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Chancen auf Schulpreis sind intakt

Vier Delegationen von Schulen aus dem Unterland reisen am 13. Dezember nach Bern, weil sie auf den Schweizer Schulpreis hoffen. In Dietlikon herrschte gestern besondere Aufregung.

Wie die Schule Dietlikon Kompetenzen fördert, wird auch filmisch festgehalten.
Wie die Schule Dietlikon Kompetenzen fördert, wird auch filmisch festgehalten.
Sibylle Ratz

Am 13. Dezember werden zahl­reiche Kinder und Lehrpersonen nach Bern fahren. Dort wird an der Pädagogischen Hochschule der diesjährige Schweizer Schulpreis vergeben, mit dem überdurchschnittliches Engagement ausgezeichnet wird. In die Endausscheidung haben es insgesamt zwölf Schulen geschafft, von denen die Hälfte je 20 000 Franken erhalten wird.

Das Unterland ist dieses Jahr mit vier Schulen ausserordentlich gut vertreten: In die End­runde gekommen sind die Primarschule Otelfingen sowie die Primar- und Oberstufenschule von Niederhasli, Niederglatt und Oberglatt, deren Projekte der ZU bereits im Oktober vorgestellt hat. Auf einen Preis dürfen zudem die Regensdorfer Primarschule Ruggenacher 1 sowie die Gesamtschule Dietlikon hoffen.

Aufregung wegen Kamera

In Dietlikon war gestern die Aufregung gross. Denn in den Schulzimmern war ein Filmteam des Vereins Schweizer Schulpreis unterwegs. Die Spannung bei den Schülerinnen und Schülern war fast greifbar. Reto Valsecchi, Schulleiter der Sekundarschule Hüenerweid und Koordinator der Gesamtschule Dietlikon, wirkte beim Interview zwar ruhig. Umso mehr wuselte es in den Klassen, bei denen das Filmteam hereinschaute.

Die Schule Dietlikon hatte sich wegen ihres speziellen pädago­gischen Konzepts um den Preis beworben. Dieses stellt die Förderung von Kompetenzen in den Vordergrund. Die Schule hat damit bereits vorweggenommen, was in den nächsten Jahren mit dem Lehrplan 21 im ganzen Kanton etabliert werden soll. Speziell ist in Dietlikon zudem, dass alle drei Schuleinheiten eng zusammenarbeiten: Kindergarten und Primarschule Fadacher und Dorf sowie die Sekundarschule Hüenerweid.

«In den letzten Jahren sind ­viele neue Herausforderungen wie etwa Smartphones und Social Media dazugekommen», sagt Valsecchi. Und die Digitalisierung schreite voran. «Die Kinder müssen in Zukunft Probleme lösen können, von denen wir heute noch gar nichts wissen.»

Deshalb fördere die Schule Dietlikon bereits vom Kindergarten an Kompetenzen wie Eigenverantwortung und soziale Fähigkeiten. «Kinder sollen bereit sein, auch später immer wieder Neues zu lernen und mit neuen Situationen umzugehen.»

Dietlikon hat bereits 1997 Schulleitungen eingeführt, als diese noch nicht obligatorisch waren. Diese Pionierrolle trug ebenfalls dazu bei, dass es die Schule in die Endrunde für den Schulpreis geschafft hat.

Sprache und Beziehung

In Regensdorf dagegen verfolgt man einen etwas anderen Ansatz. Kinder aus bildungsfernen Schichten und anderen Kulturen machen hier einen hohen Anteil aus. Deshalb legt das Lehrerteam des Ruggenacher 1 den Fokus auf die Sprachförderung sowie tragfähige Beziehungen zwischen Lehrpersonen und Kindern. «Mit dieser Kombination wollen wir den Lernerfolg verbessern», sagt Schulleiter Urs Meier.

Das «Ruggi 1» trat bereits 2001 dem Programm Quims (Qualität in multikulturellen Schulen) bei, mit dem der Kanton Zürich die Sprache und die soziale Integration fördern will. Ist die Teilnahme für Schulen mit einem gewissen Anteil Fremdsprachiger heute obligatorisch, so hat sich das Ruggenacher 1 freiwillig dafür entschieden. «Wir sehen darin eine grosse Chance», sagt Meier.

Kaum mehr Frontalunterricht

Vor drei Jahren kam die Beteiligung am Projekt Fokus starke Lernbeziehungen hinzu, das die Anzahl Unterrichtender pro Klasse reduzieren will. Statt diverser Therapeuten ist heute etwa in der Hälfte der Lektionen eine zweite Klassenlehrperson zugegen, die mit Kindern verschiedener Leistungsniveaus in Gruppen arbeitet. «Damit wirdie Ressourcen der beiden Lehrpersonen optimal nutzen können, gibt es bei uns fast keinen Frontalunterricht mehr», erklärt Meier. «Wir arbeiten stark indi­vidualisiert.»

Die Lehrpersonen bilden sich in ihren Schwerpunktthemen stetig und gezielt weiter. Um auch die Eltern einzubinden, bieten sie etwa siebenmal pro Jahr Kurse an, in denen zum Beispiel die ­geeignete Unterstützung bei den Hausaufgaben thematisiert wird. Kleinkinder werden währenddessen betreut.

Ob die Schule mit diesen Massnahmen tatsächlich bessere Lernerfolge erzielt, ist noch nicht sicher. «Es ist zu früh für ein Fazit», sagt Schulleiter Meier. Bereits klar ist aber, wofür man das Preisgeld einsetzen will, sollte der schöne Betrag denn tatsächlich eintreffen: für die Aufwertung des Pausenplatzes.

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