Niederweningen

Der Wahlkampf hat begonnen

Sechs Kandidierende aus vier Parteien fühlten sich am Mittwoch in Niederweningen gegenseitig auf den Zahn. Ende März stehen die Kantons- und Regierungsratswahlen stehen. Das Wahlkarrusell hat begonnen sich zu drehen.

Die Kandidatinnen und Kandidaten (von links) Raphael Spring,  Robert Brunner, Natalie Rickli, Ernst Stocker, Erika Zahler und Barbara Franzen bewerben sich um Sitze im Kantons- und Regierungsrat. Die Leitung hatte Martin Liebrich (vierter von links).

Die Kandidatinnen und Kandidaten (von links) Raphael Spring, Robert Brunner, Natalie Rickli, Ernst Stocker, Erika Zahler und Barbara Franzen bewerben sich um Sitze im Kantons- und Regierungsrat. Die Leitung hatte Martin Liebrich (vierter von links). Bild: Olav Brunner

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Noch gut zwei Monate dauert es bis zu den Kantons- und Regierungsratswahlen im Kanton Zürich. Die Frist bis zu diesem 24. März nützen die Anwärterinnen und Anwärter auf einen der Sitz in den beiden Räten, um für Wählerstimmen zu kämpfen. Am Mittwochabend organisierte die SVP des Bezirks Dielsdorf ein Podium für Kandidierende von vier Parteien.

Für den Kantonsrat sassen die bisherigen Barbara Franzen, FDP, aus Niederweningen, Erika Zahler, SVP, aus Boppelsen, Robert Brunner, Grüne, aus Steinmaur, und Raphael Spring (neu), GLP, aus Rümlang am Tisch. Regierungsrat Ernst Stocker, SVP, stellt sich für eine weitere Legislatur zur Verfügung und Nationalrätin Natalie Rickli, SVP, aus Winterthur, bewirbt sich um den Sitz des zurücktretenden Unterländer Regierungsrates Markus Kägi.

Stocker will Finanzen behalten

Die Gesprächsleitung hatte Martin Liebrich. Er ist stellvertretender Chefredaktor des «Zürcher Unterländer». Liebrich liess die Podiumsgäste sich selber vorstellen und gegenseitig befragen. So plant etwa Barbara Franzen gerne, Erika Zahler hat Freude am Politisieren, Robert Brunner engagiert sich im Naturschutz und Raphael Spring bezeichnet sich als politisches Greenhorn, möchte aber seine Lebenserfahrung in den Kantonsrat einbringen.

Der Wädenswiler Regierungsrat Ernst Stocker – ein Meisterlandwirt – möchte Finanzdirektor bleiben, «...im besten Kanton der Schweiz», wie er bemerkte. Nationalrätin Natalie Rickli begründete ihre Motivation zur Kandidatur als Regierungsrätin folgendermassen: «Der Kanton Zürich ist meine Heimat». Auf die Frage an Ernst Stocker, was einen guten Regierungsrat ausmache, gab dieser zur Antwort: «Die Grundhaltung der Partei einhalten, Mehrheiten suchen, um Probleme zu lösen, und die Menschen gern haben.»

«Die Grundhaltung der Partei einhalten, Mehrheiten suchen, um Probleme zu lösen, und die Menschen gern haben.»Ernst Stocker, Regierungsrat

Natalie Rickli ist bereit, jede Direktion zu übernehmen. Im Kanton Zürich sehe es mit der Sicherheit gut aus. «Sorgen bereiten mir die zunehmenden Attacken gegen die Polizei und die Gefahren durch Terrorismus», bemerkte sie. Zur Medienpolitik wollte sich die SVP-Nationalrätin nicht äussern, diese sei Sache des Bundes.

So wechselten die Fragen von einem Thema zum anderen. Brunner ärgert sich über die langsame Arbeitsweise in der Baudirektion: «Es braucht viel zu viel Zeit, um Bewilligungen oder Entscheide zu erhalten. Hier müssen neue Stellen geschaffen werden.» Rickli ist anderer Ansicht: «Man muss optimieren und nicht immer neue Stellen schaffen.»

Barbara Franzen stellte Stocker die Frage, wie er sich zur Flughafen- und Tiefenlagerpolitik stelle. «Es ist schwierig, mit unseren Nachbarn Lösungen zu finden. Und wir haben die Eigenschaft, zu früh Kompromisse einzugehen – wir sind halt die Kleinen», bemerkte Stocker. Eine gute Botschaft konnte er mitteilen: «Der Rechnungsabschluss für das Jahr 2018 ist besser als geplant und es ist vorgesehen, die Steuern im nächsten Jahr um zwei Prozent zu senken».

Kritik an Spitälern

Die Niederweninger Gemeindepräsidentin Andrea Weber wies in der anschliessenden Fragerunde auf die stetig steigenden Krankenkassenkosten hin. Rickli bemerkte: «Die Kosten steigen auch, weil immer mehr Leistungen angeboten werden. Überkapazitäten in den Spitälern sind abzubauen und Leistungen sind wenn möglich ambulant statt stationär zu erbringen». Stocker ergänzte, dass der Kanton jährlich für 900 Millionen Franken Prämienverbilligungen leiste und dass die Kosten im Gesundheitswesen in den letzten 20 Jahren von 37 auf 77 Milliarden Franken gestiegen seien. Brunner stört sich daran, dass das Universitätsspital im neuen Circle am Flughafen ein zusätzliches Gesundheitszentrum einrichtet und der Kantonsrat nichts dazu zu sagen hat.

Beim 35-köpfigen Publikum fand der Anlass Anklang. Ursula Feigel aus Niederweningen fand die Diskussion aufschlussreich. Auch die 19-jährige Leandra Flury empfand die Diskussion als spannend.

Erstellt: 17.01.2019, 17:22 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zuonline.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 854 82 14. Mehr...

Werbung

Branchenbox

Die wöchentliche Seite in der Printausgabe des «Zürcher Unterländer». Ihre Kontaktangaben immer online abrufbar.

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Bonus-Angebote

Bonus-Angebote

Alle Bonus-Angebote im Überblick.