Embrach

Der Hardwald lebt in den Angstszenen weiter

Monika Mansour mordet vom Schreibtisch aus. Mit ihren Krimis hat sie sich aus dem Embracher Hardwald in Bestsellerlisten geschrieben. In ihrem neusten Buch «Businessplan: Mord» gibt sie ihre Erfolgsrezepte preis und verrät dabei viel über sich selbst.

Der Embracher Hardwald war Monika Mansours Spielplatz. Heute inspiriert er die Krimiautorin beim Schreiben.

Der Embracher Hardwald war Monika Mansours Spielplatz. Heute inspiriert er die Krimiautorin beim Schreiben. Bild: Sibylle Meier

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«Füchse sind Horror für mich», sagt die Krimiautorin Monika Mansour. Müsste Cem Cengiz, die Hauptperson aus ihren Krimis, im Embracher Hardwald ermitteln, würde sie ihm Leichenteile in einem Fuchsbau servieren. «Meine jüngere Schwester hat einmal ihren Kopf in einen Fuchsbau gesteckt – das war ein Schreck», erzählt Mansour.

Die Autorin ist mitten im Hardwald auf einem Bauernhof aufgewachsen. Der Wald war ihr Spielplatz und die Tollwut eine reale Gefahr. In ihrem Ratgeber «Businessplan: Mord» erzählt sie anschaulich, wie ein tollwütiger Fuchs sie als Kind verfolgte. Diese Erinnerung ist Mansours Inspirationsquelle für Angstszenen.

Der Weg auf dasAutorenhügelchen

Angst, Freiheit, Neid, Versagen, Wut: Zu diesen Begriffen erzählt Monika Mansour im Ratgeber Geschichten aus ihrer Kindheit und Jugend. Sie stammen aus ihrem «Schatz der Gefühle», aus dem sie beim Schreiben schöpft. Sie empfiehlt jedem angehenden Krimiautor einen eigenen «Schatz der Gefühle» anzulegen, bevor er mit seinem Buch anfängt.

«Businessplan: Mord» zeigt Schreibwilligen auf unterhaltsame Weise den Weg von der Idee zum fertigen Buch. Dabei teilt die Autorin viel Persönliches mit den Lesern. Anfängern wie routinierten Schreibenden begegnet sie auf Augenhöhe. Ihre Offenheit beseitigt Klischees und zu hohe Erwartungen. «Autoren waren für mich Halbgötter. Jetzt weiss ich, dass sie auch nur Menschen sind und der Autorenolymp eher ein Autorenhügelchen ist.» Sie habe nie damit gerechnet, jemals hinauf zu gelangen.

Rückschläge einstecken und daraus lernen

Nach der Schule machte Mansour eine Lehre als Augenoptikerin in Kloten, arbeitete am Flughafen, reiste viel, wechselte ins Gastgewerbe, wurde Piercerin und Tätowiererin, heiratete und bekam ein Kind. Nebenbei habe sie viel geschrieben aber lange nichts veröffentlicht. Allen, die auf den Autorenhügel streben, rät sie, an sich zu glauben, nicht aufzugeben und offen zu sein für Kritik.

«Wer besser werden möchte, muss viele Rückschläge einstecken und daraus lernen». Sie wäre froh gewesen um einen Schreibratgeber in deutscher Sprache. «In London wurde ich fündig. Nur waren sie alle auf Englisch.» Mit ihrem neusten Buch wagt sie sich an dieses Genre. Den Ratgeber zu schreiben, sei schwieriger gewesen als sie erwartet hatte. «Zum Glück mag ich Abwechslung und Herausforderungen. Das zeigt sich auch in meinen Krimis: Unterschiedliche Schauplätze, Motive, Hintergründe sind mir wichtig», sagt die Autorin.

Handlung spielt im Kanton Luzern

Heute lebt Monika Mansour im Luzernischen. Darum arbeitet Cem Cengiz, ihre Hauptfigur, für die Luzerner Polizei. Zuletzt löste er den Fall um eine Luzerner Hexe, die «Sträggele». In Mansours erstem Krimi «Liebe, Sünde, Tod» führten ihn die Ermittlungen zur Haumühle, am Wildbach, in Embrach.

Ob es ihn irgendwann auch in den Hardwald verschlagen wird, ist ungewiss.

(Zürcher Regionalzeitungen)

Erstellt: 25.10.2017, 14:48 Uhr

Infobox

«Businessplan: Mord» gelangt demnächst in die Buchhandlungen. Herausgeber ist der Embracher Arisverlag. «Die Verlegerin Katrin Sutter und ich kannten uns flüchtig aus der Schulzeit. Nach einer Lesung kam sie auf mich zu und fragte mich, ob ich Lust hätte, einen Ratgeber zu schreiben», erzählt Mansour. Die Buchvernissage findet am 27. Oktober, 20 Uhr, im «Treffpunkt» im Hunziker-Areal, Dialogweg 13 in Zürich-Oerlikon statt. Monika Mansour, Sunnil Mann und Nicole Bachmann sprechen über das Krimischreiben. Die Gesprächsrunde leitet Katrin Sutter, die auch als Journalistin des Schweizer Fernsehens bekannt ist. Am selben Anlass wird der Siegerkrimi aus dem Schreibwettbewerb vorgestellt, den der Arisverlag im Rahmen der Literaturveranstaltung «Zürich liest» lancierte.

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