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Der Bürdelimacher ohne Nachfolger

Gottlieb «Godi» Lüthi macht Bürdeli. Für den Rafzer ist das Knochenarbeit und viele Kunden hat er auch nicht mehr. Aber solange er die Axt noch schwingen und den wider­spenstigen Wellenbock bändigen kann, macht er weiter.

Wenn es die Gesundheit zulässt, will Godi Lüthi auch im nächsten Jahr noch Bürdeli machen.
Wenn es die Gesundheit zulässt, will Godi Lüthi auch im nächsten Jahr noch Bürdeli machen.
Francisco Carrascosa

Im grenznahen Rafzer Wald ist es klirrend kalt, doch Godi Lüthi hält an seinem Wellenbock die Stellung. An ihm produziert er Bürdeli. Diese sicher 20 Kilo schweren Bündel aus Buchenholz verschiedener Stärke werden im Kachelofen für Wärme sorgen. Als junger Mann war er mit dem Lastwagen unterwegs, später arbeitete er bis zu seiner Pensionierung als Wagenführer im Postautodienst. Seine einstige Uniformjacke trägt er heute unter der Schutzkleidung. «Die gibt warm», sagt er. Im Feuerchen, das auf dem Waldboden qualmt, wird er seine Wurst braten, heissen Kaffee hat er auch dabei. «Es kommt vor, dass ein Grenzwächter mit mir eine Tasse trinkt», erzählt er.

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