Regensberg

Die Arbeit im Schloss ist anspruchsvoll

Im Jahresbericht der Stiftung Schloss Regensberg kommen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stiftung zu Wort. Sie sprechen über Herausforderungen und Grenzen.

Die Angestellten der Stiftung Schloss Regensberg mögen ihren Arbeitsort mit Aussicht.

Die Angestellten der Stiftung Schloss Regensberg mögen ihren Arbeitsort mit Aussicht. Bild: Gion Pfander

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In ihrem Überblick zum Jahresbericht der Stiftung Schloss Regensberg schreibt Gesamtleiterin Esther Zinniker, die Antworten der Mitarbeitenden zeigten auf, was die gesamte Institution beschäftigt. Sie weist darauf hin, dass die teilweise gerechtfertigten Bemühungen, Schülerinnen und Schüler in Regelklassen zu integrieren, nicht selten beinahe unlösbare Situationen erzeugen. Davon betroffen seien alle Beteiligten: Lehrpersonen, Eltern, Kinder und auch die einweisenden Behörden. Die Stiftung führt ein Sonderschulheim und einen Bereich für Berufsvorbereitung.

Armin Bernet, Sozialpädagoge in Ausbildung, sieht den Sinn seiner Aufgabe darin, Kinder und Jugendliche in schwierigen Situationen zu begleiten und ihnen verlässliche Beziehungen anzubieten. Er erwähnt aber auch, wie schwierig es sein kann, Zugang zu ihnen zu finden. Der als leitender Psychologe angestellte Jurek Barcikowski hat seinen Beruf gewählt, weil ihn beschäftigt, was in jungen Menschen geschehen muss, dass sie lernen können und Entwicklungsschritte machen.

Der als Praktikant Schule angestellten Olivier Rode ist fasziniert von der Arbeit mit Schülerinnen und Schülern, die aus dem regulären Schulsystem gefallen sind. «Jeder Tag mit ihnen ist neu.» Lisdalia Da Silva ist hauswirtschaftliche Mitarbeiterin und schätzt bei der Stiftung Schloss Regensberg den engen Kontakt mit jungen Menschen.

Als Reittherapeutin am richtigen Ort

Ursula Mazenauer arbeitet als Reittherapeutin mit den Jugendlichen zusammen. Erst mit 35 Jahren hatte sie Reitstunden genommen, weil sie während einer Lebenskrise die Empfehlung erhielt, mit diesen Tieren zu arbeiten. Im Jahresbericht erklärt sie: «Das Pferd ist sozusagen das Instrument und der Spiegel für das eigene Tun.» Die Anstellung in Regensberg habe ich als das Richtige zum richtigen Zeitpunkt herausgestellt. Während ihrer Ausbildung habe die Stiftung ein neues Therapiepferd gekauft, und sie wollte mit Kindern arbeiten.

Manchmal stösst der landwirtschaftliche Betriebsleiter Mario Gebendinger an seine Grenzen, weil es nicht immer einfach sei, sich abzugrenzen und trotzdem allen gerecht zu werden. Er sagt: «Der Wechsel von allein arbeiten zu den verschiedenen Tätigkeiten mit den Jugendlichen kann schwierig sein.»

Bruno Aspromonte ist Job Coach und schätzt die Verbindung mit allen Beteiligten. Er hat seinen Beruf gewählt, weil es ihm gefällt, mit den Jugendlichen zusammen Optionen zu suchen und sie weiterzubringen. Während seiner Tätigkeit als Maler machte er als Lehrlingsbeauftragter erste Erfahrungen mit dem Anleiten von jungen Menschen in Ausbildung. «Dabei merkte ich, dass mir das liegt und ich das gerne mache.»

Gemäss Aussage von Fachlehrer Musik, Stefan Nietlisbach, kommt die musikalische Vielseitigkeit in der Stiftung zum Tragen. Er sagt: «Ich kann hier als Multi-Instrumentalist verschiedene Instrumente einsetzen und den Kindern diesen Reichtum vermitteln.» Allerdings könne ihn die Arbeit mit Kindern, die sich massiv provokativ verhalten, an seine Grenzen bringen.

Küchenchef Andreas Jeggli sieht den Sinn seiner Aufgabe für die Stiftung Schloss Regensberg darin, die Freude am Tun weiterzugeben. Diese müsse nicht unbedingt fürs Essen und Kochen sein. Doch für ihn hat das Essen einen hohen Stellenwert. Deshalb sei Kochen für ihn ein Bedürfnis. Zudem gefällt ihm der Respekt, den die Mitarbeitenden einander entgegenbringen. «Sie unterstützen sich gegenseitig über alle Bereiche hinweg.»

9 Millionen Franken kostet der Betrieb

Aufwand und Ertrag für den Betrieb der Stiftung Schloss Regensberg im vergangenen Jahr sind mit rund 9 Millionen Franken fast ausgeglichen. Es resultiert ein kleiner Überschuss von etwas über 37000 Franken. Dieser Betrag zusammen mit dem Finanzergebnis von rund 4600 Franken und dem organisationsfremden Ergebnis von knapp 135000 Franken (aus Liegenschaften, die nicht für betriebsnowenige Zwecke genutzt werden) ergibt ein Betriebsergebnis von rund 177000 Franken.

Der konsolidierte Gewinn von gut 93000 Franken setzt sich aus dem Gewinn von rund 100700 Franken für die «Zukunft Förderstiftung» und dem Verlust von rund 7800 Franken für die Stiftung Schloss Regensberg zusammen.

Für Rosmarie Thoma, Leiterin Finanzen, können die Preiskalkulationen, die das Leitungsteam von ihr wünscht, eine Herausforderung sein. Sie hat aber die Aufgabe angenommen, das Rechnungswesen der Institution der aktuell gültigen Gesetzgebung anzupassen. Sie sagt: «Ich mag neue Herausforderungen.»

Info: www.schlossregensberg.ch

Erstellt: 22.07.2019, 16:15 Uhr

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