Bundesratswahl

Das Unterländer Trio in Bern verrät wie es vor der grossen Wahl denkt

Die Entscheidung steht kurz bevor. Wenn am nächsten Mittwoch die vereinigte Bundesversammlung tagt, werden drei Unterländer Nationalräte mitentscheiden. Dem «Zürcher Unterländer» haben sie zum Auftakt der Herbstsession schon mal ihre Einschätzungen aus Bern geschildert.

Die Vereinigte Bundesversammlung wählt am kommenden Mittwoch den Nachfolger von Didier Burkhalter in den Bundesrat.

Die Vereinigte Bundesversammlung wählt am kommenden Mittwoch den Nachfolger von Didier Burkhalter in den Bundesrat. Bild: Keystone

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Schon den ganzen Sommer über ist viel darüber geredet worden. Nun steht die vielbeachtete Bundesratswahl kurz bevor. Während es lange nach einem Favoritensieg des Tessiner Kandidaten Ignazio Cassis aussah, scheint dies mittlerweile nicht mehr so klar. Das sieht auch Thomas Hardegger (SP, Rümlang) als einzige Mann des Unterländer Nationalratstrios so: «Zurzeit scheint alles möglich.»

Dies weil die Tessiner Freisinnigen im Vorfeld nur eine Person – Ignazio Cassis – und ausserdem keine zweite, weibliche Kandidatin nominiert hatten. Eine Tessinerin mit Regierungserfahrung wäre nach Einschätzung des Rümlanger Politikers wohl breit abgestützt gewesen im Bundesparlament. «Die Tessiner FDP hätte es in der Hand gehabt», doch nun sei alles offen, meint Hardegger.

Mit dieser Aussage bestätigt er, dass es nebst dem vermeintlichen Favoriten Cassis noch durchaus andere valable Namen im Rennen um den vakanten Sitz des abtretenden Bundesrats Didier Burkhalter (FDP, Neuenburg) gibt. Eine Woche vor der Entscheidung schätzt es der Rümlanger so ein: «Keine und keiner ist chancenlos.» Jedenfalls müsse er oder sie lösungsorientiert arbeiten können und teamfähig sein. Und die noch zu bestimmende Person solle im Bundesrat mithelfen das wichtige Verhältnis zu Europa auf eine solide Basis zu stellen.

Die EU als Gefahr …

Barbara Steinemann (SVP, Regensdorf) findet hingegen, man müsse aufpassen, dass man «nicht noch stärker in die Fänge der EU» gerate. «Pierre Maudet scheint mir als Anhänger der Neuen Europäischen Bewegung fehl am Platz.» So stelle der Pro Europäer aus ihrer Sicht eine Gefahr für die Unabhängigkeit der Schweiz dar. Der Genfer FDP-Regierungsrat kommt für Steinemann somit «keinesfalls» infrage.

Hingegen Ignazio Cassis und Isabelle Moret seien beides «absolut wählbare Kandidaten». Wen sie wählen wird, verrät sie noch nicht. Aber für die Furttalerin ist angesichts der Taktik der Freisinnigen und der Medien, die brav mitgespielt hätten, klar: «Cassis scheint so gut wie gewählt.» Zwar sei die Auswahl mit nur «Lateinern» etwas eingeschränkt, dennoch sieht es die SVP-Frau als «Ehrensache», sich an die ungeschriebene Regel zu halten und nur offizielle Kandidaten zu wählen.

… oder wichtigen Partner?

Priska Seiler Graf (SP, Kloten), die das Unterländer Nationalrats-Trio in Bern komplettiert, findet, gerade in Sachen Europa müsse es «vorwärts gehen». «Wir brauchen ein institutionelles Rahmenabkommen mit der EU», ist die Klotenerin überzeugt. Ob sie deswegen zu Maudet tendiert, lässt sie offen. «Der Anspruch der Frauen ist für mich unbestritten», sagt sie stattdessen und lässt durchblicken, dass sie gerne eine weitere Frau im Bundesrat hätte.

Sie gehe aber davon aus, dass der «Faktor Tessin» Cassis am Ende doch zum Sieg verhelfen könnte. «Aber Bundesratswahlen sind ja immer auch für Überraschungen gut», meint Seiler Graf. Man darf also gespannt sein, ob die vielzitierte «Nacht der langen Messer» unmittelbar vor den Bundesratswahlen heuer noch etwas am Favoritensieg ändern wird. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 12.09.2017, 18:01 Uhr

Thomas Hardegger, Nationalrat SP, Rümlang

Barbara Steinemann, Nationalrätin SVP, Regensdorf

Priska Seiler Graf, Nationalrätin SP, Kloten

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