Eishockey

Der erste Dreier kommt genau richtig

Der EHC Kloten siegt in Langenthal 3:1 – dank starkem Goalie Dominic Nyffeler und Schwerarbeiter Eric Faille.

Den entscheidenden Tick schneller: Emilijus Krakauskas (vorne), Klotens Torschütze zum 1:0, setzt sich gegen Ian Derungs durch.

Den entscheidenden Tick schneller: Emilijus Krakauskas (vorne), Klotens Torschütze zum 1:0, setzt sich gegen Ian Derungs durch. Bild: Daniel Teuscher

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Im dritten Anlauf hat es doch noch geklappt. Auch der EHC Kloten kann nach 60 Minuten einen Match gewinnen. In Weinfelden gegen Thurgau hatte er ein 2:1 nicht über die Zeit gebracht (und erst in der Verlängerung 3:2 gewonnen). Gegen Visp war ein 1:0-Vorsprung zu wenig gewesen, es gab eine 1:3-Niederlage und viele negative Gefühle.

Ausgerechnet in Langenthal aber gelang dieser erste Dreier. Es war kein Schicksalsspiel, allerdings hätte eine weitere Niederlage die Gemütslagen in und um Kloten nicht gerade verbessert. Es war gut, dass Kloten im Schoren siegte. Gegen eine Mannschaft, die den Zürchern im letzten Winter das Leben mehr als schwergemacht hatte. Noch immer wartet Kloten auf den ersten Heimsieg gegen den SCL. Nun sind es total drei Erfolge im Oberaargau, bei sieben Niederlagen total. Das ist wahrlich keine schöne Bilanz. Die gilt es diese Saison aufzubessern. Und der erste Schritt ist gelungen. Allerdings nicht auf direktem Weg, das Team verliess die gerade Strasse erneut. Der Match hatte eigentlich die gleichen Physiognomie wie das Visp-Spiel.

Hilfreiches Timeout

Wie am Samstag schoss auch gestern Kloten das erste Tor, und wieder durch Emilijus Krakauskas in dessen erstem Einsatz. Wie schon am Samstag liess Kloten einige Grosschancen im Mitteldrittel aus – und bekam dann erneut Angst, die Partie noch zu verlieren. Die Spieler brachten den Puck zwischendurch kaum mehr aus der Zone, «wir rannten der Scheibe hinterher, das war nicht gut», sagte Per Hanberg. Der Coach hatte schon alles für ein Timeout bereit, als Kloten noch eine Strafe einfing. Er wartete deshalb ab – und Langenthal glich mit einem Weitschuss des ehemaligen Kloten-Verteidigers Serge Weber aus.

Eine Minute später nahm Hanberg sein Timeout, kurz nach Spielhälfte. Es half, seine Mannschaft besann sich danach wieder ein wenig auf ihre Stärken. Aber was sie noch immer nicht konnte: Chancen verwerten. Dominic Forget hatte das leere Tor vor sich – er setzte den Puck an den Pfosten.

Faille im Kampfmodus

Das mit dem Auslassen der Chancen ging auch im letzten Drittel weiter. Bis Marc Marchon nach 45 Minuten mit seinem 2:1 die Weichen auf Sieg stellte. Danach hatte Kloten den Match einigermassen im Griff. Und natürlich einige Chancen. Erst die letzte wurde genützt. Eric Faille traf nach 59:44 ins leere Tor. Der Kanadier hat in drei Spielen nun drei Tore geschossen, das ist beinahe die Hälfte der ganzen Mannschaft. Und er erledigte gestern ein riesiges Pensum. Mehr als 21 Minuten war er auf dem Eis. Er kam für wichtige Bullys, für alle heiklen Situationen.

Dominic Nyffeler im Tor lieferte zum ersten Mal einen richtig guten Match ab. Er stoppte kurz vor der letzten Pause gleich zweimal einen Langenthaler alleine vor sich. «Das war für uns ein wichtiger Sieg, im dritten Abschnitt sind wir aufgestanden. Wir haben so viele Schüsse blockiert», freute sich Hanberg.

Santalas Saison zu viel

Am Wochenende begann im Land des Weltmeisters Finnland die Saison – ohne einen Namen mit Klotener Gewicht: Tommi Santala, im Sommer 40 geworden, hat sich entschieden, seine Karriere zu beenden. Santala spielte von 2008 bis 2018 in Kloten (und kurz in Metallurg), in 505 Parten kam er auf 445 Skorerpunkte (139 Tore). Santala gewann mit Finnland WM-Bronze, mit den Junioren von Jokerit wurde er Meister. Doch als Profi blieb er ohne Titel.

Mit Kloten spielte er 2009 und 2011 im Final gegen Davos, 2014 gegen die ZSC Lions. Und im Winter 2017/18, in dem er der Verlockung aus der KHL erlag, verlor er den Final um den Gagarin Cup mit Metallurg gegen SKA St. Petersburg. Dass er ohne Titel abtreten muss, ärgert ihn nicht. Was ihn mehr beschäftigte: Aus seiner Sicht war die vergangene Saison eine zu viel – obwohl er für den IFK Helsinki in 59 Partien 39 Skorerpunkte erzielte. «Ich war nicht so gut, wie ich das mir gewünscht habe.»

Erstellt: 17.09.2019, 23:42 Uhr

Match-Telegramm

Langenthal - Kloten 1:3 (0:1, 1:0, 0:2)

Schoren. – 1981 Zuschauer. – SR Massy, Erand; Huguet/Gurtner. – Tore: 5. Krakauskas (Obrist) 0:1. 31. Weber (Pienitz; Ausschluss Forget) 1:1. 45. Marchon (Lemm, Lehmann) 1:2. 60. (59:44) Faille (Marchon; ins leere Tor) 1:3. – Strafen: 2 x 2 gegen Langenthal, 5 x 2 gegen Kloten. – Langenthal: Hughes; Müller, Christen, Weber, Pienitz; Henauer, Maret; Seydoux, Bircher; Sterchi, Clark, Benik; Andersons, Küng, Tschannen; Derungs, Kläy, Gerber; Walz, Nyffeler, Gyger. – Kloten: Nyffeler; Grossniklaus, Kindschi; Stämpfli, Ganz; Kellenberger, Steiner; Bachofner; Forget, Faille, Figren; Marchon, Lemm, Lehmann; Brunner, Sutter, Füglister; Staiger, Obrist, Krakauskas; Wetli. – Bemerkungen: Langenthal ohne Wüthrich (verletzt), Kummer (krank); Kloten ohne Back (verletzt), Mettler, Kälin (überzählig). Timeout Kloten 31:05!

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