Niederhasli

Der Haslisee dient als rettendes Wasserreservoir

Es war eine logistische Herausforderung für alle Einsatzkräfte: Anlässlich der Verbandsübung Prima 18 des Rettungsbataillons 4 wurde gestern eine Wasserleitung vom Mettmenhasler See bis zum Tanklager Chutzenmoos in Niederhasli gelegt. Der Grund war ein fiktiver Brand eines Tanks.

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Die Meldung erhält die Feuerwehr am Montagabend: Im Tanklager Chutzenmoos ist ein Brand ausgebrochen, einer der zahlreichen Tanks brennt. Schnell wird klar, dass es sich um ein Grossereignis handelt. Die Kantonspolizei Zürich, die in solchen Fällen die Führung übernimmt, entschliesst sich, in Absprache mit der Feuerwehr, das Militär als Unterstützung einzufordern.

Das Problem ist nämlich, dass sehr viel Wasser benötigt wird und die Feuerwehr nicht in der Lage ist, das alleine zu bewältigen. Die Kapo informiert daher den Kantonalen Verbindungsstab des Militärs. Und jetzt kommt das Rettungsbataillon 4, eine Formation der militärischen Katastrophenhilfe, zum Zug. Am Lagerapport der Kapo Dienstag frühmorgens, erklärt Einsatzleiter Markus Huber, was gebraucht wird: Das Militär soll eine Wasserleitung vom Haslisee bis zum Ereignisort legen – eine Strecke von rund zwei Kilometern.

Die Übung in bewegten Bildern (Video: Jasminka Huber/mcp)

Zusätzliches Problem: die Kantonspolizei geht von einem Anschlag aus. Das bedeutet erhöhte Alarmbereitschaft und zusätzliche Unterstützung bei der Sicherung des Tanklagers. Dies das Szenario, wie es sich Roman Kocher, dem Kommandanten und Einsatzleiter des Rettungsbataillon 4, präsentiert. Nach einer Besprechung mit dem Feuerwehrkommandanten Christian Meier von der Feuerwehr Niederhasli, beschliesst der Oberstleutnant zwei Kompanien mit je 180 Mann aufzubieten.

Die zivilen Führungsorgane werden also im konkreten Fall durch Zurverfügungstellung von Material und Einsatz von Truppen und militärischen Personal unterstützt. In den folgenden Stunden, solange dauert die Truppenverschiebung, fahren dutzende von Militärfahrzeuge durchs Unterland Richtung Niederhasli. Viele von ihnen Lastwagen, 12 davon bestückt mit Wasserbecken, Schlauchrollen, Wasserwerfern und Wasserpumpen.

Informationsaustauschist das A und O

Für Projektleiter und Oberstleutnant Karvin Ahuja, der diese Übung geplant hat, geht es bei solchen Volltruppenübungen darum zu prüfen, wie die zivilen Organisationen vom Militär mit technischen Mitteln und Know How unterstützt werden können. Ein ebenso wichtiger Part aber sei auch, Kommunikationsabläufe untereinander kennenzulernen und zu üben. Damit diese Kommunikation optimal verläuft, wird eine Wagenburg auf dem Schulhausareal Seehalde errichtet – diese Anordnung ermöglicht kurze Informationswege der Führungskräfte und besteht aus der Mobilen Einsatzzentrale (MEZ) der Kantonspolizei, dem Führungsfahrzeug der Feuerwehr und zwei Führungsfahrzeugen des Militärs – und regelmässig in Lagerapporten der aktuelle Wissenstand ausgetauscht.

12 Wasserwerfersollen Brand löschen

In der Zwischenzeit sind die Lastwagen am Haslisee eingetroffen. Schwimmpumpen werden in den Haslisee gelassen und die angehängten Schläuche sind der Anfang einer zwei Kilometer langen Wasserleitung. Um Probleme des Wasserdrucks, der in diesem zum Teil ansteigenden Gelände vorhanden ist, zu beheben, werden diverse Wasserbecken mit einer Füllmenge zwischen 35 und 50 Kubik Fassungsvermögen aufgestellt. Diese werden mit Wasser gefüllt und mit Druck werden die nächsten Schlauchrollen gespiesen. Diese haben die Truppen laufend vom fahrenden Lastwagen heruntergerollt – kein leichtes Unterfangen.

Ziel dieser langen Wasserschlange ist es, beim Brandherd im Chutzenmoos 12 Wasserwerfer mit dem nötigen Wasser und Wasserdruck zu beliefern, um den Grossbrand zu löschen und die Nebengebäude sprich weitere Tanks, zu sichern. Anwesend bei dieser Militärübung war, neben der Feuerwehr und der Kantonspolizei – die Sanität wurde fiktiv ins Szenario mit einbezogen, auch ein Vertreter des AWEL. Er prüfte, ob eine allfällige Gefahr für das Grundwasser besteht, was von der Feuerwehr verneint wurde, die Wassersperren vom Löschwasser waren installiert worden.

Um auf solche Grossereignisse vorbereitet zu sein, ist ein Üben solcher Szenarien unumgänglich. Es gilt alle verfügbaren Kräfte zu mobilisieren und zu koordinieren um für grösstmögliche Sicherheit für die Bevölkerung zu sorgen. Dass diese Zusammenarbeit gelungen ist, zeigte die gestrige ganztägige Volltruppenübung eindrücklich. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 09.10.2018, 19:05 Uhr

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