Dielsdorf

Der mit den Pferden durch die Halle tanzt

Jean-François Pignon ist die Leitfigur in der Freiheitsdressur. Vor den Auftritten am CSI Zürich vermittelte er Pferdefreunden sein Wissen an einem ­Ausbildungskurs in Dielsdorf.

Pferdeausbildner Jean-François Pignon vermittelte sein Wissen an einem Ausbildungskurs in Dielsdorf.

Pferdeausbildner Jean-François Pignon vermittelte sein Wissen an einem Ausbildungskurs in Dielsdorf. Bild: Sibylle Meier

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Mit scheinbarer Leichtigkeit tanzten Jean-François Pignon und seine neun freilaufenden Schimmel durch die Horse-Park-Reithalle in Dielsdorf. Linksher­um, rechtsherum, zu viert oder in Linie galoppierten sie einstudierte Figuren, die ihnen ihr Meister ohne Zwang beigebracht hatte.

«The Horse Whisperer» ist ein Kurzfilm über Jean François Pignon, der als Teenager von einem Schimmel namens Gazelle fasziniert war (Quelle: Youtube).

Der international bekannte Pferdeversteher aus Frankreich geht auf seine Tiere zu, dirigiert sie, spielt mit ihnen – so, wie sich Pferde auch in freier Natur begegnen. Fasziniert von der Ruhe und der Gelassenheit, wie Mensch und Tier miteinander umgehen können, staunten die Kursteilnehmer und Besucher gleichermassen. Wie eine solche Beziehung aufgebaut und vertieft werden kann, dozierte und demonstrierte Pignon an zwei Tagen in zahlreichen Lektionen mit und ohne Vierbeiner.

Nicht in die Augen schauen . . .

Mangelnde Kommunikation zwischen Pferd und Reiter führe rasch zu Problemen bei Aus­ritten, störrischem Verhalten im Stall oder beim Verladen. Zu oft würden, nach Pignon, die gleichen Lektionen geübt, die jedes Pferd je länger, desto weniger ­machen wolle. Freudlos gehorchten oder wehrten sie sich. Pferde spürten auch schnell, wenn der Reiter oder Betreuer angespannt, verärgert oder in Gedanken abwesend sei.

Der 49-Jährige betonte: «Wenn du nicht bei dir bist, solltest du nicht mit deinem Pferd arbeiten. Das frustriert beide.» Viele Tierfreunde drückten sich schon bei der ersten Begegnung gegenüber dem Pferd unklar aus. Sie schauten ihm zu lange in die Augen. Das bedeute für das Tier: «Ich habe ein Problem mit dir.»

Für Pignon ist es ganz wichtig, dass der Mensch einen dominanten und doch einfühlsamen «Herdenführer» verkörpert. Das heisse auch, den Individualabstand einzuhalten, um das Pferd jederzeit zu kontrollieren und um ihm die Gelegenheit zu geben, ohne Zwang auf den Zweibeiner zuzukommen.

Teilnehmende beeindruckt

Mit neuen und ungewohnten Übungen vermittelte Pignon den Kursteilnehmern mit Pferden der verschiedensten Rassen, wie entspannt und nahezu freihändigsie mit ihren Tieren umgehen können. Benjamin Gerber aus Balgach kam mit seinem Warmblüter nach Dielsdorf: «Es ist beeindruckend, wie er sich mit den Pferden versteht. Gelernt habe ich, dass die Verbindung zwischen Mensch und Tier über allem steht.» Die hohe Kunst seiner Freiheitsdressur zeigt Pignon am Freitag und Samstag im Showprogramm am CSI in Zürich.

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 23.01.2018, 16:47 Uhr

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