Flughafen

Das P6 ist auch eine Aussichtsplattform

Das grösste Parkhaus der Schweiz (P6) ist am Dienstag offiziell eingeweiht worden. Es hat Ladestationen für Elektroautos, moderne Lifte und vor allem ein offenes Parkdeck. Dieses bietet Spottern einen Blick auf die Piste 28 und Baustellenfans eine Übersicht des Giganten Circle, der nun hochgezogen wird.

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Das Megaprojekt Circle gilt als die grösste Baustelle der Schweiz. Vom offenen Parkdeck des Parkhaus P6 betrachtet wirkt diese neben dem Butzenbüel aber plötzlich klein. Der flughafeneigene Hügel ist denn flächenmässig auch rund fünfmal so gross wie der Circle, erklärt Flughafen-CEO Stefan Widrig. Der Blick auf die emsige Circle-Baustelle, den mächtigen Butzenbüel und den stetig fliessenden Verkehr auf dem Butzenbüelring ist ein Highlight des erweiterten Parkhaus P6-Ost.

Im letzten Dezember wurde der neue Teil mit 3500 Plätzen in Betrieb genommen, gestern feierte der Flughafen die offizielle Eröffnung, nachdem die letzten Arbeiten nun fast abgeschlossen sind. Nur die Markierungen auf dem Parkdeck im 11. Stock fehlen noch. Bis dahin ist der Zugang offiziell noch gesperrt. Sobald das Wetter für das Einzeichnen der Parkfelder stimmt, werden sich auf dem Deck neben parkierenden Passagieren aber auch viele Neugierige tummeln.

Freier Blick auf die Piste 28

Auf der anderen Seite des Parkdecks bietet sich Spottern nämlich Einblick auf die Piste 28 und einige der Foxtrott-Standplätze. Von der Grösse her sind diese für kleinere Kurzstreckenflugzeuge vorgesehen, beispielsweise die Jumbolinos der Swiss, welche in den nächsten Monaten durch die CS100 ersetzt werden. Hinter diesen rollen von morgens bis abends die abfliegenden Kurz- und Mittelstreckenmaschinen zum Anfang der Piste 28.

Vom offenen Parkdeck aus ist noch knapp das Eindrehen auf die Startbahn zu sehen sowie die ersten rund 300 Meter der Beschleunigungsphase. Wochentags ab 21 Uhr und am Wochenende ab 20 Uhr erfolgen auf der Piste 28 dann Landungen.

Bei Regen lässt sich das Treiben rund um den Flughafen übrigens auch aus dem 10. Stock beobachten. Weil hier keine Netze die Sicht beeinträchtigen, ist das P6 für Spotter mit Teleobjektiven seit langem ein Geheimtipp.

Parkplatznummer merken

Neben einem als Aussichtsplattform nutzbaren Parkdeck bietet das P6 auch Parkplätze für Passagiere und Mitarbeitende – die Crews gelangen im UG weiterhin direkt in das Operation Center. Mit 7500 Plätzen ist es das grösste Parkhaus der Schweiz und durchgehend mit einem Parkleitsystem ausgerüstet.

Zur besseren Orientierung gibt es verschiedene Sektoren. Aufgrund der Grösse des P6 empfiehlt es sich, am Lift einen Zettel abzureissen, auf dem Geschoss und Sektor aufgedruckt sind. In grosser Schrift wird zudem an allen Lifttüren daran erinnert, ob man sich die Parkplatznummer gemerkt hat. Der Flughafen kann zwar nachschauen, in welchem Parkhaus man sein Auto abgestellt hat, aber nicht, in welchem Geschoss oder Sektor. Ein Tipp deshalb: Nach dem Parkieren mit dem Smartphone oder der Kamera ein Bild der Parkplatznummer schiessen.

Das P6, ursprünglich 1972 mit 1900 Plätzen erbaut, ist nun 34 Meter hoch, 210 Meter lang und 87 Meter breit und hat elf Lifte. Im Erdgeschoss leitet ein Foyer die Passagiere auf breiten Wegen zum Aufzug, der direkt zum passenden Sektor fährt. Dabei funktionieren die Lifte mit Zielrufsteuerung: Man wählt unten sein Stockwerk und wird einem Aufzug zugeteilt, der direkt dorthin fährt. Vorteil: keine Zwischenstopps. Nachteil: wer das falsche Stockwerk auswählt, muss wieder nach unten fahren und von vorne beginnen.

Parkplätze vorreservieren

Mit der 150-Millionen-Franken teuren Erweiterung hat das P6 nun auch sechs Ladestationen für Elektrofahrzeuge und eine Photovoltaikanlage die pro Jahr den Verbrauch von rund 200 Haushalten generiert – rund 700 Megawattstunden.

Die Plätze im P6 sind ab drei Tagen billiger als in den Parkhäusern P1 bis P3. Nochmals günstiger wird es, wenn man im Internet vorreserviert. Das wurde letztes Jahr bereits 20 000 mal gemacht, wie Kommerzchef Stefan Gross erwähnte. Es stehe nun eine dynamische Zeit bevor, mit bald selbstfahrenden Elektroautos. Gestern zelebrierte der Flughafen das erweiterte P6 aber mit einem Autokorso aus der Entstehungszeit des P6 um 1972 - «jetzt weiss man wieder, wie das zu der Zeit noch aus den Auspuffen gerochen hatte», kommentierte Gross die nach der Durchfahrt der Ami-Schlitten.

Erstellt: 11.04.2017, 18:06 Uhr

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