Glattfelden

Glattfelder aus Übersee besuchen Glattfelden

Eine Reisegruppe der «Casper Glattfelder Gesellschaft» aus den USA verbrachte einen Tag in Caspers Heimatdorf.

Die Gäste aus Amerika erfuhren einiges über die Kirche.

Die Gäste aus Amerika erfuhren einiges über die Kirche. Bild: Koni Ulrich

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Eine ganze Woche waren die 16 amerikanischen Gäste mit ihrer Reiseleiterin Debra Krebs per Bus unterwegs auf einer Tour durch die Schweiz und hatten vom herrlichen Wetter profitiert. Das Matterhorn hatten sie ebenso gesehen wie den Luganersee und am Ende der Tour, am Sonntag, war auch noch ein Besuch im Heimatort ihres Vorfahren, Casper Glattfelder, angesagt. Dieser hatte mit seiner Familie im Jahre 1743 via Rotterdam sein Land auf dem Schiff verlassen, um im Kreis York, Pennsylvanien, Fuss zu fassen.

Ausgerechnet dieser letzte Reisetag zeigte sich wettermässig garstig, was allerdings der Laune der Reisenden wenig anhaben konnte. Wie geplant wurden sie am Morgen von ihrem Hotel beim Flughafen abgeholt und ins Gottfried-Keller-Dorf geleitet, wo dann wegen des Regens nur kleine Bummel, mehr oder weniger im Dorfkern, möglich waren.

«Was für ein Vergnügen, einen Tag lang eine richtige Glattfelderin in diesem wunderschönen Ort zu sein!»Patty Rogers

Beim Gottfried-Keller-Zentrum wurde die Gruppe zunächst vom Gemeindepräsidenten Ernst Gassmann und dessen Gattin Claudia begrüsst; ebenso wie vom Zürcher Henry Glattfelder und dem Elsässer Jean Pierre Glattfelder sowie dem Schreiber. Auch sie gehören zum harten Kern des Empfangskomitees. Auch ein Trio mit Familiennamen Glattfelder aus Winterthur hatte sich für diesen Tag angemeldet: Edith und Teddy hatten jahrzehntelang das gleichnamige Fotogeschäft an der Marktgasse in Winterthur geführt.

Sieben Generationen zurück

Sandra Glattfelder, die Tochter der beiden Winterthurer, berichtete während des Mittagessens von den schweren Zeiten, welche die Auswanderer nach ihrer mehrwöchigen Überfahrt in Pennsylvanien erwartete. Im Elsässer Jean Pierre fand Sandra Glattfelder schliesslich einen seelenverwandten Forscher, der sich wie sie in den Stammbäumen der Glattfelders über sieben Generationen zurück bestens auskennt.

Beim Gespräch an den Tischen wurde natürlich auch über die Geschichte von Meghan Markle diskutiert, wonach das Mitglied des britischen Königshauses eine Nachfahrin von Casper Glattfelder sein soll.

Nach der Mittagspause bummelte die Gesellschaft zum Friedhof, wo zum Bedauern der meisten kein Familiengrab eines Glattfelders mit diesem Namen mehr zu finden ist. Überhaupt wunderten sich die amerikanischen Gäste, dass hier die Gräber nach rund 25 Jahren geräumt werden und somit Generationen später nicht mehr gefunden werden können. Die gedeckte Holzbrücke an der Glatt erwies sich dann als weiteres, dankbares Fotosujet, weil schliesslich der Fluss der Familie auch den Namen gab.

Nur zwei mit diesem Namen

Zu bemerken ist, dass diesmal von den 16 Besuchern gerade deren zwei den Familiennamen Glattfelder trugen. Die anderen waren Verwandte oder hatten sich über die Webseite der Gesellschaft www.glattfelder.org für die Reise angemeldet.

In der reformierten Kirche erklärte Messmer Anthony Christen, wann und wie der Bau entstanden war und was in einem Kirchenjahr so alles angesagt ist. Ein Highlight war für die Besucher das Zertifikat mit persönlichem Namen und einem Bild des Kirchenfensters. Das Dokument wurde ihnen vom Messmer überreicht.

Am Abend gab es in Kloten für die Gruppe ein letztes gemeinsames Abendessen, bevor alle am Montagmorgen nach Hause flogen. Ein Blick ins Gästebuch des Kulturzentrums in Glattfelden zeigte dann auf drei vollen Seiten, wie sehr die Reisegruppe die Gastfreundschaft ihrer Namensvetter in der Schweiz schätzte. So schrieb etwa Patty Rogers frei übersetzt: «Was für ein Vergnügen, einen Tag lang eine richtige Glattfelderin in diesem wunderschönen Ort zu sein!»

Erstellt: 10.09.2019, 17:30 Uhr

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