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Den Russen schmeckte die Schweizer Suppe nicht

Noch bevor der Landesstreik die Schweiz erschütterte, gab es vor 100 Jahren Streiks in Niederweningen. Sie betrafen ausländische Deserteure und Kriegsgefangene, die an der Melioration der Surb beteiligt waren. Auslöser für die Arbeitsniederlegung der Kriegsflüchtlinge war die schlechte Verpflegung.

In Niederweningen internierte Russen posieren kunstvoll zusammen mit der Bauleitung. Nach Streiks wegen mangelnder Verpflegung trennte man sich im Dezember 1918 einvernehmlich. Im Januar 1919 traten die russischen «Militärflüchtlinge» die lang ersehnte Rückreise in die Heimat an.
In Niederweningen internierte Russen posieren kunstvoll zusammen mit der Bauleitung. Nach Streiks wegen mangelnder Verpflegung trennte man sich im Dezember 1918 einvernehmlich. Im Januar 1919 traten die russischen «Militärflüchtlinge» die lang ersehnte Rückreise in die Heimat an.
Archivfoto: Bucher-Guyer AG

Eine Suppe mit getrocknetem Gemüse, gekochte Kartoffeln, dazu ein Schüblig: Den rund vier Dutzend russischen Soldaten, die vor hundert Jahren bei Niederweningen der Surb ein neues Bett aushoben, passte dieses Abendessen nicht. Die Militärflüchtlinge – entwichene Kriegsgefangene aus Deutschland und Österreich-Ungarn sowie ehemalige Angehörige eines russischen Expeditionscorps in Frankreich – wühlten nicht freiwillig im Wehntaler Erdreich. Sie stellten die grösste Gruppe in einem von den eidgenössischen Behörden aus «Deserteuren und Refraktären» der kriegführenden Staaten zusammengestellten Arbeitsdetachement.

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