Bachs

«Der Fisch ist so gut, wie die Wasserqualität»

Bachs Seit 25 Jahren betreibt Heinz Glauser seine Forellenzucht in Bachs. 2001 wurde auf biologische Zucht umgestellt, denn sein Bio-Fisch ist gefragter denn je. Der Forellenzüchter erzählt aus seinem Arbeitsalltag.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Mitten im idyllischen Bachsertal, umgeben von Hecken und alten Tannen, liegen ein wenig versteckt 17 Fischteiche. Das offene Tor zum Grundstück bedeutet, dass der Inhaber vor Ort ist und die Kunden ihren Lieblingsfisch, frisch aus dem Wasser gezogen, kaufen können. Hier scheint die Zeit stillgestehen zu sein. Ruhe liegt über dem Wasser. Das moosbedeckte Gerätehäuschen scheint ein Relikt aus alter Zeit zu sein. Erst wenn man sich die Zeit nimmt, einen Rundgang durch das 1,2 Hektaren grosse Areal zu machen, entdeckt man das, was diesen Betrieb ausmacht – Fische in allen Grössen und Mustern, ruhig schwimmend, als hätten sie alle Zeit der Welt.

 «Pro Jahr verkaufen wir rund 20 Tonnen.»Heinz Glauser

Das ändert sich schlagartig, als Forellenzüchter Heinz Glauser etwas Fischfutter in einen der Teiche wirft, um die Tiere anzulocken. Mit dem Feumer (sackartiges Fangnetz) zieht er in wenigen Sekunden einige Saiblinge und Bachforellen heraus. Die kleineren Exemplare wirft er zurück ins Wasser, sie entgehen ihrem Schicksal für einige Zeit. Die Prachtexemplare kommen in die Verarbeitung. Ein kurzer Schlag auf den Kopf reicht, sodass die Tiere keine Schmerzen verspüren, hinein in den Kessel, hinüber ins Fischerhaus, wo sie ausgenommen und filetiert werden.

Schlüpfen nach drei Monaten

Glauser weiss genau, wie hoch die Anzahl an Bestellungen der Restaurants ist und wie viele Kilo Fisch er heute verarbeiten muss – gegen 80 Kilo sind es an diesem Tag. «Pro Jahr verkaufen wir rund 20 Tonnen», sagt der 57-Jährige.

Eineinhalb bis zwei Jahre dauert es, bis die Forellen pfannenfertig sind. Jeweils im November wird von den rund 100 Muttertieren, die im ersten Teich leben, der Laich abgestreift. Nach 90 bis 100 Tagen schlüpfen die kleinen Fische aus den Eiern, leben 14 Tage vom Dottersack, bevor mit der Fütterung begonnen wird. Je 50 000 Babyfische tummeln sich in zwei runden Eternit-Rundtrögen – zugedeckt, damit der Eisvogel sie nicht holt. Wenn sie etwas grösser sind, kommen sie in einen der Naturweiher, wachsen im 12 bis 15 Grad warmen Wasser weiter, werden in regelmässigen Abständen maschinell sortiert und in die verschiedenen Teiche, je nach Grösse, versetzt.

Kontrollen auch Nachts

Die Arbeitstage von Heinz Glauser sind lang. Morgens steht als erstes ein Rundgang durch das Areal an. «Ich schaue, ob das Wasser überall läuft», erklärt der Chef der Forellen. Soeben wurde einer der Teiche entleert und geputzt. «Der Fisch ist so gut wie die Wasserqualität.» Nun heisst es, die Fische zu füttern, bevor es weiter ans Räuchern der Regenbogenforellen geht. Beim Ausnehmen und Filetieren Hilft Fischzüchter Dominik Gigli mit. Kunden warten auf Bedienung. Dreimal in der Woche geht es zudem auf den Markt nach Zürich. «Ferien können wir nicht oft machen», sagt Glauser. «Und bei starkem Regen oder wenn im Herbst das Laub fällt, steht man nachts alle zwei Stunden auf und kontrolliert.» Trotzdem ist er mit Leib und Seele Forellenzüchter – der einzige vollamtliche im Zürcher Unterland.

Hungrige Fischreiher

Die Arbeit sei in den letzten 25 Jahren grundsätzlich gleich geblieben. «Nur die Vorschriften sind strenger geworden. Der Tierschutz hat inzwischen einen sehr hohen Stellenwert.» So dürfen beispielsweise bei einer Biozucht nur 20 Kilogramm Forellen pro Kubikmeter gehalten werden, während es bei der konventionellen Zucht bis zu 100 Kilo sein können. Fisch kommt bei der Familie Glauser übrigens ein- bis zweimal pro Woche auf den Teller. «Am liebsten habe ich Saibling.» Doch auch der Fischreiher liebt Glausers Forellen: «Eine Tonne Fisch pro Jahr schnappt er sich.» (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 14.03.2018, 15:51 Uhr

Glauser-Forellen

Heinz Glauser betreibt zusammen mit Gattin Irene seit 1993 die Forellenaufzucht im Bachsertal, zuerst als Pächter, seit ein paar Jahren als Eigentümer. Aufgewachsen ist er in Eglisau. Der 57-Jährige ist gelernter Forellenzüchter/Teichwirt.
Seine Bioforellen können vor Ort direkt ab Weiher oder auch auf den Märkten in Zürich gekauft werden.rh
www.glauser-forellen.ch

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zuonline.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 854 82 14. Mehr...

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Den Zürcher Unterländer digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 24.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!

Kommentare

Newsletter

Die Woche in der Region.

Endlich Zeit zum Lesen! Jeden Freitagmorgen Leseempfehlungen fürs Wochenende. Den neuen Newsletter jetzt abonnieren!