Kloten

Die Erlösung 55 Sekunden vor Ende

Kloten führte gegen Winterthur nur einmal – das reichte aber zum 5:4 und zum Vorstoss auf Rang 3 in der Tabelle. Jack Combs erzielte die letzten zwei Tore, das entscheidende nach 59:05.

Klotens Jack Combs (links) setzt sich hier gegen den Winterthurer Pascal Blaser durch. Mit zwei Toren in der Schlussphase avanciert der Flügel später zum Matchwinner.

Klotens Jack Combs (links) setzt sich hier gegen den Winterthurer Pascal Blaser durch. Mit zwei Toren in der Schlussphase avanciert der Flügel später zum Matchwinner. Bild: Christian Merz

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Die Zuschauer rieben sich die Augen: Was war nur los mit Joren van Pottelberghe, dem Goalie, der mit einer Abwehrquote von 94,31 Prozent in den Match ging und in jedem Spiel grossartig gehalten hatte? Er sah plötzlich nicht mehr unüberwindbar aus, sondern wie ein mittelmässiger Schlussmann. Das 0:1, das 1:2 und auch das 3:4 hätte er an normalen Tagen ohne grosse Probleme gehalten. Gestern war indessen nicht sein Tag.Und es war zu lange auch nicht der Tag (oder der Abend) des EHC Kloten. Denn die Vorderleute Van Pottelberghes waren zu wenig konsequent, um ihrem Torhüter in dieser schwierigen Situation zu helfen. Teilweise spielte Kloten so wie im Oktober 2018, als sieben Partien in Folge verloren gingen. Fahrig, ein bisschen arrogant auch und vor allem gedanklich zu langsam.

Zum einen befand sich das Team noch im Modus des einschläfernden Spiels von Langenthal, zum andern war es einmal mehr gegen einen Aussenseiter nicht bereit, zuerst die Pflicht zu erledigen und dann zur Kür zu schreiten. «Wir haben gewusst, dass sie Olten geschlagen haben», sagte Adrian Wetli, der Winterthurer im Klotener Team. Aber so richtig ernst nahm Kloten die Aufgabe halt doch nicht. Dass die Mannschaft nicht zum zweiten Mal in diesem Jahr an einem «Kleinen» scheiterte, war daher eher überraschend.

Fast wie Jokinen gegen Zug

Viermal glich Kloten einen Rückstand aus, weil auch die Winterthurer in der eigenen Zone nicht gerade konsequent spielten. Nach dem Ausgleich von Jack Combs, der in der 53. Minute, nur 63 Sekunden nach Winterthurs 4:3, das 4:4 schoss, konnte Kloten wenigstens hoffen, einen Punkt zu holen. Doch mit der ersten Verlängerung in der ersten Swiss-League-Saison wurde dann doch nichts. Das Foul von Ron Martikainen an Serge Weber in der Klotener Zone brachte ein letztes Powerplay. In dem vergaben Wetli und Sutter zwei grosse Möglichkeiten. Als alle dachten, das sei es nun gewesen mit den Toren, nahm Combs nochmals Anlauf. Dass er einen guten Schuss hat, zeigte er nach 59:05 mit dem 5:4. Diese erste Führung brachte Kloten dann doch noch problemlos über die Zeit.

Doch so einen Monat vor Playoff-Start, das sagt auch ein routinierter Spieler wie Fabian Sutter, «dürfte man von uns schon ein bisschen mehr erwarten, mehr Qualität». Ihm ist aufgefallen, dass bereits die ganze Woche das Training nicht besonders konzentriert ausgefallen war. «Und so, wie du trainierst, so spielst du auch.» Das war eben ziemlich bescheiden und zu wenig geradlinig. Ganz ähnlich wie am 20. November gegen die EVZ Academy. Auch da hatte Kloten wenig entschlossen gewirkt, aber mit viel Glück doch noch gewonnen. Dank eines Powerplaytores von Jussi Jokinen, und zwar 56 Sekunden vor Beginn einer möglichen Verlängerung.

Steigerung vonnöten

Zu den wenigen, denen die Zuspiele nicht ständig missrieten und die ein bisschen konsequenter auftraten, gehörte das Trio Monnet, Marchon und Combs (der US-Amerikaner allerdings erst in den letzten Minuten). Monnet erzielte ein Tor und gab die Vorlage zu Marchons 3:3. Verteidiger Fabian Ganz holte sich beim 1:1 und 4:4 je einen Assist. Dem ersten Block um Fabian Sutter und Jeffrey Füglister (der bereits nach 30 Sekunden das 1:0 verpasste) gingen Tempo und Zug aufs Goal ab. «Wir müssen besser werden», weiss auch Sutter.

Mit der Leistung aus dem jüngsten Winterthur-Match dürfte es am Freitag gegen die GCK Lions kaum zu Punkten reichen. Dabei ist auch dieser Match nochmals eine Gelegenheit, sich in der Tabelle weiter vorne zu positionieren. Den sechsten und letzten Match gegen das ehemalige Partnerteam Winterthur spielt Kloten auswärts am 17. Februar, am letzten Tag der Qualifikation.

(Zürcher Regionalzeitungen)

Erstellt: 16.01.2019, 23:19 Uhr

Infobox

Match-Telegramm

Kloten - Winterthur 5:4
(1:2, 1:1, 3:1). Swiss-Arena. – 4172 Zuschauer. – SR Müller, Mollard; Schlegel/Ambrosetti. – Tore: 4. Gomes (Allevi; Ausschluss Krakauskas) 0:1. 7. Monnet (Ganz, N. Steiner) 1:1. 8. Roos 1:2. 33. Lemm (Knellwolf, Lehmann) 2:2. 35. Gomes (Pozzorini) 2:3. 48. Marchon (Monnet) 3:3. 52.Roos, Gomes; Ausschluss Back) 3:4. 53. Combs (Ganz) 4:4. 60. (59:05) Combs (Ausschluss Martikainen) 5:4. – Strafen: je 3×2. – Kloten: Van Pottelberghe; Kellenberger, Back; Ganz, Nicholas Steiner; Seydoux, Kindschi; Harlacher, Bircher; Wetli, Sutter, Füglister; Marchon, Monnet, Combs; Knellwolf, Lemm, Lehmann; Weber, Mettler, Krakauskas. – Winterthur: Guggisberg; Roos, Kobach; Blaser, Sigg; Guerra, Pozzorini; Schmidli, Jonski; Staiger, Gomes, Bozon; Martikainen, Homberger, Wieser; Allevi, Nigro, Keller; Hess, Alihodzic, Scherz. – Bemerkungen: Kloten ohne MacMurchy, Obrist, A. Brunner (verletzt); Winterthur ohne Küng, Molina (verletzt); Ranov (überzählig). Schweigeminute für Georg von Arx, der im Alter von 91 Jahren verstorben ist. Er spielte von 1942 bis 1954 im EHC, er prägte dazu als Vizepräsident und Trainer den EHC bis Anfang der 1960er-Jahre.

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