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Das rote Landi-Bänkchen kommt aus dem Unterland

Landi-Sitzbänke oder Beleuchtungskandelaber sind nur zwei Beispiele aus der Produktepalette der Firma Burri public elements AG in Glattbrugg. Die Mitglieder der Arbeitgebervereinigung des Zürcher Unterlandes AZU besichtigten Anlässlich ihrer Generalversammlung den 100 jährigen Betrieb.

Fabian Frei von der Firmengeschäftsleitung erklärt den AZU-Mitgliedern, wie der Futterautomat für Tiere funktioniert.

Fabian Frei von der Firmengeschäftsleitung erklärt den AZU-Mitgliedern, wie der Futterautomat für Tiere funktioniert. Bild: Sibylle Meier

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Kandelaber, die Strassen beleuchten, Ampeln, deren Rotlicht Autofahrer stoppen oder ein rotes Bänkli, auf dem man sich ausruhen kann: Die meisten wissen kaum, dass es sich dabei oft um Produkte der Schweizer Firma Burri public elements AG handelt. Im Rahmen einer Besichtigung durch Mitglieder der Arbeitgebervereinigung des Zürcher Unterlandes AZU, erklärte deren CEO Martin Burri die Geschichte seiner Firma und den Wandel von einer Schlosserei zu einer innovativen Produktionswerkstatt von Einrichtungen des öffentlichen Raums. Bereits sein Urgrossvater stellte 1907 Gerüstehalter für öffentliche Beleuchtungen her.

20 Jahre später entstanden die ersten nahtlosen Stahlrohrkandelaber und 1938 wurde die erste «Landi Bank» für die Landesausstellung produziert. Die zeitlosen roten Bänke, übrigens die meistverkauften und beliebtesten in der Schweiz, werden auch heute noch in Glattbrugg mit viel Handarbeit hergestellt. Absperrsysteme und Signalbrücken gehören ebenso zum heutigen Sortiment, wie Plakatträgersysteme oder Hightech-Strassenleuchten. Diese werden heute zum Teil mit Bewegungsmeldern und Funk ausgerüstet und leuchten so die Strassen, je nach Verkehrsdichte, voll oder gedimmt aus.

Velostelen und Futterboxen

Martin Burri betonte gegenüber den Zuhörern, wie wichtig heute der öffentliche Raum und seine Ausgestaltung geworden ist. Die public elements, die öffentlichen Einrichtungen, seien «Nützlinge im Dienste der Gesellschaft», denn der belebte öffentliche Raum ermögliche soziale Integration und biete Lebensqualität.

Auf eine andere Art von Lebensqualität stiessen die Gäste in einer Halle, wo briefkastenartige Gehäuse standen. Das Rätselraten unter den Unternehmern ging los und als das Geheimnis gelüftet wurde, staunten doch die meisten. Bei den sehr robusten Metallkästen, ausgerüstet mit Elektronik und Solartechnik handelte es sich nämlich um sogenannte Tiermotivatoren – um Futterboxen für Bären. Ein Prototyp wurde im Zoo Zürich getestet, um Bären ein natürliches Essverhalten zu ermöglichen, denn die Boxen geben nach dem Zufallsprinzip Futter ab. Sie sind für das Bärenland in Arosa bestimmt.

Die Stelen in der nächsten Produktionshalle dienen wiederum den Zweibeinern beziehungsweise Zweirädern. Es sind Velostationen für das PubliBike, einem neuen Bike-Sharing Angebot von PostAuto. Über Apps auf dem Smartphone können bereits heute in diversen Städten auf diese Weise Velos benutzt werden.

Lohngleichheit beschäftigt

Nach dem Einblick in diesen Produktionsbetrieb, hielt die AZU ihre Generalversammlung ab. Die AZU, deren über 60 Mitglieder regional im Unterland verankert sind, ist eine klassische Arbeitgebervertretung. Vor allem im Bereich der Sozialversicherungen und des Arbeitsrechts versucht sie im politischen Prozess unternehmerfreundliche Rahmenbedingungen zu erreichen. So prüft der Vorstand zum Beispiel regelmässig Vernehmlassungen zu eidgenössische Vorlagen.

Neben der Arbeitgeberpolitik ist der Erfahrungsaustausch unter den Mitgliedern ein wichtiges Anliegen. Im nächsten Jahr will der Vorstand den Zweck und den Nutzen der AZU analysieren und den neuen Bedürfnissen der Mitglieder anpassen, wie Heinz Eberhard, Präsident der AZU erläuterte. Themen wie die Arbeitszeiterfassung, für deren Lockerung sich der AZU ausdrücklich ausspricht, oder Fragen zur Lohngleichheit, werden die AZU Mitglieder die nächsten Jahre ebenso begleiten, wie die Steuerreform 2017, welche laut Aussage von Eberhard die KMUs bestraft, weil die Dividendenbesteuerung bei den Aktionären erhöht werden soll.

Erstellt: 22.06.2018, 17:19 Uhr

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