Hüttikon

Das kleine Hüttikon wächst noch einmal massiv

Neben einigen aktuellen Bauprojekten läuft zurzeit das Quartierplanverfahren für die letzte grosse Baufläche von Hüttikon. Die Einwohnerzahl der flächenmässig kleinsten Gemeinde des Kantons dürfte somit noch einmal massiv ansteigen.

Wo jetzt noch Mais wächst, könnten dereinst Häuser stehen:  Das Gebiet Bölliker (links vom Feldweg) ist die letzte grosse Baufläche von Hüttikon, die noch nicht erschlossen ist.

Wo jetzt noch Mais wächst, könnten dereinst Häuser stehen: Das Gebiet Bölliker (links vom Feldweg) ist die letzte grosse Baufläche von Hüttikon, die noch nicht erschlossen ist. Bild: Paco Carrascosa

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Alteingesessene Hüttiker wissen was es für das Dorf bedeutet, wenn die Bevölkerung innert kurzer Zeit wächst. Die Siedlung «am Brunnen» mit ihren 64 Einfamilienhäusern erhöhte die Einwohnerzahl 2015 auf einen Schlag um fast 30 Prozent. Das Wachstum der kleinen Gemeinde ist damit aber nicht abgeschlossen.

Mittlerweile wohnen 925 Hüttiker im Furttaler Dorf, doch wenn Gemeindepräsident Markus Imhof in die Zukunft schaut, dann ist für ihn auch eine Einwohnerzahl von 1500 bis 1600 nicht völlig aus der Luft gegriffen. «Natürlich wird das nicht in den nächsten fünf Jahren geschehen. Ich denke da vielmehr an einen Zeitrahmen von mindestens 20 Jahren.»Gebaut wird in Hüttikon bereits jetzt.

Gebiet Bölliker (Quelle: GIS, Grafik: da)

Momentan sind sechs Häuser an der Hägelstrasse im Bau und an der Oetwilerstrasse entsteht ein Doppeleinfamilienhaus, was zusammen knapp 30 neue Hüttiker ins Dorf bringen wird. Noch nicht im Bau, aber immerhin im Bewilligungsverfahren befinden sich 14 Wohneinheiten im Gebiet Allenwinden. Hier rechnet Der Gemeindepräsident mit 60 Zuzügern.

Platz für über 300 Personen

Am meisten ins Gewicht werden aber die Pläne für das Gebiet Bölliker fallen. Hier steht das Quartierplanverfahren kurz vor dem Abschluss. Das 2,5 Hektaren grosse Gebiet zwischen dem Böllikerweg, der Zürcher-, Oetwiler- und Chriesbaumstrasse ist die letzte grosse Baufläche im Dorf, die noch nicht erschlossen ist.

Platz gibt es dort für bis zu 320 Personen. «Ist diese Fläche mal verbaut, gibt es nur noch Lücken zu füllen im Dorf», sagt Imhof. Ende August fand die zweite Versammlung für die 18 Grundeigentümer statt. Nun prüft der Gemeinderat die damals eingereichten Anträge. Danach wird das überarbeitete Papier dem Regierungsrat zur Genehmigung eingereicht.

«Es geht um ein heikles Gebiet mitten im Dorf. Wir sollten hier den Spielraum für die Bebauung klein halten, damit keine Fehler passieren.»Markus Imhof, Gemeindepräsident

Die Erarbeitung dieses Quartierplans hat eine lange Vorgeschichte – eingeleitet wurde das Verfahren bereits 2005. Kurz darauf wurde es gestoppt, weil eines der Landstücke in der Landwirtschaftszone lag. 2013 stimmten die Hüttiker einer Teilrevision des Zonenplans zu, womit diese isolierte Landwirtschaftszone mitten in der Bauzone aufgehoben wurde. Vor zwei Jahren schliesslich setzte der Gemeinderat den Quartierplan fest – und wurde kurz darauf von der Baudirektion zurückgepfiffen. Bemängelt wurde das fehlende Überbauungs- und Gestaltungskonzept.

«Fehler nicht wiederholen»

Dass dieses Konzept mit unter anderem konkreten Angaben zu Gebäudetypen oder Fusswegverbindungen mittlerweile auf Geheiss des Kantons erarbeitet worden ist, erachtet der Gemeindepräsident als sehr sinnvoll. «Es geht um ein heikles Gebiet mitten im Dorf. Wir sollten hier den Spielraum für die Bebauung klein halten, damit keine Fehler passieren», sagt Imhof. Er spricht damit auf die für das jüngste Wachstum von Hüttikon verantwortliche Siedlung «am Brunnen» an, bei der seiner Meinung nach nicht alles perfekt gelaufen ist. «Damals gabs zu wenige Auflagen und dadurch zu viel Spielraum. Optisch erachte ich die Siedlung zum Beispiel als nicht ideal.»

Das nun für das Gebiet Bölliker vorliegende Überbauunskonzept gebe aber genaue Rahmenbedingungen vor. «Die neuen Häuser müssen optisch, vom Konzept und von der Höhe ins Dorf passen», hält Imhof fest. Das Überbauungskonzept sei auch für mögliche Investoren reizvoll, die sich zwar an strengere Vorgaben halten müssen, aber auch sicher sein können, dass die Umgebung attraktiv bebaut werde.

Gibt es nach der Festsetzung des Quartierplans durch den Regierungsrat keine Rekurse, so wären einzelne Parzellen ab Frühling baureif. Imhof glaubt nicht, dass es lange dauern wird, bis das erste Baugesuch vorliegt. «Und wenn dann erst mal die Infrastruktur erschlossen ist, dann wird einer nach dem anderen folgen.»

Wachstum als Chance

Dass die Bevölkerung wächst, erachtet Imhof grundsätzlich als positiv. «Im Gegensatz zum letzten grossen Schub wächst das Dorf dieses Mal aber nicht auf einen Schlag, das macht es sicher einfacher», sagt er. «Wachstum bringt auch neue Chancen. Junge Leute kommen und ältere haben vielleicht die Möglichkeit, von ihrem Einfamilienhaus in eine Wohnung im gleichen Dorf zu wechseln.»

Ein Dorfladen wäre möglich

Doch mehr Einwohner bedeutet nicht zwingend auch mehr Infrastruktur – Hüttikon hat zum Beispiel keinen Dorfladen. Die Möglichkeit für einen Laden sei im Bölliker zwar grundsätzlich gegeben, sagt Imhof, doch ob wirklich ein Detailhändler nach Hüttikon kommt, liege nicht in seinen Händen. Im Dorf sei man sich an diese Situation gewöhnt. «Fast jeder hat ein Auto und wir haben in der nahen Umgebung attraktive Einkaufsmöglichkeiten. Ebenso fährt der Bus während der Stosszeiten im Viertelstundentakt.»

Auch die Schule spürt das Wachstum – das Schulhaus Rotflue wird momentan ausgebaut. Ob und wie lange dieser Platz reicht, wird sich zeigen. «Sicher ist, dass viele der Kinder aus der Siedlung «am Brunnen» die Primarschule bereits hinter sich haben werden, wenn die neuen Kinder aus dem Bölliker kommen», meint Imhof. Ausserdem würden es nie mehr so viele neue Kinder auf einen Schlag sein wie damals.

Erstellt: 20.09.2018, 15:51 Uhr

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