Dällikon

Dälliker Stipendiatin denkt vernetzt

Die junge Dällikerin Céline Spillmann erhielt dieses Jahr das Exzellenz-stipendium der Werner Siemens-Stiftung. Dahinter stecken viel Fleiss, grosser Wissensdurst und vor allem der Wunsch nach fächerübergreifendem Arbeiten und vernetztem Denken.

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Die in Dällikon wohnhafte und aufgewachsene Céline Spillmann hat schon einiges an Fachwissen in ihrem Rucksack. Sie besitzt den Master in Rechtswissenschaften und in Informatik sowie einen Bachelor in Wirtschaftswissenschaften und ihr Wissensdurst ist noch nicht gestillt. Damit das Praktische nicht zu kurz kommt und um Geld zu verdienen, hat Spillmann neben ihren Studien immer wieder Teilzeit gearbeitet, unter anderem als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität St. Gallen, auf dem Rechtsdienst einer Bank und als Model. Jetzt nimmt sie ein weiteres Studium in Angriff: Ziel ist der Master in Statistik an der ETH Zürich mit dem Schwerpunkt Data Science.

Dank des Jahresstipendiums der Werner Siemens-Stiftung in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Studienstiftung kann sie sich 100 Prozent aufs Studium konzentrieren. Ein Exzellenzstipendium wird an engagierte Studierende mit Bestnoten verliehen. Céline Spillmann weist also eine hervorragende akademische Leistung vor und ist bereit, sich für die Vermittlung und Förderung der MINT-Fachbereiche (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) in der Gesellschaft zu engagieren.

Interdisziplinäre Schnittstellen sind wichtig

Spillmann begann 2011 mit dem Rechtsstudium und merkte bald, dass ihr das zu einseitig war. «Bei meiner Arbeit auf der Bank wurde dann mein Interesse für die Wirtschaft geweckt, isch begann parallel dazu Volkswirtschaftslehre zu studieren.» Dort entdeckte sie die Informatik. «Das war so spannend, dass ich beschloss, im Anschluss an mein Jus-Studium den Master in Informatik zu machen.» Das Faszinierende sei für sie das Interdisziplinäre. «Die Schnittstellen zwischen Recht, Informatik und Wirtschaft werden heute immer wichtiger. Aber oft versteht der Jurist die Sprache des Informatikers nicht und umgekehrt.»

«Die Schnittstellen zwischen Recht, Informatik und Wirtschaft werden heute immer wichtiger. Aber oft versteht der Jurist die Sprache des Informatikers nicht und umgekehrt.» Céline Spillmann

Wie wichtig diese Zusammenarbeit ist, zeigte Spillmann in ihrer Masterarbeit in Informatik auf. Darin geht es um die Möglichkeit von Prämienverbilligungen aufgrund von Gesundheitsdaten, die beispielsweise mit Fitnesstrackern den Krankenkassen übermittelt werden. Die Versicherten liefern ihre Daten und erhalten, wenn bestimmte Gesundheitsvorgaben erreicht sind, Bonuspunkte. Dabei untersuchte Spillmann, wie die Rechtslage aussieht, was mit den Daten geschieht und ob dieses Vorgehen der Krankenkassen ethisch überhaupt vertretbar ist.

Engagiert auch ausserhalb des Studiums

Spillmann gibt Entwarnung für die Schweiz, aber ihr nächstes Forschungsprojekt ist auch für under Land aktuell. Nach dem Statistikstudium plant sie eine Doktorarbeit über Algorithmen im Wettbewerbsrecht.

Es geht um Preisabsprachen durch Softwaresysteme. Wenn also Programme automatisiert im Internet Preise diverser Anbieter vergleichen und beeinflussen und es so zu unerlaubten Preisabsprachen kommt, wer steht dann vor der Wettbewerbskommission – die Software? Solche Fälle gibt es bereits in den USA und in Europa. Die Arbeit wird der Wissenschaftlerin also nicht ausgehen.

In ihrer Freizeit engagiert sich Spillmann unter anderem als Mitorganisatorin von Konferenzen und als Mentorin für MINT-Studentinnen . Zudem ist sie bei Foodsharing aktiv, einer Organisation die sich gegen Lebensmittelverschwendung einsetzt.

Auf politischer Ebene unterstützt Céline Spillmann als überzeugte Veganerin die Massentierhaltungsinitiative, für die sie aktuell beim Unterschriftensammeln mithilft. Als Ausgleich spielt sie gerne Klavier und geht mit Freunden auf dem Zürichsee rudern. Für ihre berufliche Zukunft könnte sich Spillmann vorstellen, in Richtung Akademie oder eigenem Start-up zu gehen. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 22.08.2018, 16:54 Uhr

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