Bülach

Nur Sanierung statt Millionenprojekt

Der von der Kirchgemeindeversammlung bereits bewilligte Umbau des Kirchgemeindehauses ist auf Eis gelegt. Ob und wie es mit dem Projekt weitergeht, ist völlig offen. Das Gebäude muss aber saniert werden.

Das Projekt hätte ein modernes Begegnungshaus mit Caféteria und Tiefgarage vorgesehen. Nun wird es nicht realisiert, da die Kosten zu hoch wären.

Das Projekt hätte ein modernes Begegnungshaus mit Caféteria und Tiefgarage vorgesehen. Nun wird es nicht realisiert, da die Kosten zu hoch wären. Bild: Visualisierung PD

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Über 9,5 Millionen Franken für die Sanierung und den Umbau ihres Kirchgemeindehauses: Das will sich die Reformierte Kirchenpflege Bülach nicht leisten. Sie stoppt das Projekt (ZU vom Samstag). Diesem hatte die Kirchgemeindeversammlung im November 2018 mit 80:7 Stimmen deutlich zugestimmt hat. Damals rechnete man mit Kosten von 6,8 Millionen Franken, also 2,75 Millionen Franken weniger als heute.

«Diese erste Schätzung wurde aufgrund des Volumens anhand von Erfahrungswerten vorgenommen», sagt Kirchenpfleger Rolf Stiefel, verantwortlich für das Ressort Liegenschaften. Nach dem Ja der Versammlung habe man ein Planungsteam zusammengestellt. Dieses hat ein Vorprojekt ausgearbeitet. «Dabei war die Kostenermittlung sehr viel detaillierter und genauer», sagt Stiefel. Das sei dann auch der wesentliche Grund für die Differenz.

«Gegenwert stimmt nicht»

Das Projekt, das die Kirchgemeinde genehmigt habe, sei sehr überzeugend gewesen. Mit dem bewahrenden Umgang des Bestehenden und Kosten von 6,8 Millionen Franken habe eine sehr gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis resultiert, so Stiefel. «Beim nun vorliegenden Vorprojekt stimmt der Gegenwert nicht mehr.» Ausserdem wäre die Belastung der Betriebsrechnung infolge der Amortisation in den nächsten 33 Jahren zu hoch gewesen. Das habe dazu geführt, dass man entschieden habe, das Projekt nicht mehr weiter zu verfolgen.

«Dieser Entscheid ist mutig, konsequent und folgerichtig.»Rolf Stiefel, Verantwortlicher Ressort Liegenschaften

«Dieser Entscheid ist mutig, konsequent und folgerichtig», sagt Stiefel. «Das lässt uns die Chance für eine neue, längerfristig optimale Lösung ohne massive Belastung der künftigen Generationen.» Dank einem zügigen Projektablauf habe die Kirchenpflege sehr früh reagieren können. Die Kosten bis zum Projektabbruch belaufen sich gemäss Stiefel auf rund 175 000 Franken, 30 000 Franken für das Nutzungskonzept und die Kreditvorlage sowie 145 000 Franken für das detaillierte Vorprojekt.

Weder Garage noch Caféteria

Nach diesem Entscheid müssen die Bülacher Reformierten einstweilen auf einen neuen, zeitgemässen Begegnungsort verzichten. Geplant gewesen war, das bestehende Gebäude nicht nur umfassend zu sanieren sondern auch fit für die Zukunft zu machen, unter anderem durch einen zweigeschossigen Neubau mit Caféteria, eine Tiefgarage für 26 Fahrzeuge sowie neue Räume für Diakonie und Verwaltung. Die Kirchgemeinde wird aber nicht umhin kommen, nötige Sanierungsarbeiten durchzuführen, insbesondere mit Blick auf die Sicherheit.

So präsentiert sich das reformierte Kirchgemeindehaus Bülach heute. (Bild Sibylle Meier)

Bis jetzt habe es aus der Kirchgemeinde erst wenige Rückmeldungen zur Sistierung des Projekts gegeben: «Es waren aber vor allem Stimmen des Bedauerns.» Er selber hätte gerne dazu beigetragen, den Mitglieder und Nutzern ein neues und modernes Begegnungshaus zur Verfügung zu stellen, sagt Stiefel. Ein Umbau des Kirchgemeindehauses müsste nochmals grundlegend überdacht werden.» Darüber, wann das sein wird, sei derzeit aber keine Aussage möglich.

Sowohl die Freizeitwerkstatt des Gemeinnützigen Frauenvereins als auch das Familienzentrum Mamerlapap hätten wegen des Umbaus im ersten Quartal 2020 aus dem Kirchgemeindehaus ausziehen müssen. Die Freizeitwerkstatt hat in der Zwischenzeit von der Stadt Räume in der Hertibaracke zugesichert bekommen. Das Familienzentrum sucht auf seiner Website nach wie vor nach einem neuen Zuhause.

Erstellt: 03.09.2019, 11:38 Uhr

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