Hüntwangen

Das Festival «Vision» feiert sein Comeback

16 Jahre lang war die «Vision» schweizweit die populärste Electronica-Party im Freien. Nun kommt das Festival nach acht Jahren Pause ins Amphitheater Hüntwangen.

Die Ränge des Hüntwanger Amphitheaters werden sich an der «Vision» mit Tausenden Musikfans füllen.

Die Ränge des Hüntwanger Amphitheaters werden sich an der «Vision» mit Tausenden Musikfans füllen. Bild: David Baer / ZU-Archiv

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Die «Vision» steht laut eigenen Angaben für Liebe, Toleranz und elektronische Tanzmusik. Doch sie ist mehr als das: Laut dem Fachmagazin Groove zählte das Festival zu den bedeutendsten Europas. Die «Vision» ist der Pionier-Event unter den Openairs für elektronische Musik auf dem gesamten europäischen Festland – und holte zu seinen erfolgreichen Zeiten bis zu 7000 Musikfans ab. Wer sich also in den Neunzigerjahren mit Electro, Rave und Techno befasste, war hier stets am richtigen Ort.

1992 fand das Festival erstmals statt, von einem Freiluftanlass konnte damals aber noch keine Rede sein: Die «Vision» wurde ohne Bewilligung in einer stillgelegten Kugellagerfabrik in Zürich durchgeführt, 1993 ging es in eine Kiesgrube irgendwo zwischen Zürich und Schaffhausen. Später suchte die Gründerin Leila Benaissa exklusive Kulissen in den Schweizer Bergen aus: auf der Seebodenalp beispielsweise, in Engelberg, auf der Herrenrütialp im hinteren Teil des Engelbergertales oder auch in Sigriswil oberhalb des Thunersees.

Dort sollte 2011 dann auch das letzte Vision-Festival stattfinden; danach fanden die Macher keinen adäquaten Veranstaltungsort mehr, wie in Berichten von damals nachzulesen ist.

Wiedererwachen unter neuer Organisation

Nun ist es nach acht Jahren Pause wieder soweit, und zwar im Zürcher Unterland – erstmals nicht auf einem Berg, sondern im Hüntwanger Amphitheater. Auf Freitag, 26. Juli, ist die nächste «Vision» angekündigt. Neu ist nicht nur die Location, sondern auch die Organisation: Leila Bernaissa übergibt das Zepter an Adrian Wöllhaf, auch bekannt als DJ Adrian Flavor von Animal Trainer, der bereits damals Teil der «Vision»-Crew war. «Ich bin sehr froh, das Projekt nun in guten und zuverlässigen Händen zu wissen, die den Geist der ‹Vision› mittragen», sagt Bernaissa, die sich nach über 25 Jahren als Veranstalterin anderen Aufgaben widmen will. So übernimmt Wöllhaf zusammen mit Samuel Gmür, Luke Dyer-Smith und Christian Hertach von Rakete die Organisation des Openairs.

Sie lehnen das musikalische Programm jedoch an den Festivals der Neunziger- und frühen Tausenderjahre an: So darf Sven Väth, «Vision»-Resident seit der zweiten Ausgabe, nicht fehlen. Der deutsche DJ startete seine Karriere mit der Single «Electrica Salsa» und mauserte sich bald zu einem der berühmtesten Electro-DJs des Landes. Er gründete ausserdem sein eigenes Label, und ihm gehörte der Club «Omen» in Frankfurt – eine der wichtigsten Geburtsstätten des deutschen Techno.

Nebst Sven Väth stehen mitunter die folgenden Techno- und House-Namen auf dem Programm: Stephan Bodzin, andhim, Andrea Oliva, Acid Pauli, Monolink, HOVB, Be Svendsen, Manon (auch sie eine jahrelange «Vision»-Resident-DJ), Madmotormiquel, Animal Trainer, Jimi Jules und Ezikiel.

Facebook: 1000 Zusagen und 6300 Interessierte

Fraglich wird höchstens, ob das Festival nach acht Jahren Pause an den Erfolg von damals wird anknüpfen können. Immerhin haben sich im Facebook-Netzwerk schon knapp 6300 Personen «interessiert» gezeigt, und über 1000 Personen haben bereits ihre Teilnahme zugesagt. Techno und Electro, eine Bar, ein Cashpoint und sogar zwei grosse Zelte, die Schutz vor Regen und Sonne bieten: Die «Vision» hat wieder fast alles auf dem Programm, was unter dem Namen Festival abläuft. Und traut man den Wettervorhersagen (etwa von wetter.com), dürfen die Openairbesucherinnen und -besucher mit viel Sonne und Temperaturen bis zu 34 Grad rechnen.

Nur duschen und schlafen kann man auf dem Gelände laut den Veranstaltern nicht. Auf dem Internetauftritt verweisen sie auf den TCS Campingplatz in Flaach sowie auf einige Hotels in der näheren Umgebung. Allerdings finden in Zürich am Freitag und am Samstagabend auch After Parties statt, und ein Extrazug bringt die tanzfreudige Meute direkt vor die Clubtüren. Schlaf dürfte also an diesem Wochenende so oder so etwas kurz kommen – eben so, wie es die «Vision» immer versprochen hat.

Das Vision Festival findet vom Freitag, 26. Juli, ab 16 Uhr bis Samstag, 27. Juli, um Mitternacht im Amphitheater Hüntwangen statt. Alle Infos zu Tickets, Anreise etc. gibt es hier.

Erstellt: 16.07.2019, 17:30 Uhr

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