Bülach

Computerspiele halten bei auch Senioren die Hirnzellen fit

Eugen Stierli führte rund 50 Damen und Herren in die Welt der Computerspiele ein.

Referent Eugen Stierli erklärt den Anwesenden die Welt der Computer.

Referent Eugen Stierli erklärt den Anwesenden die Welt der Computer. Bild: PD

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

«Zugegeben, Suchtpotential ist vorhanden», räumt Referent Eugen Stierli gleich zu Beginn ein. «Man muss schleunigst den Rechner runterfahren, wenn man merkt, dass es zu viel wird», betont der 73-jährige. Seit fünf Jahren engagiert sich der Höremer für die Computeria Regio Bülach. Vor seiner Pensionierung entwickelte er Software für betriebswirtschaftliche Systeme. «Das Wissen habe ich schon. Aber um vor die Leute zu treten, muss ich eine ähnliche Hemmschwelle überwinden wie die Senioren, die sich zum ersten Mal an einen Computer setzen», sagt Stierli.

Vorteile virtueller Spiele

Für den Höremer ist der Computer das Tor zur Welt. «Er bietet unerschöpfliche Möglichkeiten, Vorteile und Inspiration. Gerade für die ältere Generation.» Forscher haben herausgefunden, dass Spiele mit Tastatur und Maus die grauen Zellen fit halten und sogar einer Altersdepression vorbeugen können. Beim Entdecken der neuen Spielewelt sind die Senioren dann aber oft alleine. Ihren Angehörigen fehlt Zeit und Musse. Und genau in diese Bresche springt die Computeria Regio Bülach.

Im Saal des reformierten Kirchgemeindehauses stellt Eugen Stierli am Donnerstagabend als erstes das Denkspiel Nonogramm auf Grossleinwand vor. Und auch für das zweite Spiel, das Memory, braucht es Gedächtnisleistung. «Man kann diese Spiele genauso gut auf dem Papier oder auf einem Brett spielen», flüstert eine Dame ihrem Begleiter ins Ohr. Im Laufe des Abends merkt sie aber, dass das virtuelle Spiel Vorteile hat. So ist sie zum Beispiel auf keinen Mitspieler angewiesen. Sie kann Pause machen und später weiterspielen. Sie spielt mit und gegen den Bildschirm. Und weil die Übung den Meister macht, kann sie getrost verlieren ohne ihr Gesicht zu verlieren.

Fast wie ein Jungbrunnen

Später, als Eugen Stierli dann die «richtigen» Games auspackt, steigt die Stimmung im Saal. Jetzt schlägt die Stunde der animierten Spiele, die lustig sind, mehr Geschicklichkeit als Wissen erfordern und auch den Faktor Glück beinhalten. Bei «Fish Need Water» rufen die Herrschaften Tipps nach vorne. In Hochstimmung schubsen sie ihren Sitznachbarn an, um ihn auf ein Detail aufmerksam zu machen. Es wird gelacht und getobt. Es scheint fast so, als habe man die Senioren in einen Jungbrunnen getaucht.

Während zwei Stunden lernen die Gäste rund ein Dutzend Computerspiele kennen. «Zuhause lade ich die Spiele für mich und alle Menschen mit denen ich zu tun habe, herunter», sagt Zuhörerin Annelies Roncari. Die Hochfelderin ist als pensionierte Aktivierungsfachfrau immer noch aktiv als Gedächtnistrainerin unterwegs. Aus ihrer täglichen Arbeit weiss sie, wie wichtig die Fitness der Gehirnzellen fürs Wohlbefinden ist. Doch sie relativiert: «Spiele in denen geschossen wird, habe ich nicht so gern.»

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 08.02.2019, 21:00 Uhr

Infobox

Auf www.computeria-regio-buelach.ch findet man das Angebot der Computeria Regio Bülach. Hier kann man auch gratis alle Spiele herunterladen. Man findet den Link dazu auf «Home», «Vortrag Computerspiele», «weitere Informationen finden Sie hier». Auf «hier» klicken und schon kann das Spiel beginnen.

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zuonline.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 854 82 14. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Bonus-Angebote

Bonus-Angebote

Alle Bonus-Angebote im Überblick.