Bülach

«Das unternehmerische Risiko liegt nicht bei der Stadt»

Die Stadt will das private «Stadtblatt» bis 2023 jedes Jahr mit 50'000 Franken unterstützen. Stadtpräsident Mark Eberli (EVP) erklärt, weshalb er dieses finanzielle Engagement befürwortet.

Mark Eberli begrüsst das Engagement des «Stadtblatt»-Verlegers.

Mark Eberli begrüsst das Engagement des «Stadtblatt»-Verlegers. Bild: Balz Murer

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Das Bülacher Stimmvolk hat vor vier Jahren die Stadtblatt-Initiative deutlich abgelehnt. Auch der Gemeinderat hatte den Kredit zuvor klar verworfen. Weshalb setzt der Stadtrat nun wieder auf ein eigenes Blatt?
Mark Eberli: Die Stadt würde sich am «Stadtblatt» beteiligen. Dies ist eine andere Form, als eine eigene Zeitung herauszugeben. Der zweite Unterschied liegt darin, dass mit dem «Stadtblatt» ein lokales Produkt erschienen ist, dessen Fokus ausschliesslich auf Bülach liegt. Es erscheint seit dem 14. September 2018, und damit kann man es über einen längeren Zeitraum beurteilen. Das war zuvor nicht so. Auch ist die Finanzierung eine andere: Bisher waren es Beträge von etwas über 100000Franken. Nun geht es um einen städtischen Beitrag von 50000Franken. Das unternehmerische Risiko liegt damit nicht bei der Stadt.

Wieso braucht Bülach überhaupt ein eigenes Printprodukt?
Das «Stadtblatt» ist ein Medium, das alle Haushalte in Bülach in Papierform erreicht. Daneben kann die Zeitung auch elektronisch via Homepage oder Mobile App gelesen werden. Damit bietet das «Stadtblatt» allen Einwohnenden und Unternehmen die Chance, sich gut zu informieren. Der Fokus liegt auf dem Bülacher Geschehen. Ein Blatt nur für «Büüli», ähnlich wie viele Gemeinden es mit Dorfzeitungen haben. Kleinere Gemeinden in der Region geben dafür deutlich höhere Beträge aus. Information fördert die Meinungsbildung, die Vernetzung, das Engagement und die Partizipation – sie integriert. Damit fördert Information die Diskussion um Bülacher Themen, was zu besseren politischen Entscheidungen für alle führt.

«Information fördert die Meinungsbildung, die Vernetzung, das Engagement und die Partizipation – sie integriert.»Mark Eberli, Stadtpräsident Bülach

Es scheint, als habe sich der Stadtrat schon von Beginn fix auf Andreas Nievergelts «Stadtblatt» festgelegt. Wurden Alternativen geprüft?
Andreas Nievergelt hat die Initiative ergriffen und auf eigene Kosten das «Stadtblatt» produziert. Mit einer positiven Resonanz. Das ist ein sehr hohes Investment und eine unternehmerische Leistung. Nievergelt kam auf die Stadt zu und diskutierte eine finanzielle Unterstützung. So wie sie notabene auch von einigen Personen in Bülach gefordert wurde. Die Stadt kann sich nun mit einer Anschubfinanzierung von jährlich 50000Franken, befristet auf vier Jahre, am «Stadtblatt» beteiligen. Damit würde sich die Stadt Zeitungs-Raum kaufen für die direkte Information in alle Haushaltungen der Stadt.

Wieso wurde der «Zürcher Unterländer» – als ehemaliges amtliches Publikationsorgan mit einer wöchentlichen Grossauflage – nicht kontaktiert, obwohl er seine Gesprächsbereitschaft mehrfach signalisiert hat?
Der «Zürcher Unterländer» erreicht, ausser in der Grossauflage am Donnerstag, das Bülacher Publikum nur eingeschränkt. Das Format des «Stadtblatts» ist ein anderes: eine Zeitung von Bülach für Bülach – alle zwei Wochen in allen Bülacher Haushaltungen. Der Stadtrat ist der Meinung, dass sich die Formate des «Zürcher Unterländers» als tagesaktuelles und des «Stadtblatts» als Wochenzeitung gut ergänzen.

Der Verleger des «Stadtblatts» darf in den offiziellen Weisungen an den Gemeinderat als Privatperson für seine Sache werben. Das ist doch zumindest sehr unüblich?
Es lag auf der Hand, ein Argumentarium des Verlegers einzufordern. Es sind Fakten und Erkenntnisse. Wo der Werbeanteil liegen soll, ist mir nicht ersichtlich, denn Werbung hätte der Stadtrat nicht in seinen Antrag an den Gemeinderat gepackt. Dem Stadtrat war es ein Anliegen, im Antrag sämtliche Perspektiven abzubilden. Damit der Gemeinderat über eine gute Entscheidungsgrundlage verfügt.

Wie schätzt der Stadtrat die Chancen der Vorlage im Gemeinderat ein?
Das ist schwierig zu sagen, aber ich kann mir gut vorstellen, dass es eine Mehrheit dafür gibt.

Erstellt: 06.12.2019, 16:48 Uhr

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