Freibäder

Das Smartphone in der Badi ist eine gefährliche Ablenkung

Die Eltern müssen im Freibad stets auf ihre Kinder achten. Oft wird fälschlicherweise vermutet, dass die Bademeister für die Aufsicht zuständig sind.

Der Blick auf das Handy kann in der Badi fatale Folgen haben. Für die Eltern junger Kinder gilt die Aufsichtspflicht.

Der Blick auf das Handy kann in der Badi fatale Folgen haben. Für die Eltern junger Kinder gilt die Aufsichtspflicht. Bild: Paco Carrascosa

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Jeder kennt es: Man will eigentlich nur einen kurzen Blick auf das Smartphone werfen und schon beginnt man damit, WhatsApp-Nachrichten zu lesen und zu beantworten. Dabei vergehen oft mehrere Minuten. Was rundherum passiert nimmt der Handy-Nutzer in solchen Situationen nur noch bedingt wahr. Gerade deshalb ist es so gefährlich, solche Geräte während dem Autofahren zu benutzen. Inzwischen werden vom Staat auch happige Strafen dafür ausgesprochen. Die Ablenkung durch das Handy ist aber nicht nur im Strassenverkehr ein Thema. Auch die Freibäder haben mit den Smartphones zu kämpfen. Der Grund: Die Eltern vernachlässigen dadurch die Aufsicht ihrer Kinder.

Thomas Reutener ist Geschäftsführer der Sportanlagen AG Wallisellen und präsidiert zudem den Verband Hallen- und Freibäder. Er sagt: «Der Umgang mit den Handys in Freibädern ist zum Teil katastrophal.» Es komme immer wieder vor, dass erwachsene Aufsichtspersonen auf diese Weise abgelenkt seien. «Wenn man sie dann darauf anspricht, sind sie oft verwundert. Sie gehen davon aus, dass die Bademeister für die Aufsicht der Kinder zuständig sind.» Diese Annahme ist falsch.

Auch im Freibad «Töss Side» in Rorbas ist man sich der Handy-Problematik bewusst. Bademeister Thomas Tessaro sagt: «Wir weisen die Eltern darauf hin, dass für sie eine Aufsichtspflicht besteht.» Die meisten würden dann jeweils auch Verständnis zeigen.

Badis können Altersgrenze selber festlegen

Der Verband Hallen- und Freibäder hat eine Norm über die Aufsicht in öffentlichen Bädern herausgegeben. Dabei wird auch die Beaufsichtigung von Kindern thematisiert. «Die mit der Aufsicht betrauten Personen eines öffentlichen Bades vermögen die lückenlose Überwachung von Kindern, die nicht schwimmen können, nicht zu gewährleisten. Die Erziehungspflichtigen haben daher Sorge zu tragen, dass solche Kinder öffentliche Bäder nur in Begleitung Erwachsener besuchen», heisst es.

Die Badis können die Altersgrenze, ab der Kinder ohne Begleitung Erwachsener Eintritt erhalten, selber festlegen. Der Verband Hallen- und Freibäder empfiehlt, die Altersgrenze nicht unter acht Jahren anzusetzen. «Je nach Anlage kann diese Grenze weiter nach oben geschraubt werden», sagt Reutener. Bei dieser Regelung handle es sich um eine Norm. «Das heisst, es ist kein Gesetz. Wir empfehlen aber, dass die Vorgaben so angewendet werden.» Wäre da nicht ein Handyverbot in Badis angebracht? Thomas Reutener spricht sich dagegen aus: «Es muss möglich sein, dass man in einem Freibad Erinnerungsfotos seiner Kinder schiessen kann.»

Weniger Besucher während den Sommerferien

Jetzt in den Sommerferien geht es in den Unterländer Freibädern ein wenig ruhiger zu und her. Thomas Tessaro sagt: «Früher war hier während den Ferien praktisch nichts los. Aber seit wir eine Rutschbahn haben und von sehr gutem Wetter profitieren können, hat sich das ein wenig geändert.» Es sei jeweils schwierig vorherzusagen, wie gross der Ansturm sein werde, da viele Einheimische verreist sind und eher auswärtige Besucher in die Badi kommen würden.

Auch im Freibad Water World in Wallisellen ist die Ferienzeit spürbar. «Wenns sehr heiss ist kommen aber trotzdem viele Leute», sagt Thomas Reutener.

Erstellt: 05.08.2019, 17:48 Uhr

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