Zum Hauptinhalt springen

Der Storch ist in der Glattgemeinde gelandet

Die Storchpopulation ist in der Schweiz stark gewachsen. Doch das könne sich schnell ändern, erklärte am Freitagabend Peter Enggist, Geschäftsführer von «Storch Schweiz», am bereits zehnten Vortragsabends des Naturschutzvereins und der Gemeindebibliothek.

Der Storch ist in Oberglatt angekommen: In einem Horst an der Kaiserstuhlstrasse sind in diesem Jahr drei Störche geboren und aufgewachsen.
Der Storch ist in Oberglatt angekommen: In einem Horst an der Kaiserstuhlstrasse sind in diesem Jahr drei Störche geboren und aufgewachsen.
Keystone

Das Naturschutzvereinsmitglied Thomas Galliker, der die Vortragsserie ins Leben gerufen hat, ist zufrieden: «Die Zusammenarbeit ist sehr gut; sowohl der Verein als auch die Bibliothek können profitieren.». Die Bibliothek stellt jeweils zum Thema passende Literatur aus und sorgt in der Pause für einen Apéro. Dieser dient auch dazu, dass die Gäste miteinander ins Gespräch kommen.

Störche abschiessen als «sportliches» Vergnügen

Evi Gwerder, Vizepräsidentin des Oberglatter Naturschutzvereins, war erfreut, dass so viele Zuhörer und Zuhörerinnen erschienen waren. Sie erzählte den 67 Gästen von den drei Störchen, die dieses Jahr im Horst an der Kaiserstuhlstrasse geboren und aufgewachsen sind: «Ich habe beobachtet, wie sie gross, flügge und übermütig wurden.» Jetzt kümmert sie sich darum, dass die zurückkehrenden Vögel nächstes Jahr wiederum genügend Brut- und Siedlungsplätze haben.

«Der Storch ist kein Europäer, sondern aus Nordafrika. In der Schweiz gibt es zwei Arten von Störchen, den Schwarzstorch und den Weiss-Storch», begann Peter Enggist seine Ausführungen. 1950 hätten keine Störche mehr in der Schweiz gelebt. Als Gründe für ihr Verschwinden nannte der Referent Regen und Kälte. Danach habe der Bestand kontinuierlich und in letzter Zeit stark zugenommen, sodass im vergangenen Jahr 456 Paare in der Schweiz gebrütet hätten. «Dies kann sich jedoch von einem Jahr aufs nächste erheblich ändern.», erklärte Enggist.

Auf ihrer Reise nach Afrika sind die Störche etlichen Gefahren ausgesetzt: Die Wassertürme bei Lunel bieten zwar eine willkommene Übernachtungsgelegenheit, doch beim Losfliegen kollidieren vor allem die unerfahrenen Vögel oft miteinander. In den Pyrenäen stelle die Jagd eine grosse Gefahr für die Störche dar. Diese würden nicht einmal zum Verzehr abgeschossen, sondern einfach als «Sport». Im weiteren würden Mittel- und Niederspannungsleitungen zum Beispiel bei Sevilla ein Problem darstellen; auf Mülldeponien fressen die Störche nicht nur Schlachtabfälle, durch die sie angezogen werden, sondern auch Plastik und weitere anorganische Materialien, die sie nicht verdauen können.

Auf dem Vogelzug mit den Störchen

Um Genaueres über den Storchenzug herausfinden zu können, reiche es nicht, die Tiere mit Sendern zu versehen. Enggist und sein Team reisen auf dem Vogelzug mit: durch Spanien, Marokko, Mauretanien, wo Termitenhügel eine Nahrungsquelle für die Störche bieten, Mali, wo sie den ersten besenderten Storch entdeckten, Niger, Algerien, Tunesien, nach Italien und mit total abgefahrenen Pneus über den Gotthard zurück in die Schweiz.

«Die Zusammenarbeit mit den Spaniern läuft gut.», betonte Storchexperte Enggist mehrmals. Mit Spanien und Südfrankreich zusammenzuarbeiten und gemeinsame Lösungen zu finden, sei denn auch besonders wichtig für die Zukunft des Storchs.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch