Unihockey

Der Fehlstart hat Folgen

Vier Niederlagen in Serie lassen die Sportchefs der Kloten-Dietlikon Jets gleich zu Saisonbeginn handeln: Der Finne Arto Riihimäki ist ab sofort nicht mehr Cheftrainer des NLA-Männerteams.

Arto Riihimäki ist nicht mehr Cheftrainer der Kloten-Dietlikon Jets.

Arto Riihimäki ist nicht mehr Cheftrainer der Kloten-Dietlikon Jets. Bild: Balz Murer

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Das 6:8 am Sonntag in der Klotener Ruebisbachhalle gegen Zug United war die eine bedeutende Niederlage zu viel: Die Sportkommission der Kloten-Dietlikon Jets entschied noch am selben Abend, Arto Riihimäki von seinen Aufgaben als Cheftrainer der Männer zu entbinden.

«Wir sind gleich zu Saisonbeginn wieder ins alte Fahrwasser geraten», begründet Co-Sportchef Samuel Kuhn den Entscheid. Das heisst: Die Jets verlieren ihre Spiele gegen die direkten Konkurrenten um einen Playoff-Platz, und sie tun dies noch dazu höchst unglücklich, indem sie im letzten Drittel eine Führung preisgeben. Thun, Waldkirch-St. Gallen, Chur und Zug ­– das ist ein Auftaktprogramm von dem sich die Kloten-Dietlikon Jets im Vorfeld fraglos mehr als einen mickrigen Punkt versprochen hatten.

Harte Fakten

Sascha Brendler bringt als Leiter der Sportkommission, die für die NLA-Teams der Frauen und Männer zuständig ist, harte Fakten auf den Tisch. «Seit November 2017 haben wir gerade mal zwei Spiele gegen einen anderen NLA-Verein gewinnen können», erklärt er, der im Moment keine Anhaltspunkte dafür sieht, dass sich an dieser Misere der Männer kurzfristig etwas ändern könnte. «Es ist keine Entwicklung da. Und wir wollen mit den Männern nicht immer Letzte werden.»

Eine neue Ausländerstruktur – Stichwort «Qualität vor Quantität», die Jets haben sich von vier Söldnern getrennt und mit Jokinen, Karlsson und Kulmala nur noch drei ausländische Verstärkungsspieler im Kader – sowie Neuverpflichtungen junger, talentierter (GC-)Spieler, die bei den Jets Verantwortung übernehmen sollen, zeigen offensichtlich nicht die erwünschte Wirkung. «Wir stecken immer noch in demselben Sumpf», sagt Brendler. Und: «Da trifft es irgendwann halt den Trainer. Es geht nicht um die Qualität seiner Arbeit. Es passt einfach nicht mehr.»

Die sportliche Führung muss sich allerdings die Frage gefallen lassen, warum sie nicht schon früher handelte. Die Formkurve der Jets unter Riihimäki zeigte bereits in der vergangenen Saison alarmierend steil nach unten, den Ligaerhalt konnte die Mannschaft erst in den Auf-/AbstiegsPlayoffs gegen das unterklassige Basel sicherstellen. Sportchef Kuhn verteidigt das Vorgehen: «Erstens wollten wir Arto Riihimäki nochmals eine Chance geben. Und zweitens haben sich die Spieler damals nicht gegen den Trainer gestellt, sondern selbstkritisch gezeigt.»

Neue Aufgabe für Riihimäki

Arto Riihimäki, der seit Sommer 2016 an der Bande der Jets stand, hat noch einen laufenden Vertrag bis Ende Saison. Brendler betont darum, dass der 44-jährige Finne nicht entlassen, sondern nur von seinen Aufgaben als NLA-Trainer entbunden sei. In welcher Funktion er im Verein bis Vertragsende weiter­beschäftigt wird, ist noch nicht genau definiert. Arto Riihimäki selbst äusserte sich gestern Montagabend nach der ersten Sitzung mit Vereinspräsident Rolf Nussbaumer und Co-Sportchef Roman Reichen positiv: «Wir hatten ein konstruktives Gespräch und gute Ideen, wie die zukünftige Zusammenarbeit ausschauen könnte.»

Sehr wahrscheinlich werde es sich um eine Funktion im Juniorenbereich handeln, verrät Riihimäki, der sich trotz seiner Entlassung als Chefcoach gegenüber dem Verein äusserst loyal zeigt: «Ich bin natürlich nicht glücklich über diese Wendung und hätte mit diesem tollen Team gerne weitergemacht. Ich sehe aber auch, dass sich die Vergangenheit ­gerade wiederholt.» Zehn neue Spieler ins Team zu integrieren, sei ein Prozess, der Zeit brauche, erklärt er seine Position. Zeit, die er heuer nicht mehr bekommt.

Lösung noch diese Woche

Wer Riihimäkis Arbeit weiterführen wird, ist noch nicht geklärt. Obwohl die Sportkommission gemäss eigenen Aussagen bis anhin keine Gespräche mit möglichen Kandidaten für den Trainerposten geführt hat – «wir haben gehofft, dass es in der Doppelrunde vom Wochenende klick macht» (Brendler) –, will sie noch diese Woche Riihimäkis Nachfolger präsentieren. Einstweilen wird das Team von Assistenzcoach Anthony Nivin betreut. Gestern Montag hatte die erste Mannschaft allerdings trainingsfrei, Kopflüften war angesagt.

Erstellt: 25.09.2018, 11:36 Uhr

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