Kloten

Das Kerzenlicht im Wald wirkt bezaubernd

Ein ökumenischer Gottesdienst im Wald und danach eine gemeinsame Stärkung unter dem Nachthimmel bringt Menschen zusammen. Auch dieses Jahr lebte der Anlass von der besonderen Stimmung und der Friedensbotschaft des Festes.

Die Klotener Waldweihnacht mit ökumenischem Gottesdienst gehört für viele Menschen zu jenen Weihnachtsfeierlichkeiten, die sie nicht verpassen wollen.

Die Klotener Waldweihnacht mit ökumenischem Gottesdienst gehört für viele Menschen zu jenen Weihnachtsfeierlichkeiten, die sie nicht verpassen wollen. Bild: Sibylle Meier

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Schon der Weg zur Waldweihnacht in Kloten ist stimmungsvoll. Hinter dem Schluefweg-Zentrum führte Kerzenlicht durch die Dunkelheit den ein paar Hundert Meter langen Waldweg zum Treffpunkt. Dort versammelten sich rund 80 Mitfeiernde am Samstagabend. Die Nadelbäume rund um die Waldlichtung waren mit brennenden Kerzen verziert, Sitzbänke standen bereit, und die in Kisten verpackte und auf Wagen transportierte warme Verpflegung für alle stand etwas abseits.

Wieder war ein Ensemble der Stadtmusik Kloten anwesend und begleitete den ökumenischen Gottesdienst von Anfang bis Schluss musikalisch, mit Klassikern wie «Stille Nacht» und «O du fröhliche», die natürlich mitgesungen wurden.

Friedenbotschaft an alle

Pfarrer Erich Jermann von der katholischen und Oliver Jaschke von der reformierten Kirche erzählten die Geschichte von der Geburt Jesu aus dem Lukasevangelium. Und von den Hirten, die in jener Nacht vom Engel mit der glücklichen Botschaft besucht worden waren. «Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren. Er ist der Messias, der Herr, und das soll euch als Zeichen dienen. Ihr werdet ein Kind finden, das in Windeln gewickelt in einer Krippe liegt.» Pfarrer Jermann betonte die Schlichtheit jener Nacht: «Hirten auf dem Feld, der Stall im Freien, ein stiller weiter Sternenhimmel. (…) Wir können uns heute vielleicht die Einfachheit von damals gar nicht mehr vorstellen. Eine schlichte Szene und eine ebensolche Botschaft. – Verherrlicht ist Gott in der Höhe und auf Erden ist Friede bei den Menschen seiner Gnade.»

Diese Worte des Engelheers seien an jeden Menschen gerichtet. «Wir, die manchmal gutherzig und manchmal böswillig sind. (…) Wir sind keine Heiligen. Wir sind erdige, irdische Menschen, mit unseren weltlichen Hoffnungen und Sorgen. Und genau so, wie wir sind, bekommen wir den Frieden Gottes geschenkt. Damals wie heute.» Es gebe aber ein kleines Wenn. «Wir bekommen den Frieden geschenkt, wenn wir ihn auch annehmen.» Den Frieden Gottes anzunehmen, heisse, an das Gute im Menschen zu glauben und auf Hilfe Gottes zu bauen.» Gott werde durch Jesus im Menschen nahegebracht, sagte Pfarrer Jaschke. «Du kamst als Bruder auf uns zu, lass uns Menschen sein wie du und täglich wachsen auf dich hin, in weihnachtlichem Neubeginn.»

Kern liegt in der Schlichtheit

Die Waldweihnacht bringe in ihrer Schlichtheit den eigentlichen Inhalt des Anlasses nahe, fand Pfarrer Jermann. «Es gibt keine lange Predigt, das braucht es auch nicht, denn das Ganze lebt von der Geschichte, vom Singen und von einem kurzen Gedankengang.»

Jahrzehntealt ist die Waldweihnacht schon, sie findet immer am 22. Dezember statt und bei jedem Wetter. Unerlässliche Hilfe dafür würden bei der Vorbereitung die Naturfreunde Kloten und das reformierte Sigristen­team leisten.

Anderer Klang im Freien

Seit sechs Jahren ist die Stadtmusik Kloten dabei. Mitglied Mike Borsinger aus Grafstal schätzt die besondere Stimmung des Anlasses unter freiem Himmel, gibt aber auch zu: «Es ist schon speziell, akustisch tönt es hier ganz anders. In einem geschlossenen Raum ist das Spielen viel dankbarer – hier draussen hört man jeden Fehler.»

Seine Frau Emma war mit dem gemeinsamen Sohn im Publikum. Für die Engländerin gehört die Waldweihnacht zur Adventszeit. «Ich bin seit etwas über fünf Jahren in der Schweiz und war bisher jedes Weihnachten hier. Ich liebe es. In England kennen wir solche Anlässe mit anschliessendem Essen nicht. Ich mag die echten Kerzen an den Bäumen. Die Menschen sind entspannt, und es geht um den Kern von Weihnachten – die Geburt von Jesus. So ist es für mich perfekt.»

Erstellt: 24.12.2018, 08:57 Uhr

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