Volleyball

Neuer Trainer für den VBC Züri Unterland

Die Wege des VBC Züri Unterland und Mahmoud Dorahs als Trainer des Männerteams des Vereins haben sich getrennt. Sein Nachfolger Lucian Jachowicz hatte einen erfolgreichen Einstand.

Ein Bild, das es so wahrscheinlich nicht mehr geben wird: Mahmoud Dorah beonachtet als Züri Unterlands Trainer vom Spielfeldrand aus, wie sich Libero Raphael Fotsch nach einem Balll streckt.

Ein Bild, das es so wahrscheinlich nicht mehr geben wird: Mahmoud Dorah beonachtet als Züri Unterlands Trainer vom Spielfeldrand aus, wie sich Libero Raphael Fotsch nach einem Balll streckt. Bild: Dominic Staub

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Wie der gemessen an der Mitgliederzahl grösste Volleyballclub der Schweiz nun bekannt gab, trainiert Mahmoud Dorah bereits seit Dienstag vor acht Tagen nicht mehr das Männer-Fanionteam in der NLB sowie die U-23-Junioren. Der Vorstand und der Trainer, der im Juli 2017 die Nachfolge des kurzfristig zum Frauen-NLB-Vertreter Aadorf gewechselten Spielertrainers Gilman Angel Cao Herrera angetreten hatte, haben den Vertrag in gegenseitigem Einvernehmen per sofort aufgelöst.

Von aussen betrachtet mag ­dieser Schritt erstaunen, befand sich das Team doch nach der langen Baisse zu Beginn der Saison in der NLB-Ostgruppe zuletzt leicht im Aufwind. Und die Abstiegsgefahr erscheint angesichts der individuellen Klasse der Unterländer, der Qualität der Gegner sowie nur schon aufgrund der Tatsache, dass sich eine Mannschaft unmittelbar vor Saisonbeginn aus der NLB zurückgezogen hatte, eher gering.

Dennoch sah der Vorstand, nicht zuletzt im Hinblick auf die Planung der nächsten Saison, Handlungsbedarf. «Seine Volleyball-Philosophie auf der einen Seite und die Vorstellungen der Spieler auf der anderen haben nicht übereingestimmt», erklärt Klubpräsident Vasi Koutsogiannakis, «menschlich und volleyballerisch hat es nicht gepasst, und zwar so sehr, dass die Spieler sich nicht mehr auf die Trainings und die Spiele gefreut haben. Dar­um mussten wir handeln.»

«Bin sogar erleichtert»

Mahmoud Dorah äussert sich ­gefasst: «Wenn es im Leistungssport einmal nicht läuft, kann man mit so etwas rechnen. Und unsere Ergebnisse waren ja schlechter als erwartet.» Tatsächlich entspricht das Verpassen der Finalrunde der besten acht NLB-Teams, das bereits seit der 2:3-Niederlage in der drittletzten Qualifikationsrunden-Partie des Teams feststand, nicht dem Leistungspotenzial der Unterländer. Gewann ein Teil der Equipe doch 2015/16 gemeinsam den NLB-Meistertitel und weisen einige im Kader NLA-Erfahrung auf.

Mit dem Vorschlag, seinen bis Ende der laufenden Spielzeit ­befristeten Vertrag vorzeitig aufzulösen, habe er sich ohne zu zögern einverstanden erklärt, verrät der nun ehemalige Züri-Unterland-Trainer. Mahmoud Dorah: «Ich war ja selbst auch nicht zufrieden. Ehrlich gesagt, bin ich jetzt sogar erleichtert.» Nachdem er in der Saisonvorbereitung und den ersten Partien manches festgestellt habe, das ihm missfiel, das er unter den gegebenen Umständen aber nicht habe ändern können, habe er mit dem Gedanken gespielt, von sich aus den Vertrag aufzulösen. «Zum einen habe ich mich dann aber dem Verein gegenüber in der Pflicht gefühlt», erklärt der 60-Jährige, «zum andern hatte ich vor der Saison drei Spieler überredet, weiterzumachen. Ihnen zuliebe und für die­jenigen in der Mannschaft, bei denen meine Vorstellungen gut angekommen sind, wollte ich bis zum Saisonende durchbeissen.»

Weiter ins Detail möchte der ­ehemalige Nationaltrainer seines Heimatlandes Ägypten nicht gehen. Vielmehr betont er, Züri Unterland im Guten hinter sich zu lassen. «Wenn ohne mich wieder alle Spieler mehr Spass am Volleyball haben, würde mich das freuen. Ich wünsche ihnen, dem Vorstand und den Fans, dass die Mannschaft die nächsten Spiele alle gewinnt.»

Nachfolger feiert erste Siege

Zumindest in den ersten beiden Partien ohne Mahmoud Dorah ging der Wunsch des Ex-Trainers in Erfüllung. Obwohl sie jeweils nur mit einem Ersatzspieler angetreten waren, setzten sich die Unterländer in den letzten beiden Qualifikationspartien in der NLB-Ostrunde zu Hause gegen Malters 3:2 und auswärts bei Schönenwerd II mit 3:0 durch.

Auf der Trainerbank nahm beide Male bereits Dorahs Nachfolger Platz: Lucian Jachowicz. Den 30-jährigen Deutschen hat Züri Unterland vorerst bis zum Ende der laufenden Saison unter Vertrag genommen. Der ehemalige Bundesliga-Passeur führte von 2014/15 bis 2016/17 den Ligakonkurrenten Laufenburg-Kaisten als Spielertrainer zu drei NLB-Vizemeisterschaften in Folge.

Erstellt: 24.01.2018, 00:24 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zuonline.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 854 82 14. Mehr...

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben