Bülach

Das Spital Bülach hat seine Notfallstation ausgebaut

Wer auf dem Notfall des Spitals Bülach Hilfe sucht, kommt nun schneller dran. Bis vor kurzem erstreckten sich die Warteschlangen gelegentlich bis in den Korridor.

Ein zweiter Schalter im Notfall verkürzt die Wartezeiten für die Patienten.

Ein zweiter Schalter im Notfall verkürzt die Wartezeiten für die Patienten. Bild: Francisco Carrascosa

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An diesem frühen Nachmittag sind im Warteraum der Notfallstation nicht alle Plätze besetzt. Ein junger Mann drückt eine kühlende Packung auf den Daumen seiner linken Hand. Eine Frau, die mit einer Begleiterin hier ist, hält sich die Wange und wirkt leidend. Die meisten wollen dem «Zürcher Unterländer» gegenüber keine Auskunft darüber geben, wieso sie ins Spital Bülach gekommen sind.

Das Spital Bülach hat wegen zunehmenden Patientenandrangs seine Kapazitäten auf dem Notfall ausgebaut. «Zu Spitzenzeiten zogen sich die Warteschlangen manchmal bis in den Korridor hinaus», sagt der Kommunikationsverantwortliche Thomas Langholz. Einige Patientinnen und Patienten mussten stehen. Die Anzahl Konsultationen variiere aber stark. Spitzen werden häufig zur Mittagszeit ­sowie in den Abendstunden verzeichnet.

Sitzend auf den Arzt warten

Seit Anfang Oktober gibt es mehr Sitzplätze, und ein zweiter Schalter für die Patientenaufnahme verkürzt die Wartezeiten. Von dort aus haben Mitarbeitende nun auch Einblick in den Wartebereich und können Patienten falls nötig zu Hilfe kommen. Zudem wird der Personalbestand leicht aufgestockt.

Keine Erweiterung hat man in der eigent­lichen Notfallstation vorgenommen. «Dies hätte einen ganzen Rattenschwanz nach sich gezogen», erklärt Langholz. Man hätte dann gleichzeitig mehr Betten auf den Stationen schaffen müssen für Patienten, die im Spital bleiben.

Wer sich in den Notfall begibt, wird nach der Anmeldung zuerst einmal in einem Triage-Raum ­begutachtet. Hier sind Medizi­nische Praxisassistentinnen oder speziell ausgebildete Pflegefachpersonen zuständig, die nach einem geprüften System arbeiten. Knapp die Hälfte der Patienten kann in der angegliederten Praxis behandelt werden, in der zu Randzeiten Hausärzte aus der Region Dienst leisten. Die an­deren Patienten kommen auf die eigentliche Notfallstation – je nach Dringlichkeit sofort oder nach einer gewissen Wartezeit. Für Kinder steht ein spezieller Kindernotfall zur Verfügung. Und die Ambulanz liefert Schwerkranke oder Verunfallte direkt in die Notfallstation ein.

Die Zahl der Notfälle im Spital Bülach sei stetig am Steigen, erklärt Langholz. Dies habe einerseits mit dem Bevölkerungswachstum im Unterland zu tun, das voraussichtlich ungebremst weitergehen wird. «Zudem sind einige Hausärzte stark ausgebucht, und mehr als die Hälfte wird demnächst in Pension gehen.»

Vom Hausarzt geschickt

Einen Hausarzt hat auch der 47-Jährige nicht, der wegen einer verschleppten Erkältung in den Notfall gekommen ist. Da er im Gesundheitswesen arbeitet, muss er wissen, ob sein Husten ansteckend ist oder ob er weiterarbeiten darf. Ein 24-Jähriger ist hier, weil der Neurologe in nächster Zeit keinen freien Termin ­hatte. Seit zwei Wochen sieht der Patient auf einem Auge nur noch verschwommen. Der Augenarzt hat keine Ursache gefunden und ihm eine nähere Untersuchung empfohlen. Im Warteraum sitzt auch ein ­älterer Mann, den der Hausarzt zu einer gründlichen Abklärung geschickt hat. «Es begann mit Schluckbeschwerden, und nun geht es mir von Tag zu Tag schlechter», erzählt er. «Ich hoffe, dass die Spitalärzte endlich her­ausfinden, was mit mir los ist.» (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 09.10.2017, 18:11 Uhr

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