Opfikon

Die Badi bröckelt und wird erneuert

Am Wochenende verabschiedete sich das Personal mit einem Fest und Gratiseintritt von den Gästen in der Badi Bruggwiesen. Bald beginnen die Arbeiten für einen Neubau.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Plakate beim Eingang verkünden es: Diesen Herbst beginnt die Totalsanierung des Frei- und Hallenbades Bruggwiesen. Mit einem zweitätigen Fest verabschiedeten sich Bademeister, Empfangsdamen und das Restaurantpersonal von den Badegästen von denen viele zu Freunden geworden sind.Am Samstagabend besuchten viele Gäste das Konzert der Latin Band Salsongoza. Am Sonntag, dem allerletzten Mal wo man die Badi geniessen durfte, fanden sich etliche Kinder und Jugendliche zu den Kids Events und Rodolfos Schweinerennen ein.

Sportbegeisterte kamen, um im Hallenbad zu trainieren, wie der Opfiker Victor Hidajat. Bis zu fünf Mal in der Woche kam er um zwei Stunden intensiv zu schwimmen. Als letzter stieg er aus dem Becken und sagte mit Wehmut: «Nun werde ich wohl nach Kloten ins Schwimmbad gehen. Aber was ich wirklich vermissen werde, sind die netten Menschen hier im Bruggwiesen. Sämtliche Angestellten waren freundlich und aufmerksam. Das macht den Abschied nicht leicht.»

Jede Schraube, jedes Ventil

Peter Pfluger, der einst Innendekorateur gelernt hat, arbeitet seit zehn Jahre in der Badi Opfikon als Betriebsleiter. Er kennt jedes Ventil, jede Schraube, jede Wasser- und Stromleitung auf dem ganzen Badiareal. Bei seinen Rundgängen prüfte er die betagte Anlage genau, denn deutlich war zu sehen, wie der Zahn der Zeit an der Bausubstanz und den Leitungen nagte. «Wir mussten immer jedes Detail genau inspizieren, so dass die Sicherheit der Badegäste jederzeit gewährleistet war», erzählt der Betriebsleiter. Nun ist Schluss damit, der Rückbau steht bevor.

Der 48-jährigen Badi trauert Pfluger nicht speziell nach, vielmehr den Begegnungen mit den Menschen. «Wir waren im Team wie eine Familie, und viele Badegäste wurden mit den Jahren zu Freunden. Das ist etwas ganz Besonderes», hält er fest. Im Gegensatz zu ihm mussten sich etliche Angestellte nach einer anderen beruflichen Perspektive umsehen. Peter Pfluger behält seine Arbeitsstelle und darf seine umfangreichen Erfahrungen beim Neubau miteinbringen.

«Wir waren im Team wie eine Familie, und viele Badegäste wurden mit den Jahren zu Freunden. Das ist etwas ganz Besonderes»Peter Pfluger

«Natürlich braucht es mich nicht jeden Tag auf dem Bau», sagt er. «Ich werde auch als Teilzeit-Materialwart bei der Feuerwehr Opfikon arbeiten.» Ausserdem ist er im Einsatz, wenn es im November und Dezember im Rahmen des 50-JahrJubiläums der Stadt Opfikon heisst: «Opfikon on Ice». Dann wird der Allrounder dafür sorgen, dass die Schlittschuhläufer gepflegtes Eis vorfinden. «Ich bin froh, dass sich diese Lösung ergeben hat», sagt er und lächelte. Dass er mit dem Neubau in seine neue Aufgabe hineinwächst, die neue Technik von Grund auf lernen und verstehen darf, erfüllt ihn mit Freude auf das Kommende.

Pfluger wird bis zum Spatenstich damit beschäftigt sein, die ganze Anlage komplett zu räumen. Weniges an Inneneinrichtung kann weiterverwendet werden. Nicht so bei der technischen Anlage im Bad. «Die neue Badi wird rollstuhlgängig sein, und von der alten Technik kann man nichts weiterverwenden», erklärt der Fachmann.

Persönliche Verabschiedung

Während des ganzen Nachmittags kamen Badegäste umd sich von Peter Pfluger und allen Angestellten persönlich zu verabschieden.

Zugegen am Sonntagnachmittag war auch Stadtrat Marc-André Senti. «Es ist mir wichtig den treuen Menschen die hier teilweise jahrzehntelang hervorragende Arbeit geleistet haben, Danke zu sagen und mich persönlich von ihnen zu verabschieden», sagt er.

Ob es am 10. September eine Zeremonie zum Spatenstich für den 23,5 Millionen Neubau geben wird, weiss Senti noch nicht. «Das ist momentan nicht aktuell.» Die Menschen bräuchten Raum um mit dem Abschied und der Aufösung des Teams fertig zu werden.

Erstellt: 27.08.2018, 16:50 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zuonline.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 854 82 14. Mehr...

Bonus-Angebote

Bonus-Angebote

Alle Bonus-Angebote im Überblick.

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Den Zürcher Unterländer digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 24.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!