Boppelsen

Die Bopplisser können dieses Jahr eigene Bio-Kirschen ernten

Seit Jahren verpachtet die Gemeinde ihre Kirschbäume an die Bevölkerung. Neu erfolgt der Anbau nach biologischen Richtlinien. Mit dieser Umstellung zeigen sich sämtliche Pächter einverstanden.

Gemeinderätin Erika Zahler freut sich darauf, wenn in einigen Wochen die Kirschbäume wieder in voller Blühte stehen – so wie im Mai 2016.

Gemeinderätin Erika Zahler freut sich darauf, wenn in einigen Wochen die Kirschbäume wieder in voller Blühte stehen – so wie im Mai 2016. Bild: Archiv Sibylle Meier

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Das Glück, einen eigenen Kirschbaum im Garten zu haben, hat nicht jeder. In Boppelsen können aber auch Leute eigene Früchte ernten, die keinen Baum besitzen. Die Gemeinde hat vor Jahren im Gebiet Stockacher Kirschbäume gepflanzt, die sie an die Bevölkerung verpachtet. Das Interesse übersteigt das Angebot bei Weitem: Für die rund 30 Bäume besteht eine Warteliste. Schliesslich dürfen die Pächter für einen symbolischen Obolus massenhaft Kirschen ernten. Bei einem Jungbaum waren das letztes Jahr zum Beispiel rund 50 Kilogramm.

Für einmal könnte der Ertrag allerdings geringer als gewohnt ausfallen, denn seit diesem Jahr wird auf das Spritzen der Bäume verzichtet. «Wir können nicht abschätzen, wie die Bäume und die Kirschen darauf reagieren», sagt Gemeinderätin Erika Zahler, die unter anderem interimistisch für die Land- und Forstwirtschaft und damit auch für die Kirschbäume verantwortlich ist.

Nur positive Rückmeldungen erhalten

Das Risiko, dass die Früchte dieses Jahr optisch nicht die gleiche Qualität aufweisen oder zum Beispiel die Kirschessigfliege für Ernteausfälle sorgen könnte, nehmen sämtliche Pächter gerne in Kauf. «Wir haben eine Umfrage gemacht und gefragt, wer damit einverstanden ist, dass wir die Bäume nicht mehr spritzen», erzählt die Gemeinderätin. Niemand habe sich negativ geäussert. Ganz im Gegenteil. «Ich habe viele positive Rückmeldung auf die Umstellung zugunsten der Natur erhalten. Das freut uns als Gemeinde natürlich.»

Landwirt stellt Betrieb auf Bio um

Der Grund für die veränderte Anbaumethode ist Landwirt Christian Zweidler, der das Land gepachtet hat und die Wiese bewirtschaftet. Weil er seinen Betrieb anfangs Jahr auf biologischen Anbau umgestellt hat und das Spritzen der Kirschbäume auch Auswirkungen auf die Wiese hätte, fragte er bei der Gemeinde an, ob eine komplette Umstellung nach biologischen Richtlinien in Frage käme. «Wir haben das im Gemeinderat besprochen und entschieden, dass wir diesem Projekt und damit auch der Natur eine Chance geben», sagt Zahler.

Ob und wenn ja wie die diesjährige Kirschenernte von der Umstellung auf Bio betroffen ist, wird sich erst zeigen. Auch, ob sich alle Bäume gleich verhalten. Beim Pflanzen der Bäume hatte man sich nämlich bewusst für verschiedene Arten von Kirschbäumen entschieden. Sowohl Früh- wie auch Spätblüher, alte wie auch junge Bäume. Dies hat einerseits den Vorteil, dass nicht alle Bäume gleichermassen von allfälligem Frost oder Hagel betroffen sind, und andererseits müssen auch nicht alle Pächterinnen und Pächter gleichzeitig zur Ernte «antreten».

Ende Monat die ersten Blüten

Bevor die Bopplisser wieder kiloweise süsse Früchte zu Kompott, Konfi oder Wähen verarbeiten können, dauert es noch einige Wochen. Die frühesten Sorten beginnen Ende März zu blühen, die ersten Früchte können voraussichtlich Anfang Juni gepflückt werden. Späte Sorten sind Ende Juli reif.

Erstellt: 07.03.2019, 17:04 Uhr

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