Kloten

Der Chef, der viele Wünsche erfüllt

Edi Wickli ist der Mann hinter der Airport-Trophy in Kloten. Seit einem Jahr hat der Eglisauer mehr Zeit für sich – und für das Vierländerturnier für Handball-Nachwuchs-Auswahlen, das heute beginnt.

Edi Wickli packt als OK-Chef der Airport-Trophy in Kloten kräftig selbst mit an, wie hier gestern Donnerstag beim Aufbau eines Zelts.

Edi Wickli packt als OK-Chef der Airport-Trophy in Kloten kräftig selbst mit an, wie hier gestern Donnerstag beim Aufbau eines Zelts. Bild: Sibylle Meier

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Edi Wickli ist keiner, der sich schnell aus der Ruhe bringen lässt. Auch nicht vor der achten Ausgabe der Airport-Trophy, die von heute Freitag bis Sonntag in der Ruebisbachhalle steigt. Der OK-Chef weiss, wie der Karren läuft, und hat ein breites, eingespieltes Team im Rücken.«Wünsche erfüllen» ist eines der letzten Traktanden, bevor es heute losgeht. «Egoistische Wünsche der Teams», wie Wickli erklärt. «Aber die hätte ich auch, wenn ich mit einer Mannschaft unterwegs wäre», ergänzt er lächelnd. Es geht um möglichst optimale Trainingszeiten, Essenstermine und Vorzüge in der Unterkunft. «Die Spanier beispielsweise wünschen nur Zweierzimmer», sagt Wickli. «Sie und die Franzosen zeigen bereits gewisse verwöhnte Eigenschaften.»

Kein Wunder: Als Handballer ist man in diesen Ländern wer. Das gilt auch für Deutschland, den dritten grossen Turniergast. «Die Teams müssen untereinander koordinieren, damit alles aneinander vorbeiläuft. Es gibt das, was organisierbar und möglich ist», betont Wickli. So einfach ist das. «Am Schluss sind dann immer alle zufrieden . . .»

Stolz aufs Feld

Die ersten drei Airport-Trophys stemmte Edi Wickli zusammen mit Rolf Siegrist, dem zweiten Turniergründer. Seither wirkt der Eglisauer alleine als OK-Chef von 50 Helfern und Ressortleitern. «Ein super Team mit viel Erfahrung», lobt er. «Die meisten wissen, was zu tun ist – obschon sie jedes Mal einen neuen Aufgabenbeschrieb von mir erhalten . . .»

Wickli ist stolz auf das Teilnehmerfeld. «Unser Turnier ist im Ausland sehr bekannt.» Deutschland, Frankreich und Spanien sind die drei bestmöglichen Nationen, die man verpflichten kann. «Unser Turnier ist fest in ihrer Agenda. Sie wissen, dass sie sich in Kloten vor einer EM oder WM zur letzten Vorbereitung treffen können», erklärt Wickli.

Ein paar prominente Namen, Söhne von ehemaligen Weltklasse-Handballern, treten auf: Dani Duischebajew und Oleg Kisselev für Spanien sowie Melvyn Richardson für Frankreich.

Das Pensum reduziert

Seit der Turnierausgabe 2016 hat Edi Wickli, 76-facher Nationaltorhüter, mehr Zeit für sich erhalten, für die Enkelkinder, Ferien, den Garten und das Geburtshaus seines Vaters in Ennetbühl im Toggenburg. Denn der 68-Jährige reduzierte sein Handball-Pensum markant. Das Amt als Torhütertrainer und Mitorganisator des U17-Nationalteams hat er, nach 15 Jahren, vorletzte Saison an seinen Nachfolger abgegeben. Inzwischen beendete er auch seine Tätigkeit als Experte in Torhüterausbildungskursen für Trainer in Magglingen. Und im vergangenen Sommer stieg er nach neun Jahren als Goalietrainer des NLA-Teams von Pfadi Winterthur aus. «Aus diversen Gründen war es Zeit, kürzerzutreten», blickt er zurück. Unter anderem war er mit Entscheiden (wie jenem, auf den jungen Torhüter Simon Kindle zu verzichten) sowie Strategien von Pfadi nicht einverstanden gewesen.

«Als klar war, dass das Hallenprojekt in Winterthur Tatsache wird, hätte man die Planung anpassen müssen», meint er. «Die Finanzen in Ordnung zu bringen und im Hinblick auf die Halle ein breites Team mit vielen eigenen Spielern aufzubauen, wäre aus meiner Sicht die richtige Philosophie und das primäre Ziel gewesen. Das Anvisieren des Meistertitels darf dann in der neuen eigenen Halle das Ziel sein.»

Für die Winterthurer betreut Wickli weiterhin die U15-Goalies. Und er kümmert sich um die talentierten Magnus Staub und Jan Stokholm. Das fremdfinanzierte,wöchentliche Hochleistungstraining ist offen für weitere ambitionierte Torhüter.

Schweizer Perspektivteam

Anders als die Schweiz, die sich nicht qualifizieren konnte, bereiten sich Deutschland, Frankreich und Spanien derzeit auf die U21-WM vom 18. bis 30. Juli in Algerien vor. Die Klotener Airport-Trophy, das am besten besetzte Nachwuchsturnier in Handball-Europa, dient ihnen als Formstand. Bereits zum zweiten Mal amtet der Winkler Michael Suter, mittlerweile zum Elite-Nationaltrainer aufgestiegen, an der Airport Trophy nicht mehr als Coach des Schweizer U21-Teams. Sein Nachfolger ist Petr Hrachovec, der noch in der Saison 2015/16 wie Wickli zu Pfadi Winterthurs Trainerstab gehörte und in der vergangenen Spielzeit mit dem HC Hard den österreichischen Meistertitel eroberte.

Hrachovec steht in Kloten ein Perspektivteam zur Verfügung. Ihm fehlen die besten Handballer der entsprechenden Jahrgänge. «Einer der wenigen A-Nationalspieler wäre Cédrie Tynowski gewesen, er musste sich jedoch kurzfristig leider einem Meniskuseingriff unterziehen», kommentiert Wickli das Forfait des Bülachers, der einst in Kloten sein Handball-Einmaleins erlernt hatte. (Zürcher Regionalzeitungen)

Erstellt: 29.06.2017, 21:57 Uhr

Airport-Trophy

U21-Turnier in Kloten

Spielplan. Heute Freitag: Schweiz – Frankreich (19.00), Deutschland – Spanien (21.15). – Morgen Samstag: Frankreich – Deutschland (16.00), Schweiz – Spanien (18.15). – Am Sonntag: Spanien – Frankreich (11.00), Schweiz – Deutschland (13.15/allesamt in der Ruebisbachhalle).

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zuonline.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 854 82 14. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Werbung

Branchenbox

Die wöchentliche Seite in der Printausgabe des «Zürcher Unterländer». Ihre Kontaktangaben immer online abrufbar.