier für Künstler genutzt wird, in eine grosse Eventhalle mit Bühne, Backstagerbereich, Bar und Lounge umbauen lassen. Dazu reichte er letzten Sommer ein Baugesuch bei der Stadt ein. Die Kosten für Umbau und Betrieb hätte der Verein selbst getragen.

Areal liegt in der falschen Zone

Doch der Traum scheint geplatzt. Denn: «Das Gelände liegt in der Landwirtschaftszone. Umbauten sind nicht gestattet. Wir dürfen auf dem Areal gar nichts verändern», erklärt Güttinger. Das Baugesuch sei daher abgelehnt worden. Offizielle Anlässe wird es damit auf dem Industrieareal nicht geben. Nur Anlässe im privaten Rahmen seien erlaubt, führt der Veranstalter aus.

Dies wolle er in nächster Zeit verfolgen. Im Sommer sei etwa eine Hochzeitsfeier auf dem Areal geplant. Auch eine Art Vereinszentrum wäre möglich.

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Doch Güttinger will die Hoffnung nicht aufgeben, dass das Areal im nördlichen Zipfel der Stadt doch noch irgendwann in Gewerbeland umgezont werden könnte. Auch wenn es vielleicht ein Wunschtraum bleibt. Von seinem Konzept ist er nach wie vor überzeugt. Nicht nur wegen den alten Mauern und weil dort viele Künstler arbeiten. Die Lage auf der von Wald umgebenen Parzelle neben der Glatt sei absolut ideal, um im Grünen abzuschalten, schwärmt er.

Bereits eine Besenbeiz an dieser Lage hätte garantiert Erfolg, ist der Veranstalter überzeugt. «Alleine dieses Wochenende kamen wieder hunderte Spaziergänger, Velofahrer und Wanderer an dem Areal vorbei», erklärt er. Zudem sei es in Bülach immer schwieriger, einen geeigneten Veranstaltungsort zu finden. Wohn- und Gewerbequartiere würden immer näher zusammenrücken. «Wenn nun auch noch tausende Wohnungen in Bülach Nord gebaut werden, dann wird es auch für bestehende Clubs wie dem Wooz eng werden», prophezeiht er. Dem gegenüber seien auf dem abgelegenen Areal des Sprengstofflagers keine Lärmklagen zu befürchten.

Auch für Mobilitätsfragen hatte sich Güttinger eine Lösung ausgedacht. Bei Grossveranstaltungnen wären Shuttlebusse im Einsatz gewesen. Gegen den negativen Entscheid will er nicht vorgehen. Vielleicht werde er jedoch eines Tages wieder einmal ein Baugesuch einreichen, verrät er. Dem 31-jährigen Glattfelder und Vater eines Sohnes geht in der Zwischenzeit die Arbeit nicht aus. Beruflich ist er mit seiner Cateringnfirma viel unterwegs. Auch am Büli-Fäscht Ende August wird der umtriebige Unternehmer eine Festwirtschaft mit Live-Musik auf die Beine stellen.

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 13.03.2017, 17:28 Uhr

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