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Der Surfboom erreicht das Unterland

Surfen wird bei Schweizern immer beliebter. Bald müssen sie dafür nicht mehr ans Meer reisen. Die Pläne für einen künstlichen Wellensee im Regensdorfer Industriegebiet stehen. Die Anlage soll Sportler aus der ganzen Welt ins Furttal locken.

Das gleiche Prinzip: So wie hier bei der «Citywave» auf dem Gerold-Areal in Zürich soll es bald auch im Regensdorfer Industriegebiet aussehen.
Das gleiche Prinzip: So wie hier bei der «Citywave» auf dem Gerold-Areal in Zürich soll es bald auch im Regensdorfer Industriegebiet aussehen.
urbansurf.ch

Sonnenschein, Strand, Wellen, Traumkörper. Surfen ist mehr als nur ein Sport. Vor allem für uns Unterländer, die meist nur im Urlaub surfen können. Das ändert sich aber bald. In Regensdorf soll ein riesiger Surfpark gebaut werden.

Der Verein Waveup machte sich zum Ziel, einen Wellensee in der Schweiz zu bauen. Das heisst: ein künstlich angelegter See, der mittels eines Generators perfekt brechende Wellen erzeugt. Das geplante Becken ist 300 Meter lang und 80 Meter breit.

Der Surfpark wäre nur einen Monat im Jahr geschlossen

Nachdem das 20-köpfige Wave­up-Team 26 Standorte durchgecheckt hat, wurde es in Regensdorf fündig. Pascal Brotzer, Präsident des Vereins, sagt: «Es war Liebe auf den ersten Blick.» Die Sportanlage Wisacher bringe alle Voraussetzungen mit, um den Park dort zu realisieren (siehe Box rechts).

Die Outdooranlage wäre fast das ganze Jahr über geöffnet. «Der Park würde jeweils einen Monat für Wartungsarbeiten schliessen», erklärt Pascal Brotzer. Ansonsten müsse lediglich darauf geachtet werden, dass das Wasser nicht gefriert. «Dazu muss es immer in Bewegung bleiben.» Dennoch eilt Surfern der Ruf voraus, dass sie Schönwettersportler sind. Bene Sarkany, Präsident der Swiss Surfing Association, kann das nicht bestätigen: «Die kommen auch im Januar. Heutzutage sind die Neopren­anzüge qualitativ so gut, dass man die Kälte erträgt.»

Surfen zählt ab 2020 zu den olympischen Disziplinen

Der Surfsport erlebte im letzten Jahrzehnt einen regelrechten Boom. Er ist eine der am schnellsten wachsenden Sportarten der Welt – und zwar über sämtliche Länder, Kulturen und Demografien hinweg. Weltweit wird von rund 35 Millionen Surfern ausgegangen. Der globale Umsatz per Ende 2017 wird auf rund 13 Milliarden Franken geschätzt. Das ist doppelt so viel wie noch 2010.

Bene Sarkany ist sich sicher, dass der Surfsport auch in der Schweiz eine grosse Bedeutung bekommen kann: «Falls man in der Schweiz sogenannte Wave-Pools baut, haben wir hier beste Trainingsbedingungen.» Mit der Anlage in Regensdorf könne man auch die zurzeit vorhandenen Nachwuchsprobleme lösen und bald Junioren an die Weltmeisterschaften schicken. Weiter gefalle den Schweizern der Lifestyle von Surfern. «Man verbindet eine abenteuerliche Lebensweise mit diesem Sport.»

An den Olympischen Spielen in Tokio im Jahr 2020 wird erstmals um Medaillen gesurft. Ob wir bis dahin mit Unterländer Medaillen rechnen können, ist nicht sicher. Sarkany meint: «Zurzeit sind uns die Pioniernationen schon noch voraus. Doch mit den Wave-Pools wird sich das ändern.» Wer in diesem Sport ganz hoch hinauswill, muss aber eine Menge Zeit dafür opfern. «Es ist wie fast überall im Spitzensport: Man ist Vollzeitprofi und muss sicher zweimal pro Tag auf dem Brett stehen.»

Bis der Traum vom Surfen in Regensdorf auch tatsächlich Realität werden kann, haben Vereins- wie auch Gemeindevertreter noch einen langen politischen Weg vor sich. Beim Richtplan­eintrag handelt es sich derzeit um eine Planungsgrundlage für die Nutzung des Gebiets Wisacher. Nach der nun kürzlich abgeschlossenen öffentlichen Auflage des regionalen Richtplans Furttal sind noch zwei Einwendungen hängig.

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