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Der älteste Gasthof im Unterland

Der Gasthof Hecht in Seeb gehört zu den ältesten noch betriebenen Gasthöfe im Kanton Zürich. Hier nächtigten früher Ross und Reiter, und sogar Napoleon Bonaparte spielt in seiner Geschichte eine Rolle. Heute logieren dort Geschäftsleute.

Heinz Lenggenhager und Hedy Eymann führen den Gasthof Hecht in Seeb und damit eine 600-jährige Tradition fort. Eymann feiert in zwei Jahren ihr 40-jähriges Jubiläum. Unter ihrer Leitung hat der Hecht seinen gemütlichen Charakter beibehalten.
Heinz Lenggenhager und Hedy Eymann führen den Gasthof Hecht in Seeb und damit eine 600-jährige Tradition fort. Eymann feiert in zwei Jahren ihr 40-jähriges Jubiläum. Unter ihrer Leitung hat der Hecht seinen gemütlichen Charakter beibehalten.
Balz Murer

Gastronomie wurde im Winkler Gasthof Hecht schon betrieben, als sie noch gar nicht Gastronomie hiess. Der Begriff nistete sich in der deutschen Sprache gegen Ende des 19. Jahrhunderts ein.

Zu dieser Zeit wurden im Hecht aber schon seit fast einem halben Jahrtausend Gäste beherbergt und verpflegt: Belegt ist die Existenz des Gasthofs seit mittlerweile rund 600 Jahren: Aus dem Mittelalter findet sich ein Hinweis auf eine Taverne, die an der Landstrasse stand und die Teil der einzigen grossen Haushaltung im Ort war. Diese Taverne war der Hecht, der heute der älteste noch betriebene Gasthof im Zürcher Unterland und einer der ältesten im Kanton Zürich ist.

Saal statt Stall

Das Tavernenrecht wurde dem Gasthof auf Geheiss Napoleons erteilt. Damit durften hier Reisende gegen Bezahlung essen, übernachten und Pferde einstallen. Das Recht besteht sogar bis heute. Auch wenn Mitbetreiber Heinz Lenggenhager sagt: «Eigentlich interessiert das niemanden mehr. Es ist überholt.» Und das Einstallen von Pferden ist gar nicht mehr möglich: Wo einst der Stall war, befindet sich heute der Saal für kleine und grössere Bankette.

Das Restaurant verfügt gemäss Selbsteinschätzung «über eine der schönsten Sommerterrassen im Zürcher Unterland». Von der Speisekarte sind die Salat-Spezialitäten bekannt. Neben dem Restaurant umfasst der Hecht 40 moderne Hotelzimmer, die sogar rollstuhlgängig sind.

Die meisten ihrer Gäste seien Businessleute, sagt Lenggenhager. «Sie kommen am Montag und reisen am Freitag wieder ab.» Dazwischen arbeiteten sie in der Region – etwa am Flughafen oder bei Eberhard Recycling. Mit seinen 40 Zimmern hat der Hecht eine gute Grösse erreicht, findet Hedy Eymann. Mehr Zimmer sollen es jedenfalls nicht mehr werden. Um das Wohl der Gäste kümmern sich zusammen mit Eymann und Lenggenhager 14 Mitarbeiter.

Seit vier Jahrzehnten dabei

In zwei Jahren feiert Hedy Eymann ihr 40-Jahr-Jubiläum als Betreiberin des Gasthofs. Eine lange Zeit, die aber schnell vergangen sei. Auch wenn der Hecht den Charakter einer gemütlichen Dorfbeiz nie verloren hat und der typisch gutbürgerlichen Küche treu geblieben ist: Verändert hat sich in den vergangenen Jahrzehnten trotzdem einiges. «Man darf nicht mehr rauchen, und es gilt die 0,5 Promillegrenze für Autofahrer», fasst Lenggenhager kurz zusammen. «Wir werden immer mehr zum Speiserestaurant.»

Denn auch die Besuchsgewohnheiten hätten sich über die Zeit verändert. Heute kämen die Gäste früher zum Essen und gingen dann auch früher heim, beobachtet Lenggenhager. «Früher brachte man sie um Mitternacht kaum raus. Heute müssen am nächsten Tag alle wieder zur Arbeit.»

Trotzdem sei es nicht so, dass man einfach immer weniger Gäste habe, sagt Eymann. Zählen kann der Hecht auf seine Stammgäste. Und insgesamt, sagt sie, habe sich die Klientel eigentlich auch nicht verändert. «Hier kehren Leute aus allen Schichten ein. Das war schon immer so. Und es wird auch so bleiben.»

Bleibt die Frage, was in zwei Jahren geschieht, wenn Hedy Eymann ihre vier Jahrzehnte im Hecht feiert. Genau sagen kann sie es noch nicht. Klar ist aber bereits heute: «Es wird schon die eine oder andere Überraschung geben.»

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