Kloten

Das Kloten der Zukunft skizziert

Der Stadtrat hat sich Gedanken gemacht, wie Kloten 2030 aussehen könnte. Mit einem Zukunftsinstitut wurden sogenannte Megatrends eruiert und eine neue Ideenplattform installiert. Denn die Politiker setzen verstärkt auf die Mitwirkung aller.

Von links: Stadträtin Priska Seiler Graf, Stadtpräsident René Huber und Stadträtin Regula Kaeser-Stöckli mit dem Wimmelbild, das die Ziele der Stadt Kloten veranschaulicht.

Von links: Stadträtin Priska Seiler Graf, Stadtpräsident René Huber und Stadträtin Regula Kaeser-Stöckli mit dem Wimmelbild, das die Ziele der Stadt Kloten veranschaulicht. Bild: PD

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Regieren heisst vorausschauen, lautet ein altes französisches Sprichwort. Klotens Stadtregierung hat genau das getan. Der Ausblick reicht dabei nicht nur bis zu den nächsten Stadtratswahlen 2022, sondern weit darüber hinaus. Herausgekommen ist eine Vision, die nicht nur wortreich «Kloten 2030» umschreibt, sondern dank origineller grafischer Umsetzung auch ein Hingucker ist.

Im künftigen Kloten nach stadträtlicher Skizzierung gibt es viel zu entdecken. Obwohl mitunter futuristische Figürchen in runden Raumschiffe, bemerkenswerte Bauten, ja sogar Berge ins Auge stechen – Kloten bleibt erkennbar. Es bleibt betriebsame Flughafenstadt mit multikultureller Prägung, teils unter einer Wolkendecke.

Jede Wolke steht dabei für einen «Megatrend», der auf der Rückseite der dazu angefertigten Faltkarte näher beschrieben wird: Mobilität, Konnektivität, Neo-Ökologie, New Work und Urbanisierung. Und über allem fliegt ein grosses Flugzeug mit einem Banner im Schlepptau. «Kloten verbindet – Menschen, Orte, Potenziale», ist da zu lesen. Daran hängt der Wunsch «… und schafft damit ein eigenes Wir-Gefühl».

Zuerst nicht so glücklich»

Entstanden ist das Wimmelbild nachdem sich die Stadtregierung nicht mit einer rein schriftlichen Form ihrer Strategie 2030 begnügen wollte. «Wir hatten zuerst nur ein Büchlein erhalten, waren damit aber nicht so glücklich», meinte Stadtpräsident René Huber (SVP) bei der Vorstellung der neuen Strategie 2030 diese Woche im obersten Stock des Klotener Stadthauses. Ein Strategiebüchlein sei jedoch schlecht zu kommunizieren.

Im Vorfeld führte man zunächst eine grosse Umfrage unter fast 700 Bewohnern Klotens durch. Es gab offene Bevölkerungswerkstätten, Gesprächsrunden mit gezielt ausgewählten Personen und schliesslich einen stadträtlichen Workshop unter Federführung eines internationalen Zukunftsinstituts. Nun zeichnet sich die Zukunft Klotens wahrhaftig etwas klarer ab. Erst noch witzig umgesetzt. Es ist ein Versuch gemeinhin staubtrockene Merksätze bildlich-bunt unters Volk zu bringen.

Fokus auf Bedürfnisse

In der Vergangenheit hatte man schon ähnliche Sätze in Puckform auf Papier gedruckt, nun war etwas Neues gefragt. Neue Ideen sollen künftig vermehrt direkt aus der Bevölkerung kommen. Schliesslich betont der Stadtpräsident wiederholt wie wichtig Mitsprache, Dialog, Offenheit und Einbindung sei, dass es um Bedürfnisse der Bewohner gehe und diese möglichst direkt und informell vorgebracht werden sollen.

Ab sofort gibts daher eine neue Klotener Plattform www.kloten2030.ch für Idee aller Art von aussen. Unter www.Kloten2030.ch dürfen sich alle beteiligen. An der Politik und Verwaltung liege es sodann, bereit zu sein für Neues und entsprechend zu handeln. Auch die Diversität mit über 120 Nationen vor Ort soll genutzt werden, so will Kloten künftig fünfsprachig im Internet präsent sein und Fremde schneller einbinden.

Ein kommunales Stimm- und Wahlrecht für Ausländer sei kein Tabu, war zu erfahren. Dagegen spreche momentan vor allem, dass die Kantonsverfassung sowas (noch) nicht zulasse, erklärte der Verwaltungsdirektor. In grossen Lettern erscheint während der Medienkonferenz unter anderem folgende Erkenntnis auf dem Präsentationsbildschirm: «Es geht nicht um die Verwaltung von Dingen, sondern von Bedürfnissen.» Und zwar derjenigen der Bevölkerung Klotens. Das klinge vielleicht einfach, sei aber eine anspruchsvolle Aufgabe, erklärte Verwaltungsdirektor Thomas Peter, der den Stadtpräsidenten bei der Strategievorstellung unterstützte.

Den Begriff Bevölkerung wolle man bewusst etwas weiter fassen, erklärte Peter. Schliesslich sei Kloten nicht nur Wohnort von 20000 Menschen, sondern auch Arbeitsplatz von deutlich mehr – nämlich 36000 Personen. Auch deren Bedürfnisse und Ideen wolle man künftig vermehrt aufnehmen, damit Kloten eben für möglichst alle ein lebenswerter Ort sein kann, wo man sich wohlfühle.

Lieblingsthema Glattalbahn

Trotz allgemeiner Aussagen, waren auch sehr konkretere Aussagen zu hören. Der öffentliche Raum soll in Kloten eine gute Qualität aufweisen, es brauche mehr neue Wohnungen, sozial gut durchmischte Quartiere und dazu auch bessere Verbindungen – und das nicht nur für Autos, meinte der SVP-Stapi – auch für Velos und Fussgänger. Zudem müsse der ÖV weiter gestärkt werden.

Sein Lieblingsausschnitt auf dem Wimmelbild sei übrigens die Glattalbahn, die in den nächsten Jahren durch Kloten bis in die Industrie Grindel verlängert wird. Der Bahnhof soll zu einer modernen Drehscheibe werden, die Sportanlagen überdurchschnittlich ausgestattet und die Schule müsse gar absolut top sein. «Da wollen wir nicht sparen», befand René Huber.

Erstellt: 11.07.2019, 16:46 Uhr

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